Source: https://unternehmen.union-investment.de/presseservice/aktuelles/alle-kapitalmarktmeinungen/archiv/trotz_turbulenzen_chancen
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Dass 2025 kein einfaches Jahr an den Weltbörsen werden würde, war schon zu Beginn klar. Mit der Wahl von Donald Trump zum 47. US-Präsidenten war absehbar, dass eher Chaos als Berechenbarkeit ins Weiße Haus einzog – und damit Unsicherheit. Wer investieren will, mag Unsicherheit nicht. Ein geflügeltes Wort besagt, Kapital sei scheu wie ein Reh. Diese Einschätzung traf rückblickend zu. Die Ankündigung eines Trump‘schen Zollhammers im Frühjahr führte zwischenzeitlich zu einem Abzug von Geldern aus den USA und setzte den US-Dollar gegenüber dem Euro unter Druck. Deshalb sieht aus Sicht eines europäischen Anlegers die Wertentwicklung des US-amerikanischen Aktienmarkts auch ernüchternd aus: Es ging insgesamt mehr oder weniger seitwärts. Dagegen verbuchten europäische Börsen wie Madrid, aber auch Frankfurt, sowie asiatische Aktienmärkte wie Südkorea oder Hongkong deutlichere Kursgewinne.
Nach drei Jahren Aufschwung beim DAX ist auch für das neue Jahr mehr Licht als Schatten zu erwarten. So dürften sich die Fiskalpakete der Bundesregierung langsam in den Gewinnen der Unternehmen niederschlagen; das spricht insgesamt für den Euroraum. Und wir erwarten keine Rezession in den USA, zudem mittelfristig eher fallende Zinsen. Das heißt zwar: Viel ruhiger dürfte es nicht werden. Aber trotz Schwankungen können Anleger, die etwas Geduld haben, auch 2026 Chancen nutzen. Gerade Europa ist hier einen Blick wert und zudem noch vergleichsweise günstig bewertet.