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Jurysitzung
Wir für morgen 2026
Sie haben ein Bildungssystem entwickelt, für Kinder, die niemals ein Klassenzimmer besuchen und weder lesen noch schreiben können. Die solarbetriebene Audiolernsysteme bringen Bildung dorthin, wo Bücher nicht ankommen. Weltweit sind Millionen Kinder vom Lernen ausgeschlossen. Deshalb vermittelt sie Wissen über das Hören in der Muttersprache der Kinder unabhängig von Strom oder Internet. Die Methode ist wissenschaftlich begleitet, skalierbar und bereits in mehreren Ländern im Einsatz. Mit dem Preisgeld finanzieren sie mehrere Lernsysteme, Solarpanels und den Einsatz des Bildungsprojekts in weiteren Ländern.
Sie lösen das Problem der Sprachlosigkeit. Sie gehen in Schulklassen und eröffnen mutigere Räume (Braver spaces) um Jugendlichen wieder Räume zu öffnen, um über Israel und Palästina zu sprechen. Ihre Bildungsarbeit erreicht ganz viele Menschen, Jugendliche und Erwachsene und gibt ihnen wieder Sprech- und Handlungsfähigkeit. Das Preisgeld würden sie nutzen, um noch mehr Trialoge zu ermöglichen. Der Bedarf ist riesig, die Nachfrage ist groß und deswegen möchten sie noch mehr mutige Räume öffnen.
Heute prasseln Nachrichten in Sekunden auf unsere Handys, aber oft fehlen Kontext und Einordnung. Immer mehr Content heißt auch immer mehr Chaos und gerade das fordert und überfordert junge Menschen. Um den Durchblick zu behalten, braucht es Nachrichtenkompetenz. Denn wer checkt was wirklich wichtig ist, welchen Quellen wir vertrauen können, was Fakt und was Meinung ist, hat weniger Stress, fühlt sich nicht so schnell überfordert und kommt einfacher zu fundierten Meinungen. Hier setzen sie mit Spreuweizen an. Als Bildungsinitiative bringen sie Nachrichtenkompetenz spielerisch in die Schulklasse, erklären in Workshops, wie Medien arbeiten, welche Rolle sie in eine funktionierende Demokratie spielen und wie man bei dem ganzen Nachrichtengewusel noch zwischen richtig und falsch unterscheidet. Außerdem schulen sie Lehrkräfte, geben Impulse für den Unterricht, entwickeln interaktive Games und bringen Journalistinnen mit Jugendlichen ins Gespräch. Spreuweizen ist 2020 in Sachsen gestartet. Aktuell setzen sie Workshops in 12 Bundesländern um. Damit Schulen im ganzen Land und gerade in ländlichen Räumen von ihren Angeboten profitieren, wollen sie ein Leuchtturmprojekt werden und dann kommt Spreuweizen auch nach Hessen. Ihre Mission ist klar: sie wollen Wissen teilen und Fakten stärken, denn in Zeiten von Desinformationen ist es wichtiger denn je, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Sie glauben, Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sie beginnt mit Staunen, Sprache und Neugier. MINT Kids verbindet frühe Sprachförderung mit forschendem Lernen. Ehrenamtliche Vorlesepat:innen lesen eine spannende MINT Geschichte und erforschen anschließend gemeinsam das Gelesene. So verbinden sie frühe Sprachförderung mit der Faszination für Naturwissenschaft und Technik. Mit Geschichten, die fesseln, Experimenten, die begeistern, bringen sie Kinderaugen zum Leuchten und ganz nebenbei wachsen Wortschatz, Ausdruck und Selbstvertrauen. Ehrenamtliche werden zu Bildungspartner:innen und schaffen Begegnungen zwischen Generationen. So entsteht Wirkung bei Kindern und bei den Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Ihr Modell ist einfach erprobt und übertragbar. Ein Pilot in Brühl ist gestartet. Die wissenschaftlicher Begleitung der Hochschule Bonn Rhein Sieg läuft seit über 2 Semestern. Mit dem Preisgeld entwickeln sie ihr MINT Kids Kochrezept weiter mit einer Starterbox, Materialien und digitalen Anleitungen für neue Standorte und Pat:innen. So können Menschen MINT Kids eigenständig umsetzen. Wir für morgen bedeutet für sie: Kinder zum Staunen bringen - damit ihnen Neugier und Selbstvertrauen für Morgen geschenkt wird. Erst hier in Bonn, dann bundesweit.
