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Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping nähern sich in Südkorea im Ringen um die künftigen Handelsmodalitäten zwischen den beiden rivalisierenden Großmächten an. Währenddessen braut sich zu Hause in den USA Ungemach für die Zollpolitik des Weißen Hauses zusammen. Am Mittwoch gibt es eine Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten darüber, ob die gegen andere Länder und die Europäische Union verhängten Zölle rechtmäßig sind. Die Entscheidung folgt frühestens Ende des Jahres.
Die Chancen, dass der Supreme Court gegen die Regierung entscheidet, sind hoch. Trump hat die Zölle auf Basis eines Notstandsgesetzes aus dem Jahr 1977 verhängt. Doch es ist fraglich, ob die aktuelle wirtschaftliche Lage der USA als Notstand bezeichnet werden kann. US-Präsident Trump ist der Meinung, sein Land werde im grenzüberschreitenden Handel unfair behandelt und ausgenutzt. Ohne Notstand entbehren einige Zölle jedoch einer rechtlichen Grundlage und wären damit obsolet.
Die Aussicht auf den teilweisen Wegfall von belastenden Handelsgebühren könnte am Aktienmarkt zu einer positiven Marktreaktion führen. Hier ist Vorsicht angebracht – einer allzu freudigen Bewegung an den Börsen könnte schnell ein Katzenjammer folgen. Denn: Trump wird seine Handelspolitik über andere rechtliche Grundlagen fortführen und die Importzölle dürften weitgehend Bestand haben. Außerdem sind sie wichtig, um das riesige Haushaltsdefizit des Landes zu mindern.