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Aktuelles Alle Kapitalmarktmeinungen US-Notenbank vor der Zerreißprobe
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Am nächsten Mittwoch legt die US-Notenbank Fed wieder einmal den Leitzins fest. Geht es nach den Erwartungen am Kapitalmarkt, die sich mit unserer Einschätzung decken, so ist eine Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 3,5 bis 3,75 Prozent ausgemacht. Dafür spricht die verhaltene Dynamik am Arbeitsmarkt. Auch die Äußerungen wichtiger Fed-Vertreter wie John Williams haben zuletzt klar die Tür für eine Zinssenkung im Dezember geöffnet.
Doch es geht noch um viel mehr: Die Unabhängigkeit der US-Notenbank wird von der Regierung unter Donald Trump in Frage gestellt. Die Fed dürfte deshalb im Jahr 2026 die Zinsen stärker senken, als dies rein fundamental gerechtfertigt wäre. Trump übt enormen Druck auf die Notenbank aus, weil er noch tiefere Leitzinsen will. Fed-Chef Jerome Powell hat sich dem bisher mutig entgegengestellt und die Rolle der Notenbank als verlässlicher und berechenbarer Anker für die Finanzmärkte bewahrt. Doch Powells Amtszeit läuft im nächsten Mai aus. Kevin Hassett, der aktuell als wahrscheinlichster Nachfolger gehandelt wird, gilt als Vertrauter Trumps und Freund niedrigerer Zinsen. Das dürfte indirekt auch die Europäische Zentralbank unter Druck setzen: Sie wird kaum die Zinsen anheben können, wenn die Fed im Senkungsmodus bleibt. Was Sparer nicht freuen wird, begünstigt zumindest kurzfristig die Aktienkurse. Längerfristig sind politisch beeinflusste Zinsen für eine gesunde Entwicklung von Konjunktur und Kapitalmärkten kein gutes Zeichen.
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