In der Schule wird einem nicht beigebracht, was man bei psychischen Krisen tun kann. Hilfe ist möglich und genau deshalb gibt es "Verrückt na und". An Schultagen gehen sie als Tandems in die Klassen. Fachliche Expertise trifft persönliche Erfahrung. Sie vermitteln Wissen, geben Orientierung und zeigen, wo man sich Hilfe suchen kann. Im Mittelpunkt steht dabei stets die persönliche Begegnung. "Meine Geschichte macht das Thema menschlich. Wenn ich als persönlicher Experte den Schülerinnen von meiner Krise und meinem Weg erzähle, dann macht es Mut, selbst über Belastung zu sprechen und Hilfe zu holen", sagt ein Tandem-Experte. Seit 25 Jahren setzen sie von "irrsinnig menschlich" ihr Präventionsprogramm "verrückt na und" gemeinsam mit regionalen Partnern vor Ort um. Heute an 108 Standorten in ganz Deutschland. Mit dem Preisgeld qualifizieren sie neue Tandems und bringen so ihr Programm an noch mehr Schulen. Persönliche Expertise macht Mut und fachliche Expertise zeigt Wege.
Philippe Pronce Penner hat als Straßenkind in Nairobi erlebt, wie Bildung sein Leben verändert hat. Heute ist er Lehrer in Hamburg und ermöglicht gemeinsam mit seinem Team Jugendlichen in Kenia den Besuch der Sekundarschule. Im Westen Kenias endet für viele Jugendliche der Bildungsweg nach der Grundschule nicht wegen fehlender Leistungen, sondern weil ihre Familien das Schulgeld nicht bezahlen können. Ihre Arbeit endet nicht mit einem Schulabschluss. Viele ehemalige Stipendiat:innen geben heute selbst etwas zurück als Mentor:innen, Workshopleiter:innen oder Mitarbeiter:innen in ihrem Team. In Kenia erreichen Sie über 600 Bewerbungen jedes Jahr. Sie wählen sorgfältig aus, damit die Unterstützung bei denen ankommt, die sie wirklich brauchen. So legen sie den Grundstein für langfristige Veränderung. Mit dem Preisgeld ermöglichen sie mindestens 20 Jugendlichen den Start in ihre Sekundarschulzeit und damit die Chance, eines Tages selbst Verantwortung für Andere zu übernehmen.
Sie bemühen sich um Inklusion, Teilhabe und Aufklärung. Für junge Menschen, für Schulen, für Gespräche, die sonst nicht oft stattfinden. NS-Euthanasie ist für viele nur ein Begriff. Ally erinnert daran, was passieren kann, wenn ein Leben nach kosten, nutzen und Leistungsfähigkeit bewertet wird. Ally= kostenloser Bildungsfilm. Kann in Schulen, Bildungseinrichtungen eingesetzt werden. Begleitet von Material, Kooperation und Vermittlungsangeboten. Der Preis ermöglicht mit der Umsetzung zu beginnen. Sie wollen berührende Geschichten erzählen, die nicht vergessen werden dürfen.
Aktion Zivilcourage aus Pirna. Mit ihrem Projekt die gläserne Stadt machen sie kommunale Strukturen und Jugendbeteiligung im Landkreis Sächsisch Schweiz aus Erzgebirge erlebbar. Sie öffnen Kindern und Jugendlichen vor allem auch Förderschulklassen die Türen zum Rathaus, Polizei, Feuerwehr oder Gericht. Sie zeigen ihnen direkt vor Ort, wie Ihre Stadt tickt und wo sie selbst mitentscheiden können. Politik passiert nicht nur in Dresden, Brüssel oder Berlin, sondern vor unserer Haustür in Pirna, in Sebnitz, in Heidenau und im ganzen Landkreis. Viele Leute im ländlichen Raum erleben Kommunen als anonymen Apparat und fühlen sich nicht gehört. Deswegen bringen sie die Leute vor Ort zusammen und zeigen: eine Stadt ist nur so stark wie die Gemeinschaft, die sie trägt. Ihr Mix aus Vorbereitung in der Schule, echten Besuchen vor Ort und interaktiven Planspielen ist praxisnah und inklusiv. Durch einfache Sprache, visuelle Methoden und digitale Stadtrallys nehmen sie alle mit, egal welche Voraussetzungen sie erfüllen und wie weit sie von der nächsten Großstadt entfernt wohnen. Das Konzept ist dem Lehrplan angepasst und lässt sich mühelos auf jede andere Stadt übertragen. Sie möchten neue interaktive Planspiele entwickeln, ihre digitalen Action-Bound-Touren erweitern und noch mehr Partner, Institutionen und Schulen in der Region vernetzen, damit Demokratie für alle erreichbar wird.
