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Geschäftsbericht 2018

Mut für Morgen

Um auch morgen erfolgreich zu sein, braucht es aktives Handeln und weitsichtige Entscheidungen. Mit Mut gehen wir für unsere Kunden an die Grenzen und darüber hinaus. In einer Welt des Wandels vertrauen wir auf unsere Fähigkeiten und blicken optimistisch in die Zukunft – die wir mit Mut und Pioniergeist gestalten.

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Es ist entscheidend für unseren Geschäftserfolg, die richtige Balance zwischen neuen Wegen und der Weiterentwicklung von Bestehendem zu halten.

Hans Joachim Reinke

Vorsitzender des Vorstandes von Union Investment

Die richtige Balance für eine erfolgreiche Zukunft

Union Investment hat im schwierigen Jahr 2018 gegen den Markttrend die Assets under Management auf dem hohen Niveau von 323,4 Mrd. Euro gehalten und ein sehr gutes Betriebsergebnis von 502 Mio. Euro realisiert. Um diese gute Position zu behaupten und weiter profitabel zu wachsen, müssen wir in die wichtigsten Handlungsfelder investieren. Dabei gilt es, die richtige Balance zu finden zwischen dem Aufbau neuer Wachstumsthemen und der Weiterentwicklung von bestehenden Geschäftsfeldern.

Die Geschäftsentwicklung von Union Investment war im Jahr 2018 erneut von Wachstum geprägt. Gleichzeitig hat unser Umfeld uns härter gefordert als in den Jahren zuvor: Die veränderten Spielregeln in Geopolitik, Geldpolitik und globaler Konjunktur treffen derzeit auf die bereits seit Jahren bekannten Herausforderungen niedriger Zinsen, Digitalisierung und Regulierung. Diese Entwicklung war zu erwarten, doch hat uns ihre Dynamik insbesondere im vierten Quartal des vergangenen Jahres überrascht, was sich auch in der Wertentwicklung vieler Fonds von Union Investment niedergeschlagen hat.

Die Veränderungsgeschwindigkeit des Umfelds, in dem wir uns bewegen, wird weiter steigen. Für uns als Asset Manager ist das Chance und Risiko zugleich. Um auch in den kommenden Jahren profitabel zu wachsen, sind Stabilität, Solidität und Struktur im Kerngeschäft unabdingbar. Wir dürfen allerdings nicht stehen bleiben, sondern müssen in einigen Bereichen dynamisch, flexibel, proaktiv vorgehen, Veränderungen frühzeitig antizipieren, bewerten, schnell reagieren, mutig sein. Es ist entscheidend für unseren Geschäftserfolg, die richtige Balance zwischen neuen Wegen und der Weiterentwicklung von Bestehendem zu finden.

Wachstumsfelder von morgen

Unser Geschäft basiert auf zwei Säulen, dem institutionellen Geschäft und der langjährigen Beziehung zu 4,5 Millionen privaten Sparern.

Bei institutionellen Investoren zeichnet sich deutlich ab, dass das Thema Nachhaltigkeit in den nächsten Jahren das Geschäft dominieren wird und damit einer der großen Wachstumstreiber werden dürfte. Der Bestand nachhaltiger Anlagen ist bei Union Investment von 5,9 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf 41,4 Mrd. Euro im letzten Jahr gestiegen. Dies allein zeigt die Dynamik, die in diesem Geschäftsfeld steckt. Hinzu kommt unser Engagement als aktiver Aktionär, indem wir uns als Treuhänder der uns anvertrauten Mittel aktiv für eine gute Unternehmensführung bei den Unternehmen einsetzen. Schon heute finden pro Jahr über 4.000 Gespräche mit Unternehmen statt. Und auch unsere Auftritte bei den Hauptversammlungen wichtiger DAX-Konzerne sind bekannt. Das wird auch in Zukunft so bleiben.

Auch wenn die Herausforderungen des Umfelds für Asset Manager zunehmen, so überwiegen doch die Chancen die Risiken.

