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Energiepreise treiben Inflation
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Wenn das Statistische Bundesamt am Donnerstag kommender Woche die vorläufigen Juli-Daten zur Inflation in Deutschland veröffentlicht, dürfte sich zeigen, dass die Teuerung in diesem Monat gegenüber Juni angezogen hat. Zum einen ist Ende Juni hierzulande der Tankrabatt ausgelaufen. Darüber hinaus hat die erneute Zuspitzung der Situation im Persischen Golf die Energiepreise wieder nach oben getrieben.
Wie sich die Teuerung in Deutschland und Europa weiterentwickelt, hängt maßgeblich davon ab, wie es im Konflikt im Nahen Osten weitergeht. Wir gehen nach wie vor davon aus, dass eine Lösung gefunden werden wird, die eine hinreichend freie Schifffahrt im Persischen Golf und dem Roten Meer ermöglicht, bevor das Öl auf dem Weltmarkt knapp wird. Damit sollten auch die Auswirkungen auf die Inflation nur vorübergehend sein. Die Verschnaufpause durch die mittlerweile hinfällige Waffenstillstandserklärung zwischen den USA und dem Iran hat dem Energiemarkt einen Aufschub bis mindestens Ende August verschafft, bevor es eng wird.
Doch sind die Risiken der Entwicklung im Nahen Osten für Teuerung und Konjunktur zuletzt wieder gestiegen. Hinzu kommt die zusätzliche Komplikation der Lage durch die Beschädigung russischer Raffinerien im Krieg mit der Ukraine. Dies führt zu einem Engpass bei russischen Ölprodukten. Umso wichtiger ist es, dass sich die Lage in der Golfregion zügig beruhigt, um die Wirtschaft in Europa nicht weiter zu schwächen.