Sie befähigen junge Menschen, den Staat von morgen zu gestalten. Das erreichen sie durch Bildungsformate, Praxisprojekte und überregionales Networking. Viele junge Menschen wollen etwas in ihrem Staat und unserer Gesellschaft verändern, sind aber von bekannten Möglichkeiten wie Aktivismus und parteipolitischem Engagement frustriert. Gleichzeitig fehlt der Verwaltung, die wir als Rückgrat unserer demokratischen Gesellschaft betrachten, der Nachwuchs. Sie bauen die Brücke dazwischen, indem sie jungen Menschen ermöglichen, sich interdisziplinär mit realen Herausforderungen in realen Organisationen der Verwaltung auseinanderzusetzen und Lösungen zu entwickeln. Durch ihre Hackathons in Kooperation mit Kommunen und Bundesministerien werden bereits erste Lösungen und Prototypen in die Anwendung überführt und reale Probleme in unserem Staat gelöst. Nachdem sie mit ihren bisherigen Formaten bereits über 400 junge Menschen in ganz Deutschland erreicht haben, möchten sie mit dem Preisgeld ihr erstes deutschlandweites "Hortensystem" finanzieren, in dem junge Menschen über einen längeren Zeitraum in Kommunen an realen Problemen arbeiten. Sie sind überzeugt, darauf kommt es an, dass wir als junge Generation den Start von Morgen mitgestalten.
Menschenhandel beginnt nicht immer mit Gewalt. Manchmal beginnt es mit einer scheinbar normalen Beziehung. Bis jugendliche die Manipulation bemerken ist es oft zu spät. Die Dunkelziffer ist hoch. Schweigen schützt Täter. Das wollen sie ändern. Lightup geht an Schulen, auf Augenhöhe, mit Zeit und interaktiven Methoden. Sie empowern junge Menschen komplexe Themen sensibel an Jugendliche und ihr Umfeld zu vermitteln. So entsteht ein Netz, das Jugendliche schützt. Sie haben über 100 Workshops gegeben und über 1700 Jugendliche in 5 Bundesländern erreicht. Mit dem Preisgeld bringen sie ihre Workshops in neue Regionen. Das Ziel: mindestens 60 Workshops pro Jahr. Damit mehr Menschen Bescheid wissen, Verantwortung übernehmen und es den Tätern schwer machen.
Sie setzen sich ehrenamtlich für Straßenkinder in Bangladesch ein. Diese Kinder gehen nicht zur Schule, weil sie arbeiten oder betteln müssen. Hunger, Gewalt und Ausbeutung prägen ihren Alltag. Sie bringen Bildung und Unterstützung dorthin, wo die Kinder leben- auf die Straße. Kein Gebäude, nur eine Plane unter freiem Himmel, emphatische Lehrkräfte und ein paar Schulmaterialien. Die Kinder bekommen eine Mahlzeit, können spielen und werden bei Bedarf medizinisch und psychologisch unterstützt. Sozialarbeiter bauen Vertrauen auf, um die Kinder auch über die Schule hinaus zu unterstützen. Mit 35.000 Euro finanzieren sie 2 Schulen mit je 30 Kindern für 10 Monate komplett. Mit 10.000 Euro eine Schule für 6 Monate.
Bettter police. Ein gemeinnütziger Verein aus Polizistinnen, Aktivistinnen und Menschen mit Erfahrung mit Polizeigewalt und Diskriminierung. Sie schaffen Dialogräume zwischen Polizei und Gesellschaft und setzen sich für eine demokratische, Menschenrechtsorientierte und vertrauenswürdige Sicherheitskultur ein. Menschen erleben Polizei unterschiedlich. Gleichzeitig fehlen sichere Räume, um Erfahrung, Kritik und Reformideen zusammenzubringen. Mit Mach Meldung schaffen sie eine unabhängige Beratungs- und Vermittlungsstelle, die Menschen unterstützt, Perspektiven verbindet und demokratische Lernprozesse ermöglicht. Sie verbinden etwas, das bisher meist getrennt voneinander gedacht wurde: Die Perspektive von Betroffenen, die Erfahrung von demokratisch eingestellten Polizistinnen und wissenschaftliche Expertise. Statt Konfrontation schaffen sie Aushandlung, Dialog und Reformimpulse. Skalierbar sind ihre Projekte sowohl qualitativ als auch quantitativ. Die entwickelten Formate können bundesweit übertragen und genutzt werden. Mit dem Preisgeld würden sie ihre organisatorische Infrastruktur weiter aufbauen und über ihre Projekte und Formate gesellschaftliche Veränderungen mitgestalten. Sie wollen eine Organisation werden, die aus der Debatte um Sicherheit und Polizei nicht mehr wegzudenken ist.
