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Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Wenn am kommenden Dienstag der neue ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht wird, dürfte sich zeigen, ob aus der zarten Stimmungsaufhellung der vergangenen Monate mehr wird als nur ein Hoffnungssignal. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. Denn nach einer langen Phase der hartnäckigen Stagnation in Deutschland mit schwachen Investitionen, hohen Kosten, überbordender Bürokratie und einer nur langsam fortschreitenden Digitalisierung zeichnet sich Licht am Ende des Tunnels ab.
Die großen Fiskalpakete für Infrastruktur, Verteidigung, Energie und Digitalisierung schaffen eine erhebliche zusätzliche Nachfrage. Die Auftragseingänge in Teilen der Industrie spiegeln das bereits wider. Dies dürfte mit Verzögerung Produktion und private Investitionen stützen. Ein kräftiger Aufschwung ist das allerdings noch nicht. Vor allem der Konsum lässt hierzulande weiter zu wünschen übrig. Gleichzeitig warten viele Unternehmen weiterhin auf spürbare Verbesserungen im Alltag, bevor sie in erweiterte Kapazitäten investieren: weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen und planbarere Verfahren. Genau hier entscheidet sich, ob die Fiskalimpulse nur kurzfristig wirken oder neues Wachstumspotenzial schaffen.
Der ifo-Index wird daher weniger ein Befreiungsschlag als ein Realitätscheck. Bestätigt sich die Stabilisierung, wäre das ein weiteres positives Zeichen: Deutschland kommt langsam vom Stillstand in Bewegung – mit der Industrie als Wachstumsmotor.