Hans Joachim Reinke

Vorsitzender des Vorstandes von Union Investment

Hans Joachim Reinke

Im Privatkundengeschäft bietet sich in Zeiten niedriger Zinsen nach wie vor die Chance, wertpapierunerfahrene Menschen für die diversifizierte Geldanlage mit Fonds zu gewinnen. Hierbei fokussieren wir seit Jahren auf drei Themenfelder: Vermögen ansparen, Vermögen strukturieren und für das Alter vorsorgen. Insbesondere beim Thema Vermögen ansparen haben wir in den letzten Jahren ein rasantes Wachstum erlebt. Hier haben relativ wenige Häuser den Schwerpunkt in ihrer Marktbearbeitung gelegt, da vielen Wettbewerbern das Geschäft zu kleinteilig erscheint. Unter anderem aufgrund unserer mutigen Entscheidung, hier einen Schwerpunkt zu setzen, hat sich die Anzahl der klassischen Fondssparpläne bei Union Investment innerhalb von drei Jahren auf rund 2,3 Millionen Sparverträge fast verdoppelt. Neu hinzu kamen in den letzten drei Jahren über 1 Million Fondssparverträge. Zusammen mit Riester- und VL-Sparverträgen wuchs die Zahl zum Jahresende 2018 auf 4,8 Millionen. Die von uns so genannte „Evolution des Sparens“ ist demnach auf einem guten Weg.

Auch wenn die Herausforderungen des Umfelds für Asset Manager zunehmen, so überwiegen doch die Chancen die Risiken. Im vorliegenden Geschäftsbericht finden Sie zahlreiche Beispiele, die zeigen, dass Union Investment für die Anforderungen von morgen gerüstet und zudem bestens aufgestellt ist, um die noch immer zahlreichen Chancen im Markt zu nutzen.

 

Von dem Aufstieg der Nachhaltigkeit konnten wir als Marktführer im Bereich nachhaltige Kapitalanlage profitieren.

Alexander Schindler

Vorstand Institutionelle Kunden, Nachhaltigkeit, Investmentanalyse, Recht & Compliance

Zukunft nachhaltig gestalten

Nachhaltigkeit ist eines der wichtigsten gesellschaftlichen Themen der letzten Jahre – und wird es auch in Zukunft bleiben. Für uns als Asset Manager hat sich das Thema längst von einem abstrakten Begriff hin zu einer ökonomischen Notwendigkeit gewandelt.

Die Bedeutung der Nachhaltigkeit wird in allen Gesellschaftsbereichen immer deutlicher. Im Fokus der öffentlichen Agenda steht derzeit der Klimawandel. Das ist nachvollziehbar: So zeigt der Anfang des Jahres veröffentlichte Global Risks Report des World Economic Forum, dass vier der fünf größten Risiken für unsere Gesellschaft in einem engen Zusammenhang mit der Entwicklung des Klimas stehen. Das unterstreicht die Notwendigkeit eines Wandels hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft. Dabei halten wir es für essenziell, Nachhaltigkeit in seiner gesamten Dimension zu betrachten: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.

Auch die Politik nimmt die Finanzbranche als Treiber für eine nachhaltigere Wirtschaft in die Pflicht. Laut dem im März 2018 veröffentlichten EU-Aktionsplan sollen für alle Fonds, also auch für jene, die nicht als „nachhaltig“ gekennzeichnet sind, Minimalanforderungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Corporate Governance gelten.

Von dem Aufstieg der Nachhaltigkeit konnten wir als Marktführer im Bereich nachhaltige Kapitalanlage profitieren.

Alexander Schindler

Vorstand Institutionelle Kunden, Nachhaltigkeit, Investmentanalyse, Recht & Compliance

Alexander Schindler

Der Wandel ist in vollem Gange: Im Jahr 2018 hatte bereits ein Viertel der von uns beobachteten Mandatsausschreibungen im institutionellen Bereich einen Nachhaltigkeitsbezug. Bei Investoren aus dem Ausland liegt diese Quote nochmal deutlich höher, insbesondere bei Ausschreibungen im Bereich Aktien.

Von diesem Aufstieg der Nachhaltigkeit konnten wir als Marktführer im Bereich nachhaltige Kapitalanlage in Deutschland aus betriebswirtschaftlicher Perspektive profitieren. In den letzten vier Jahren haben sich unsere Assets under Management, die wir in nachhaltigen Mandaten und Fonds verwalten, auf rund 42 Milliarden Euro verfünffacht. Alleine im Jahr 2018 verzeichnete Union Investment in diesem Bereich ein Wachstum von 7,9 Mrd. Euro.

