Source: https://unternehmen.union-investment.de/presseservice/aktuelles/alle-kapitalmarktmeinungen/archiv/zinsanstieg_und_aktienmarkt
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Die Renditen von Staatsanleihen gehen derzeit durch die Decke. Ein zehnjähriges Papier aus den USA wirft mittlerweile mehr als fünf Prozent im Jahr ab. In Europa ist das Bild ähnlich, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt. Hohe Zinsen, so heißt es allenthalben, können allerdings ein Problem darstellen. Das gilt für Häuslebauer und ihre Immobiliendarlehen, aber auch für die Aktienmärkte. Viele, vor allem wachstumsstarke Unternehmen, finanzieren ihre Expansion mit Krediten. Künftige Gewinne werden abgezinst und sind daher rein rechnerisch betrachtet weniger wert.
Tatsächlich hat der Renditeanstieg der vergangenen Wochen an den Börsen für Unsicherheit gesorgt. Das ist verständlich. Allerdings sollten sich Anleger mit Blick auf die kommenden Monate nicht ins Bockshorn jagen lassen. Denn historisch betrachtet haben die Aktienmärkte vor allem dann ein Problem, wenn die Zinsen besonders schnell und ungebremst steigen. Diese Dynamik war zuletzt zwar zeitweise zu beobachten, aber wir erwarten, dass sich die Zinsen über kurz oder lang auf dem aktuell erreichten Niveau einpendeln. Und: Die Aktienmärkte stehen auf einem soliden Fundament. Die Gewinnerwartungen für die kommenden Monate sind außergewöhnlich komfortabel – das gilt sowohl für die US-amerikanischen als auch für die europäischen Konzerne. Wer sein Geld angesichts der höheren Zinsen aus Aktien in Tagesgeld umschichtet, könnte das womöglich in den kommenden Monaten noch bereuen.