Source: https://unternehmen.union-investment.de/presseservice/aktuelles/alle-kapitalmarktmeinungen/archiv/schwindender_optimismus
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Die höheren Energiepreise in Deutschland als Folge des Iran-Krieges schlagen auf die Stimmung. Wenn in der neuen Woche der Ifo-Geschäftsklimaindex und das GfK-Verbrauchervertrauen veröffentlicht werden, dürften die Zahlen mit großer Sicherheit nach unten zeigen, vor allem wenn es um die Erwartungen an die Zukunft geht. Vor wenigen Tagen rauschte schon der ZEW-Index ziemlich in den Keller. Das Barometer hinterließ damit einen ersten Eindruck, wie es um den Optimismus der Befragten – hier Finanzanalysten – bestellt ist: Er schwindet...
Wirklich überraschend ist das nicht. Der Krieg dauert mittlerweile drei Wochen. Die Auswirklungen für die hiesige Wirtschaft und für die Verbraucher sind nicht nur, aber vor allem an der Tankstelle spürbar. Wie groß der wirtschaftliche Schaden für die Industrie und insgesamt die Konjunktur ausfällt, hängt zentral von der Dauer des Kriegs und damit auch von der Höhe der Energiepreise ab. Sollten die Kampfhandlungen zeitnah ein Ende finden und die Straße von Hormus wieder für Öltanker befahrbar werden, dürften die Bremsspuren für die deutsche Wirtschaft überschaubar bleiben und durch positive Effekte aus den Infrastrukturprogrammen der Bundesregierung aufgefangen werden. Ein baldiges Ende der Unsicherheit wäre auch für die Kapitalmärkte zu erhoffen. Noch haben sich die Notierungen einigermaßen gehalten. Sollte sich die Krise in die Länge ziehen, wird das auch an den Aktienmärkten tiefere Spuren hinterlassen.