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Künstliche Intelligenz: Korrektur, aber kein Kollaps
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Der KI-Boom erlebt an den Börsen einen Belastungstest. Der US-Halbleiterindex SOX verlor binnen weniger Tage über zehn Prozent, der südkoreanische KOSPI-Index mehr als ein Fünftel an Wert. Neben steigenden US-Renditen belasten Zweifel an der Rentabilität der enormen KI-Investitionen und wachsender Wettbewerb aus China die Kurse.
Dass der KI-Boom aber fundamental intakt ist, zeigen die Quartalszahlen von TSMC: Der Umsatz des Chip-Riesen stieg gegenüber dem Vorjahr um über 50 Prozent, der Gewinn noch stärker. Die Nachfrage nach leistungsfähigen KI-Chips bleibt hoch. Und während Halbleiteraktien unter Druck stehen, notieren die „Glorreichen Sieben“ mit Hyperscalern wie Alphabet, Amazon oder Microsoft in Summe nahe ihren Allzeithochs. Die Börse verabschiedet sich also nicht von KI, sondern unterscheidet zwischen Gewinner und Verlierern.
In der kommenden Woche folgen mit Meta, Texas Instruments, IBM und SAP weitere wichtige Quartalsberichte. Sie dürften Hinweise geben, ob sich die hohen Investitionen in produktive Anwendungen und Gewinne übersetzen – oder ob Geschäftsmodelle belastet werden. Für Anleger bleibt KI ein wichtiger Wachstumstrend. Denn mit der Verbreitung von KI und neuen, selbstständig handelnden Anwendungen dürften weitere Effizienzpotenziale erschlossen werden. Die jüngste Korrektur markiert weniger das Ende des KI-Booms als den Übergang in eine neue Phase: Künftig zählt nicht mehr nur, wer in KI investiert, sondern vor allem, wer damit Geld verdient.