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Aktuelles Alle Kapitalmarktmeinungen EZB alarmiert, aber ohne Panik
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Am Donnerstag wird die Europäische Zentralbank (EZB) wieder über die angemessene Höhe ihres Leitzinses entscheiden. Für Anleger dürfte es gemessen an den Schwankungen an den Aktien- und Rentenmärkten der vergangenen Tage sowie den stark gestiegenen Preisen an den Tankstellen ein Nicht-Ereignis werden. Denn das Zinsniveau wird aller Voraussicht nach unverändert bleiben. Das mag bei der hohen Unsicherheit erstaunen. Was, wenn der Iran-Konflikt länger dauern sollte und größere Auswirkungen auf die Inflations- und Wachstumsraten hätte? So stellen manche Marktakteure sich bereits die Frage: Ist bald eine Zinsanhebung seitens der Währungshüter in Frankfurt zu erwarten, wenn es so weitergeht?
Die einfache Antwort darauf lautet: Nein. Denn so unsicher die Lage auch sein mag, Emotionen sind nicht nur für Anlageentscheidungen, sondern auch für Notenbankvertreter ein schlechter Ratgeber. Kommt hinzu, dass sich Rohstoffpreise nicht durch Zinsveränderungen beeinflussen lassen. Klar ist, der deutlich gestiegene Ölpreis wird auch hierzulande die Teuerung anheizen. Doch die US-Regierung hat wenig Interesse an einer starken Eintrübung der Konsumlaune im eigenen Land und dürfte die Kampfhandlungen aus unserer Sicht eher früher als später einstellen. Wir erwarten, dass der Ölpreis dann nach und nach wieder sinkt. Die EZB wird daher einen kühlen Kopf bewahren und erst einmal durch die Phase der Unsicherheit hindurchschauen.
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