Source: https://unternehmen.union-investment.de/presseservice/aktuelles/alle-kapitalmarktmeinungen/archiv/industrieauftraege_maerz
Michael Herzum, Leiter Economics und Macro Strategy
Die deutsche Industrie hat im März deutlich mehr Aufträge erhalten als erwartet. Trotz des Iran-Konflikts stiegen die Aufträge gegenüber Februar um 5,0 Prozent. Der Zuwachs in den Auftragsbüchern ist ein Lichtblick für die Unternehmen, nachdem Umfragen zuletzt eine gedämpfte Stimmung in der Industrie anzeigten. Grund für allzu viel Optimismus sollte der Auftragseingang allerdings nicht geben. Die Auswirkungen des Iran-Konflikts spiegeln sich in den März-Daten noch kaum wider, da zu Kriegsbeginn die Tragweite des Krieges nicht absehbar war.
Gestützt wird die Industrie vor allem durch die Investitionen der Bundesregierung in Infrastruktur und Verteidigung. Seit November 2025 kommen die staatlichen Ausgaben in den Auftragsbüchern etwa für Militärfahrzeuge an. Der Auftragsbestand der Unternehmen befindet sich seitdem auf einem erfreulichen Niveau. Selbst ohne neue Aufträge könnte die deutsche Industrie neun Monate produzieren, bevor ihr die Arbeit ausgeht.
Somit ist klar: Der Irankrieg trifft die deutsche Wirtschaft in einer Phase, in der sich die Wachstumsdynamik gerade etwas belebte. Private Investitionen und der private Konsum werden durch die höheren Energiepreise und Unsicherheit gedämpft, bis sich im Iran-Konflikt eine Lösung abzeichnet. Die öffentlichen Investitionen kommen daher zur rechten Zeit. Denn sie sind unabhängig gegenüber der Unsicherheit aus dem Irankrieg und stützen damit die deutsche Industrie.