Die nachhaltige Transformation der Wirtschaft kann Chancen bieten und Risiken minimieren

Die Chancen der nachhaltigen Transformation liegen im Umbruch der Industrien und den innovativen Technologien. Alte Geschäftsmodelle werden durch neue Geschäftsideen, Produkte und Dienstleistungen abgelöst. Alternative Energien, leistungsfähige Speichermedien, effiziente Energieträger, innovative Mobilitätskonzepte sind nur einige der Felder, in denen die aufstrebenden Unternehmen Kapital benötigen und in denen sich zusätzliche Investmentchancen für Investoren ergeben.

Aber auch Investmentrisiken lassen sich durch die Anwendung von Nachhaltigkeitsstandards deutlich besser analysieren: Als eine Art Frühwarnsystem können Umwelt-, soziale und Governance-Kriterien durch Bewertung von Faktoren jenseits der klassischen Investmentanalyse echte Performancebeiträge liefern.

Union Investment ist gut aufgestellt und investiert weiter

Als Pionier der nachhaltigen Kapitalanlage haben wir frühzeitig die richtigen Weichen gestellt. Wir investieren in den Ausbau unserer Nachhaltigkeitskompetenzen und -systeme. Der Fokus liegt in der Verflechtung von konventioneller Investmentanalyse und ESG-Research. Das heißt nicht, dass zukünftig alle Fonds von Union Investment spezifische Filter haben werden, wie unsere Nachhaltigkeitsfonds mit einem entsprechend eingeschränkten Anlageuniversum. Aber es bedeutet, dass die ESG-Kriterien in der Analyse neben die klassischen Bewertungskennziffern eines Unternehmens treten und damit die Integration von Nachhaltigkeitsfaktoren in die Investmentprozesse gesamthaft vollzogen ist. Systeme wie beispielsweise unsere seit 2013 genutzte unternehmenseigene Nachhaltigkeitsplattform SIRIS bilden hierfür die Basis.

Und auch im Immobilienmanagement befinden wir uns in einer Vorreiterrolle: So haben wir im Herbst 2018 ein flächendeckendes Energiemonitoring für unsere 375 Gewerbeimmobilien gestartet. Dieses bildet die Grundlage für die Ermittlung konkreter Einsparpotenziale entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Zudem haben wir uns mit unserer Initiative „Manage to green“ das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2050 die CO2-Emissionen unseres Immobilienbestands um 80 bis 95 Prozent zu senken.

Wir sind überzeugt, dass wir mit diesen und zahlreichen weiteren Maßnahmen die notwendige nachhaltige Transformation der Wirtschaft aktiv begleiten können. Im Sinne unserer Kunden.

 

Als aktiver, fundamentaler Asset Manager müssen wir die richtigen Antworten auf die Fragestellungen in dem sich rasch verändernden Marktumfeld finden, um uns vom Wettbewerb abzuheben und unsere Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Jens Wilhelm

Vorstand Portfoliomanagement, Immobilien und Infrastruktur von Union Investment

Transformation ist Trumpf

Drei Entwicklungen haben unser Handeln 2018 geprägt und werden uns auch 2019 begleiten: die spätzyklische Konjunktur weltweit sowie die gesellschaftlichen Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Wie wir unsere Position der Stärke in diesem Umfeld sichern.

Disruptive Technologien, verändertes Kundenverhalten, neue regulatorische Auflagen und steigende Volatilität an den Kapitalmärkten – die Veränderungsdynamik im Asset Management ist enorm. Wer sich in diesem Marktumfeld Wettbewerbsvorteile sichern will, muss Schritt halten: Die Transformationsfähigkeit von internen Prozessen wird dabei zum Erfolgsfaktor für Asset Manager.

Der Schlüssel in bewegten Zeiten: Expertise vernetzen

Die Herausforderungen an den Anlagemärkten steigen nach den Turbulenzen im Jahr 2018 weiter an: Weltweit hat die Wachstumsdynamik zuletzt nachgelassen. Sowohl unsere Frühindikatoren als auch die Echtzeitberechnungen weisen auf eine stark gedämpfte Wirtschaftsaktivität hin. Hinzu kommen politische Unsicherheitsfaktoren, etwa die Konsequenzen des Brexit sowie der US-Handelsstreit, die zu einem schwankungsintensiven Kapitalmarktbild führen.

