Source: https://unternehmen.union-investment.de/presseservice/aktuelles/alle-kapitalmarktmeinungen/archiv/deutschland_ölpreise
Tobias Schmidt, Leiter Portfoliomanagement
Nach einer langen wirtschaftlichen Flaute scheint es in Deutschland jetzt wieder bergauf zu gehen. Viele konjunkturelle Frühindikatoren haben sich deutlich verbessert – und die Exportzahlen sehen gut aus. Die Stimmung in der Wirtschaft hellt sich entsprechend etwas auf. Wir gehen davon aus, dass auch der ZEW-Index für September, der am Dienstag veröffentlicht wird und die Meinung von Finanzmarktexpertinnen und -experten widerspiegelt, dieses Bild bestätigt.
Neben den Ausfuhren entfalten die großen staatlichen Investitionspakete für Sicherheit und Infrastruktur nun endlich ihre Wirkung. Zudem dürften sie private Investitionen nach sich ziehen. Es kommt hierzulande allmählich wieder Schwung ins Wachstum. Störfeuer für die Erholung droht aber erneut verstärkt aus dem Persischen Golf. Dort sind die Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran wieder aufgeflammt. Vor allem die Angriffe auf Schiffe rund um die Straße von Hormus sind neuerlich eskaliert. Das hat den Ölpreis wieder auf mehr als 100 US-Dollar je Fass der Nordsee-Sorte Brent steigen lassen.
Wir erwarten jedoch, dass der negative Einfluss der Energiepreise auf die Inflation begrenzt bleiben wird. Es ist davon auszugehen, dass eine für beide Seiten gesichtswahrende Lösung für die Situation im Nahen Osten gefunden wird, bevor Öl global knapp wird. Insofern sollten die Energiepreise kein Show-Stopper für die Erholung der deutschen Wirtschaft sein.