Source: https://unternehmen.union-investment.de/presseservice/aktuelles/alle-kapitalmarktmeinungen/archiv/schwellenlaender_im_hoehenflug
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Der Blick auf die Börsen der Emerging Markets beeindruckt. Im Schnitt legten die Aktien der aufstrebenden Volkswirtschaften in den vergangenen zwölf Monaten in Euro gerechnet rund 26 Prozent zu. Die Nase vorne hat die Börse in Südkorea: Hier verdoppelten sich die Kurse binnen eines Jahres, seit Anfang 2026 verzeichnen sie ein Plus von fast 30 Prozent.
Die Chancen, dass der Trend anhält, stehen gut. Viele Unternehmen in den Schwellenländern weisen wachsende Gewinne aus. Analysten erwarten für das Jahr 2026, dass die Erlöse prozentual zweistellig zulegen. Unterstützend wirkt der schwache US-Dollar, der den Unternehmen günstigere Finanzierungsbedingungen und niedrigere Importkosten beschert. Weil aktuell vermehrt Investoren nach Alternativen zu US-Wertpapieren suchen, bekommen die Schwellenländer zusätzlichen Rückenwind. Dass die Bewertungen der asiatischen Tech-Adressen oft weit unter denen ihrer US-Pendants liegen, macht die Aktien interessant. Zumal das Trendthema Künstliche Intelligenz keines ist, das sich ausschließlich in den USA abspielt: Taiwan und Südkorea verfügen über Konzerne, die genau die dafür notwendigen Produkte herstellen.
Das gute Umfeld für Aktien aus Schwellenländern sollte perspektivisch auch auf die dortigen Volkswirtschaften abstrahlen. Eine nachhaltige konjunkturelle Verbesserung in den Emerging Markets mitsamt anziehender Binnennachfrage dürfte weitere Investoren locken, denn die Bewertungen sind noch nicht ausgereizt.