Das Potenzial bleibt in den meisten Asset-Klassen 2019 daher begrenzt: Aktivität und Selektion sind im derzeitigen Umfeld die Schlüsselfaktoren für den künftigen Anlageerfolg. Beides erreichen wir durch eine vernetzte Zusammenarbeit unserer Experten und entwickeln daher unsere Aufstellung im Portfoliomanagement konsequent weiter: 2018 haben wir ein thematisches internes Research aufgebaut, das Trendthemen beobachtet und bei Bedarf schnelles Handeln ermöglicht. Zusätzlich haben wir den Austausch zwischen Research und den verantwortlichen Managern für die einzelnen Asset-Klassen und Sektoren verstärkt. Das ist die Grundlage für einen erfolgreichen Know-how-Transfer vom Research zu unseren aktiven Portfoliomanagern.

Potenzial nutzen: Megatrends intelligent verknüpfen

Schnelligkeit und Wissenstransfer sind auch die Schlüssel im Megathema Digitalisierung. Um in einer digitalen Welt als Asset Manager wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir leistungsfähig, flexibel, modern und zugleich überaus verlässlich agieren. Deshalb haben wir bereits im vergangenen Jahr die Weichen gestellt und arbeiten auch 2019 weiter daran, unsere Infrastruktur daraufhin zu optimieren: Die IT ist heute ein elementarer Teil unserer Wertschöpfungskette. Sie unterstützt die Geschäftsprozesse, gestaltet die digitale Transformation und bietet in dieser Verantwortung Lösungen mit höchsten Ansprüchen an Sicherheit, Effizienz und Stabilität.

Um in einer digitalen Welt als Asset Manager wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir leistungsfähig, flexibel, modern und zugleich überaus verlässlich agieren.

Jens Wilhelm

Vorstand Portfoliomanagement, Immobilien und Infrastruktur von Union Investment

Jens Wilhelm

Neben der Digitalisierung wird auch das Thema Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren großen Einfluss auf uns haben: Der gefürchtete aber bislang oft noch abstrakte Klimawandel wird spürbar. Damit wächst der Druck zur Veränderung. Einerseits im Portfoliomanagement, wo nachhaltige Anlagekriterien und das Auftreten als aktiver Investor immer wichtiger werden. Andererseits bei unserer Arbeit als Immobilieninvestor und -manager. Das reicht von der Energieeffizienz einer Immobilie beim Ankauf bis hin zu den Emissionswerten ganzer Immobilienportfolien.

Auf beide Megatrends sind wir sehr gut vorbereitet und fähig, deren vielfältiges Potenzial zu nutzen. Mehr noch: Wir betrachten beide Trends nicht als parallele Veränderungsprozesse, sondern suchen Chancen in der intelligenten Verknüpfung. Große Datenmengen zu sammeln, zu konsolidieren und ausgewertet zu nutzen, schafft ganz neue Möglichkeiten. Etwa im Portfoliomanagement: In unser Sustainable Investment Research Information System (SIRIS) fließen umfangreiche ESG-Daten von externen Researchhäusern und unseren eigenen Analysten zusammen. Diese intelligente Plattform ermöglicht es unseren Portfoliomanagern, individuelle Anforderungen institutioneller Kunden an Nachhaltigkeit umzusetzen – sowohl für Einzelwerte als auch für Portfolios.

Beweglichkeit sichert Wachstum

Weiterentwickeln ist auch für uns als Asset Manager das Schlagwort: Unser Umfeld ist durch Megatrends und eine hohe Veränderungsdynamik an den Anlagemärkten gekennzeichnet. Unsere Beweglichkeit haben wir bereits in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt. Jetzt gilt es, auch 2019 schnell und flexibel zu handeln und mit Mut voranzugehen, um Wachstum zu sichern.

Unsere Beweglichkeit haben wir bereits in den vergangenen Jahren unter Beweis gestellt. Jetzt gilt es, auch 2019 schnell und flexibel zu handeln und mit Mut voranzugehen, um Wachstum zu sichern.

Jens Wilhelm

Vorstand Portfoliomanagement, Immobilien und Infrastruktur von Union Investment

 

Unsere Nachhaltigkeitsplattform SIRIS bietet eine einzigartige Kombination aus Researchdaten und Erkenntnissen aus Investorengesprächen.

