Source: https://unternehmen.union-investment.de/presseservice/aktuelles/alle-kapitalmarktmeinungen/archiv/hoffnung_auf_den_jahresendspurt_beim_konsum
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Der deutsche Konsumpessimismus ist Legende – die Stimmung ist fast immer schlecht. Umso bemerkenswerter, dass sich inmitten der aktuell trüben Zeiten der GfK-Verbrauchervertrauen für Oktober nach einer Talfahrt erstmals wieder verbessert hat. Steht es um die Verbraucherlaune also doch nicht so schlimm? Und ist das ein gutes Omen für den Einzelhandel mit Blick auf das wichtige vierte Quartal? Neue Arbeitsmarktdaten und aktuelle Zahlen zur Inflationsentwicklung im September werden nächste Woche gute Hinweise geben, ob dem Konsum bessere Zeiten bevorstehen.
Denn der GfK-Index für sich genommen hat für die tatsächliche Entwicklung der Kauflaune in den Geschäften begrenzte Voraussagekraft. Seit Corona liegt der Index praktisch am Boden, obwohl das Geld in der Realität doch zumindest etwas lockerer saß und die Konsumzahlen gar nicht so schlecht waren. Optimisten können nun darauf verweisen, dass es für die leichte Stimmungsaufhellung gute Gründe gibt. So hat die Einigung zwischen den USA und der Europäischen Union im Zollkonflikt zwar nicht alle Probleme ausgeräumt, aber doch für mehr Planbarkeit gesorgt. Das nützt den Unternehmen und damit dem Arbeitsmarkt, aber auch die Konsumenten schöpfen dadurch mehr Zuversicht. Durch die Einigung im Zollkonflikt ist auch keine neue Teuerungswelle zu befürchten. Das bedeutet, dass den Konsumenten ihre Kaufkraft erhalten bleibt – und damit womöglich künftig mehr Geld für den Konsum zur Verfügung steht.