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Machtpoker um Seltene Erden
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Der Großmachtwettbewerb zwischen China und den USA hat sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. China droht mit einer Blockade bei der Lieferung von Seltenen Erden, im Gegenzug US-Präsident Donald Trump mit drastischen Zöllen auf chinesische Güter. Dabei hat China im Machtpoker zumindest kurzfristig ein recht gutes Blatt auf der Hand.
Der erschwerte Zugang zu Seltenen Erden ist für die USA ein riesiges Problem, aber auch für den Rest der Welt. Sie werden vor allem in der Verteidigungsindustrie sowie im Auto-, Energie- und Techsektor gebraucht. Gerade bei Förderung und Aufbereitung von Rohstoffen, die für Magnete etwa für den Einsatz in Windkraftanlagen und Elektrofahrzeugen benötigt werden, verfügt China fast über ein Monopol. Kurzfristig ist das ein gutes Druckmittel. Langfristig kann die Sache für Peking aber auch nach hinten losgehen.
Seltene Erden sind entgegen ihres Namens gar nicht selten, sondern nur sehr aufwendig zu fördern und aufzubereiten. Aber wenn China kein zuverlässiger Partner mehr ist, werden sich die Abnehmerländer nach Alternativen umschauen. Länder wie Australien, Brasilien, Indien oder Schweden haben ebenfalls nennenswerte Vorkommen. Solche neuen Partnerschaften sind dann langfristiger Natur, China wäre raus. Wenn die Kommunistische Partei in China wie geplant ab Montag an ihrem neuen Fünf-Jahres-Plan arbeitet, sollte die unfreiwillige Aufgabe der starken Marktstellung bei kritischen Rohstoffen zumindest mit bedacht werden.
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