Jennifer Paffen

Nachhaltigkeitsanalystin im Portfoliomanagement von Union Investment

Der Aufstieg der Nachhaltigkeit

Als mehrfach ausgezeichneter und führender deutscher Asset Manager für nachhaltige Kapitalanlage vertritt Union Investment eine klare Ansicht: Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien im Investmentprozess kann Risiken reduzieren und schafft langfristig einen Mehrwert über den reinen Ertrag der Kapitalanlage hinaus.

Eine wichtige Stütze dabei ist die unternehmenseigene Nachhaltigkeitsplattform SIRIS, die den Kollegen im Portfoliomanagement zu vollkommen neuen Möglichkeiten der Nachhaltigkeitsanalyse verhilft. „Seit 2013 fließen in SIRIS umfangreiche Daten von externen Researchhäusern und unseren Analysten zusammen“, sagt Jennifer Paffen, Nachhaltigkeitsanalystin im Portfoliomanagement von Union Investment und gleichzeitig zuständig für die Weiterentwicklung der Plattform.

Nachhaltigkeit individuell definieren

„Wir haben im Jahr 2018 zahlreiche Neuerungen erfolgreich implementiert.“ Eine davon zahlt auf eine sehr konkrete Fragestellung ein: Was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit und wie wirkt sich diese auf den Investmentprozess aus? „Es gibt keine einheitliche Definition dessen, was Investoren oder Anleger unter Nachhaltigkeit verstehen. Deshalb bietet SIRIS seit diesem Jahr unter anderem die Funktion, individuelle Ausschlussfilter zu bauen und live deren Auswirkungen auf das investierbare Universum nachzuverfolgen. Auf diese Weise können sich Nutzer der Plattform ihr Anlageuniversum auf Basis spezifischer Kriterien zusammenstellen und eine informierte Entscheidung zum erwünschten Nachhaltigkeitsfilter treffen. SIRIS bietet dafür eine einzigartige Kombination aus Researchdaten und Erkenntnissen aus Investorengesprächen im Rahmen unseres Engagement-Ansatzes.“

Effektive und effiziente Weiterentwicklung

Um diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, arbeitet Paffen mit einem agilen Lösungsteam zusammen. „Da immer mehr Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen SIRIS nutzen, wächst die Vielfalt neuer Ideen und Anforderungen, die an uns herangetragen werden. Wir versuchen, möglichst viele Vorschläge aufzunehmen und in das System zu integrieren. Die Software muss stetig vorangebracht werden, um State of the Art zu sein. Dabei ist es ein großer Vorteil, dass die Kollegen aus der IT die Bedürfnisse und Anforderungen der Kollegen aus dem operativen Geschäft sehr genau kennen.“

Die richtigen Entscheidungen schnell treffen können

So müsse eine moderne Nachhaltigkeitsplattform in Zeiten von Smart Data weit mehr beinhalten als das bloße Erfassen und Sammeln von Daten. „Eines unserer Ziele ist, die eingepflegten Daten so aufzubereiten, dass sie den Nutzern dabei helfen, die richtigen Entscheidungen schnell treffen zu können. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass SIRIS nicht nur Daten sammelt, sondern diese zu aussagekräftigen Kennzahlen und Scores kombiniert sowie über Grafiken, Charts und andere visuelle Darstellungsformen für den Nutzer schnell erfassbar aufbereitet. Auch in diesem Bereich konnten wir im vergangenen Jahr dank des engen Austauschs zwischen Entwicklern und Anwendern nochmals deutliche Fortschritte erzielen."

Doch das Potenzial an innovativen Ideen und Möglichkeiten sei noch bei Weitem nicht ausgeschöpft – weder auf inhaltlicher noch auf technischer Ebene. „Unser Anspruch bleibt: Wir wollen uns stetig weiterentwickeln, um unsere Vorreiterstellung im Bereich der nachhaltigen Kapitalanlage weiter zu untermauern", blickt Paffen auf die kommenden Aufgaben voraus.

  • Das SIRIS-Projektteam bei der agilen Zusammenarbeit.
  • Das SIRIS-Projektteam bei der agilen Zusammenarbeit.
  • Das SIRIS-Projektteam bei der agilen Zusammenarbeit.
 

