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Michael Herzum, Leiter Economics und Macro Strategy
Die Inflation lag im Juni bei 2,3 Prozent. Damit sollte der Inflationsgipfel überschritten sein. Der Rückgang der Energiepreise spricht dafür, dass der Trend wieder nach unten zeigt.
Ein schneller Sinkflug ist aber nicht zu erwarten: Der Wegfall des Tankrabatts im Juli und verzögerte Effekte höherer Energiekosten aus dem Frühjahr können die Teuerung in den nächsten Monaten noch stützen. Entscheidend ist, dass wir keine Lohn-Preis-Spirale sehen. Relevante Zweitrundeneffekte über den Arbeitsmarkt sind bislang ausgeblieben, das heißt es gibt keinen wesentlichen Inflationsdruck durch steigende Löhne.
Eine Rückkehr zum Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von rund zwei Prozent wird erst Anfang 2027 realistisch sein. Aber: Die EZB dürfte in den kommenden Monaten genug Zuversicht gewinnen, dass sich die höhere Inflation nicht verstetigt. Wir gehen deshalb davon aus, dass es keine weiteren Zinserhöhungen geben wird.