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Niedrigwasser im Rhein dürfte Aufschwung nicht beenden
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Die Bilder vom Niedrigwasser im Rhein sind in den Medien allgegenwärtig. Die wichtigste deutsche Wasserstraße wird von vielen Unternehmen, die entlang des Flusses angesiedelt sind, für den Transport von Rohstoffen und anderen Materialien genutzt. Ist der Rhein nicht mehr oder nur eingeschränkt schiffbar, hat das unmittelbare Auswirkungen auf die Lieferketten. Produktionsausfälle drohen, wenn der Transport nicht auf Straße und Schiene verlagert werden kann.
Doch die betroffenen Unternehmen haben seit 2018, als sie von einer ähnlichen Situation kalt erwischt wurden, dazugelernt. Viele haben einen Plan B und können ihre Lieferketten so für längere Zeit aufrechterhalten, etwa durch die Nutzung von Landverkehr und Niedrigwasserschiffen. Das verursacht zwar höhere Transportkosten, und kann auch deren Aktienkurse vorübergehend talwärts schicken, stellt aber den Geschäftsbetrieb in den relevantesten Bereichen sicher. Eventuelle Produktionskürzungen dürften zudem teilweise mit leichter Verzögerung nachgeholt werden.
Vor diesem Hintergrund dürfte der Einfluss der niedrigen Pegelstände auf das generelle Wachstumsbild in Deutschland begrenzt sein. Möglicherweise gibt es eine Delle im dritten Quartal, doch mit wieder steigendem Wasser dürfte auch die Konjunkturdynamik wieder zulegen. Die Auftragsbücher sind voll und warten darauf, abgearbeitet zu werden – im Zweifel etwas später. Deutschlands Konjunktur hat noch ausreichend Wasser unter dem Kiel.