Klimaneutrales Immobilienportfolio bis 2050

Neue „Manage to Green“-Strategie weist den Weg

Union Investment will bis 2050 ein nahezu klimaneutrales Immobilienportfolio ausweisen, das alle ihre Immobilienfonds mit Fokus auf gewerbliche Nutzungen abdeckt. Im Rahmen einer ganzheitlichen „Manage to Green“-Strategie wurden die Entwicklungsschritte festgelegt.

Das Pariser Klimaabkommen sieht eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2ºC vor. Nationale Maßnahmenpläne wie der deutsche Klimaschutzplan geben dazu ambitionierte Ziele vor. So stellt sich Union Investment die Frage: Wie lässt sich bis zum Jahr 2050 ein nahezu klimaneutraler Immobilienbestand erreichen?

Die Herausforderung, die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens zu erfüllen, ist groß. In den nationalen Maßnahmenplänen des deutschen Klimaschutzplans sind exemplarisch klare Vorgaben formuliert: So sollen die von Immobilien verursachten CO2-Emissionen bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gesenkt werden, die Endenergieverbräuche um 50 Prozent – beides im Vergleich zum Referenzjahr 1990. Die gesamte Immobilienwirtschaft sieht sich aktuell vor die Frage gestellt, wie sich diese Zielvorgaben mit einer ganzheitlichen Strategie erreichen und wirtschaftlich operationalisieren lassen.

Der starke Einfluss des neu konzipierten SI-Checks auf unsere portfoliostrategische Ausrichtung zeigt, dass wir die Ziele des deutschen Klimaschutzplans sehr ernst nehmen.

Dr. Reinhard Kutscher

Vorsitzender der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate GmbH

Alternative Text

Grundlagen für die neue „Manage to Green“-Strategie geschaffen

Über einen Zeitraum von sechs Monaten hat der Immobilienbereich von Union Investment im Rahmen von zwei ganztägigen Zukunftsworkshops und daraus folgender Projektarbeit die Grundlagen für eine neue „Manage to Green“-Strategie geschaffen. Ein wichtiger Baustein ist die Überarbeitung des 2009 erstmals eingeführten Sustainable Investment Checks (SI-Check). Der SI-Check bemisst die Nachhaltigkeit von angekauften und im Bestand befindlichen Gewerbeimmobilien in Form von sieben Kategorien: Energie, Ökonomie, Ressourcen, Nutzerkomfort, Maßnahmen im Betrieb, Standort sowie Gebäudeautomation. Letztere dient vor allem dazu, den Digitalisierungsgrad eines Gebäudes abzubilden. Außerdem bildet der neue SI-Check die Basis zur Formulierung von Nachhaltigkeits-Grenzwerten, die Objekte und Projektentwicklungen im Ankaufsfall erfüllen müssen.

Eine weitere Besonderheit: Um eine kontinuierliche Verbesserung der Nachhaltigkeits-Performance von Büro-, Einzelhandels-, Hotel- und Logistikimmobilien aufzuzeigen, wird der SI-Check jährlich wiederholt. Immobilien können eine Bewertung zwischen 1,0 und 5,0 erzielen. Nachstehend einige Beispiele von nachhaltigen Gebäuden des Union Investment Immobilienbestandes mit hohen SI-Check-Werten:

  • Bürohaus FIRST, Rotterdam

    Das 31-geschossige Bürohaus FIRST befindet sich in unmittelbarer Nähe des neuen Hauptbahnhofs von Rotterdam und prägt aufgrund seiner Höhe das Panorama am Standort, der an die Innenstadt der niederländischen Metropole anschließt. Die Nachhaltigkeit des Gebäudes wird durch eine BREEAM Excellent-Zertifizierung dokumentiert.
  • Vattenfall-Zentrale, Solna

    Die weltweite Firmenzentrale des staatlichen Energieversorgungskonzerns liegt im neuentwickelten Stadtteil Arenastaden nördlich von Stockholm. In der Umgebung liegen weitere repräsentative Bürogebäude ebenso wie das größte Einkaufszentrum und die größte Multifunktionsarena in Schweden. Nach seiner Fertigstellung erhielt das Objekt den Preis für das beste Green-Building-Gebäude des Jahres in Europa.
  • Büroturm Torre Diagonal Del Mar, Barcelona