Ein Kind sitzt im Unterricht und es will schreiben. Doch dann verkrampft die Hand und der Stift verrutscht und es kommt nicht mehr mit. Am Schreibmotorik Institut erforschen sie, welche Fähigkeiten Kinder brauchen, damit das nicht passiert. Daraus ist die Initiative Kritzelpate entstanden. Ehrenamtliche fördern Vorschulkinder direkt im Kindergarten mit wissenschaftlich fundierten Übungen zur Schreibmotorik. Jeder zweite Junge und jedes dritte Mädchen haben Schwierigkeiten mit dem Handschreiben. Schmerzt die Hand beim Schreiben, fehlt Raum für Lerninhalte und die schulische Leistung nimmt ab, während der Frust steigt. Kritzelpate ist ein praxiserprobtes Förderprogramm, das bundesweit in Kindergärten umgesetzt werden kann, denn hier entscheidet sich, ob ein chancengerechter Schulstart gelingt. So haben sie in den letzten 2 Jahren rund 2000 Kinder gefördert. Sie möchten noch viel mehr erreichen. Mit dem Preisgeld wollen sie die digitalen Schulungen weiter ausbauen mit dem Ziel, Kritzelpate künftig auch selbst zu rekrutieren, auszubilden und zu begleiten. Schließlich benötigen jedes Jahr eine Viertel Millionen Kinder ihre Hilfe.
Die Baby Boomer gehen in Rente. Für diesen neuen Lebensabschnitt gibt es kaum Gestaltungs und Bildungswege, obwohl Wissen, Erfahrung und Engagement bleiben. Sie vom Kuratorium Altern gestalten haben Senior Class entwickelt, ein Orientierungsjahr für Menschen in der nachberuflichen Lebensphase. "Die Senior Class ist für mich ein Lottogewinn zum Renteneintritt. Gemeinsam mit meinen Mitschülerinnen und Mitschülern verstärkt sich ein Gefühl für ganz neue Perspektiven und Möglichkeiten." Ab Herbst wächst Senior Class Nürnberg und nun nach München 50 Teilnehmende jede Woche einmal online und einmal vor Ort. In München wird der neue Standort wesentlich von Ehrenamtlichen getragen. Ihr Schlüssel für die Skalierung. Mit dem Preisgeld qualifizieren sie Ehrenamtliche und entwickeln weitere Materialien, damit noch mehr Städte folgen können.
Mit Zula möchten sie, dass jedes Kind mit Geschichten aufwächst, in den es sich wiederfinden kann. Deshalb bauen sie von Berlin aus eine Community aus Kreativen und unterrepräsentierten Menschen und begleiten sie vor der ersten Idee bis zur Publikation. Jedes vierte Kind in Deutschland hat einen diversen kulturellen Hintergrund. Doch diese Vielfalt spiegelt sich in Kinderbüchern noch zu wenig wider. Gleichzeitig haben 80% der Schule keine Bibliothek. Vielen Kinder fehlen also Repräsentation, und der Zugang zu Büchern. Ihr Modell funktioniert bereits. Mit ihnen haben 85 Kreative aus aller Welt 25 Kinderbücher publiziert. Jetzt wollen sie dieses Modell professionalisieren, indem sie Kreative intensiver begleiten und langfristige Karriere schaffen. Dadurch entstehen mehr vielfältige Geschichten und mehr Kinder werden erreicht. Mit dem Preisgeld skalieren sie ganz konkret. Sie qualifizieren 20 weitere Kreative durch Master Classes, erweitern ihre Bibliothek um 10 neue Kinderbücher und bringen diese Geschichten durch 10 Veranstaltungen und fünf tiny libaries ist direkt an Berliner Schulen.