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Heißgelaufener KI-Trend
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Die Benzinpreise bleiben hartnäckig hoch und der Iran-Konflikt ungelöst. Doch die Börsen sind vielerorts im Aufwind. Das liegt auch an kräftigen Kursgewinnen von Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI). So hat der US-Technologieindex Nasdaq seit seinem Jahrestief fast ein Fünftel zugelegt. Auch Schwellenländerbörsen wie Taiwan oder Südkorea sind auf Rekordhochs gestiegen. Das liegt am großen Gewicht von Halbleiteraktien, die dort im Höhenflug sind.
Doch ebben die Sorgen nicht ab, dass sich die enormen Investitionen in neue KI-Kapazitäten am Ende für die Unternehmen gar nicht auszahlen könnten. Dieser Tage sorgte ein Zeitungsartikel für Aufsehen, wonach der Anbieter für Sprachmodelle OpenAI seine eigenen Geschäftserwartungen nicht erreicht. Daraufhin gerieten die Aktien von Unternehmen unter Druck, die mit OpenAI in Verbindung stehen. Besser läuft es derzeit für Anbieter anderer Sprachmodelle. Die aktuelle Berichtssaison unterstreicht, dass der KI-Trend insgesamt intakt ist. Insbesondere Halbleiterkonzerne und Datencenterbetreiber haben weiter gute Perspektiven.
Nach der enormen Rally ist beim Thema KI Vorsicht angebracht. Einige Aktien sind heiß gelaufen und Kursrückschläge möglich. Was den Wettlauf verschiedener Sprachmodelle betrifft, ist zudem eine alte Börsenregel wertvoll: Besser nicht alle Eier in einen Korb legen! Schnelllebige Trendwechsel lassen sich besser mit einem diversifizierten Portfolio abfangen.