    Der nach LEED-Gold zertifizierte Büroturm Torre Diagonal Del Mar befindet sich östlich des Stadtzentrums von Barcelona im dynamischen Stadtteil und beliebten Büroteilmarkt Del Mar. Nur wenige Meter von der Mittelmeerküste entfernt bietet das Gebäude einen großartigen Ausblick.
  • Unternehmenszentrale Akzo Nobel, Amsterdam

    Das moderne Bürohaus ist langfristig an das globale Industrieunternehmen Akzo Nobel vermietet und befindet sich in der Südachse von Amsterdam, einem der gefragtesten Büroteilmärkte in Europa. Die Nachhaltigkeit des Objekts wird durch eine Zertifizierung nach BREEAM Excellent dokumentiert.
  • Bürohaus Uarda 7

    Das Bürohaus Uarda 7 befindet sich in Arenastaden, einem der attraktivsten Büroteilmärkte im Raum Stockholm nordwestlich der schwedischen Hauptstadt. Als Nachweis einer nachhaltigen Gebäudekonzeption hat das Objekt die BREEAM-Zertifizierung Very Good erhalten. Neben begrünten Dachflächen verfügt es unter anderem über eine Photovoltaikanlage und Möglichkeiten zur Wärmerückgewinnung.

360-Grad-Perspektive

Im Rahmen der verabschiedeten „Manage to Green“-Strategie, die einen Zeithorizont bis 2030 verfolgt, wurden neben dem Fernziel bis 2050 weitere messbare Zwischenziele bis 2030 definiert:

  1. Bis ins Jahr 2025 soll ein flächendeckendes Energiemonitoring im gesamten Immobilienportfolio von Union Investment implementiert sein. Ein erstes Pilotprojekt wurde hierzu bereits im Jahr 2018 gestartet.
  2. Im Jahr 2020 soll ein konkretes CO2-Einsparziel für ein Teilportfolio ausgerufen werden, das im Rahmen objektspezifischer Asset-Management-Strategien bis 2030 erreicht werden soll. Perspektivisch wird dieses Einsparziel auf das gesamte internationale Immobilienportfolio übertragen.
  3. Ab dem Jahr 2019 sollen Nachhaltigkeits-Schwellenwerte für den Ankauf von Gewerbeimmobilien gelten.
  4. Die Nachhaltigkeitskommunikation gegenüber institutionellen Kunden und Mietern soll deutlich verstärkt werden. Basis dafür soll unter anderem ein gesondertes Nachhaltigkeitsreporting sein, das sich an den Interessen der beiden Zielgruppen ausrichtet.

Die 360-Grad-Perspektive der „Manage to Green“-Strategie ist nicht nur wegweisend für die Umsetzung der eigenen Unternehmensziele. Sie dient auch dazu, sich vorausschauend auf steigende klimapolitische Ansprüche einzustellen.

Unternehmen in unserer Lieferkette profitieren von unseren Hinweisen auf Potenziale bei der Nachhaltigkeit. Meist zielen diese auf Verbesserungen im Kerngeschäft selbst ab – und die haben wiederum einen Return on Investment für unsere Partner.

Inga Tipp

Mitarbeiterin strategischer Einkauf

Schritt für Schritt zu mehr Nachhaltigkeit

Er hat es geschafft: Vom einfachen Angestellten bis in die Chefetagen großer Konzerne, jeder trägt ihn inzwischen, den Sneaker. Bei der Union Investment Privatfonds GmbH wird er bald als limitiertes Sondermodell Neukunden erfreuen. Grund genug, den Hersteller einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

„Als die Kollegin aus dem Privatkundensegment mir sagte, dass es einen Sneaker als limitiertes Sondermodell geben wird, wusste ich sofort, dass wir uns den Hersteller auch mit Blick auf eine nachhaltige Lieferkette anschauen sollten“, erinnert sich Inga Tipp aus dem strategischen Einkauf von Union Investment. Die Textilbranche bringt hohe Reputationsrisiken mit sich. In der Lieferkette von Union Investment negative Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft zu vermeiden, das ist eine der Aufgaben, die Inga Tipp und ihre Kollegen aus dem strategischen Einkauf tagtäglich erledigen.

Alternative Text
Inga Tipp, strategischer Einkauf von Union Investment, prüft neben ökonomischen auch ökologische und soziale Aspekte in der Lieferkette von Union Investment.

Bei einer geplanten Kooperation mit hohem Nachhaltigkeitsbezug wie dem Sneaker war klar: Bei den Vertragsverhandlungen mit dem Hersteller adidas ging es nicht nur um ökonomische Aspekte. Auch ökologische und soziale Themen wie Arbeitsbedingungen in der Lieferkette, Einhaltung von Menschenrechten und die ökologische Unbedenklichkeit der verarbeiteten Materialen waren Inga Tipp wichtig.

Schritt 1: Die nachhaltige Lieferkette

„Wir haben seit 2010 Nachhaltigkeitskriterien in unseren Einkaufsrichtlinien verankert und daher etablierte Prozesse, mit denen wir unsere Lieferanten prüfen“, erklärt Tipp. Bei Lieferanten fragt sie im Rahmen einer Selbstauskunft konkrete Nachweise mit Blick auf Nachhaltigkeitskriterien an. Zudem prüft sie anhand von öffentlich zugänglichen Dokumenten wie etwa Nachhaltigkeitsberichten, Webauftritten der Unternehmen oder externer Berichterstattung. Auch ein Austausch mit anderen strategischen Einkäufern aus Unternehmen der genossenschaftlichen Finanzgruppe kann bei der Bewertung hilfreich sein.

Ist ein Unternehmen als Lieferant aufgenommen und besitzt Nachhaltigkeitsrelevanz, wird der regelmäßige Austausch mit den Lieferanten selbst essenziell. Das geschieht auch bei Besuchen vor Ort: „Ziel der Gespräche ist es, gemeinsam konkrete Verbesserungsmöglichkeiten zu formulieren – etwa geeignete Zertifizierungen anzustreben – und diese Entwicklung dann in den jährlich stattfindenden Lieferantenentwicklungsgesprächen nachzuhalten“, sagt Tipp.

Schritt 2: Lieferkette trifft Kerngeschäft

Bei großen Lieferanten, wie im Falle von adidas, holt Tipp auch die Expertise von Kollegen aus dem Portfoliomanagement ein, die Unternehmen ebenfalls durchleuchten: Gemeinsam mit Janne Werning, ESG-Analyst bei Union Investment, recherchierte sie im Sustainable Investment Research Information System (SIRIS) von Union Investment, wie es um die Reputation des Kooperationspartners bestellt ist.

Alternative Text
Janne Werning, ESG-Analyst im Portfoliomanagement von Union Investment, kennt die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und aufsichtsrechtlichen Hintergründe von Unternehmen

adidas kannte Werning auch aus persönlichen Gesprächen mit Unternehmensvertretern. Denn als aktiver Aktionär suchen die Portfoliomanager von Union Investment den direkten Dialog mit der Führung der Unternehmen, in die investiert wird. „Wir pflegen diesen Austausch im Rahmen unserer UnionVoice-Aktivitäten, weil wir ein besseres Bewusstsein für die Wichtigkeit von nachhaltigen Geschäftsmodellen schaffen und stärkere Corporate-Governance-Strukturen in Unternehmen fördern wollen“, erklärt Werning. „Unser Ziel ist es, Eventrisiken, regulatorische und Reputationsrisken zu minimieren“, sagt er. Dabei führt der Weg nicht nur in den Hauptsitz von adidas nach Herzogenaurach, sondern auch in die ganze Welt:

  • Engagement-Aktivitäten im Rahmen von UnionVoice 2018

    Die zehn Länder mit den meisten Engagement-Aktivitäten (in Prozent)

  • Aufteilung der UnionVoice-Aktivitäten 2018 nach Sektor (in Prozent)

Zieleinlauf: Nachhaltigkeit auf allen Ebenen

Inga Tipp und Janne Werning betrachten die Nachhaltigkeit von Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln, im Falle von adidas sind sich beide einig: „Das Unternehmen hat in Sachen Corporate Governance und Nachhaltigkeit seit Beginn unserer Gespräche 2005 enorme Fortschritte gemacht“, so Werning. Im Jahr 2014 konnten sich Portfoliomanager von Union Investment sogar vor Ort in der Produktion in Jakarta ein Bild von den Arbeitsbedingungen machen. „Die Fortschritte seit Beginn der Gespräche sind erkennbar“, bestätigt er.

Dass der Austausch im Rahmen von Lieferantengesprächen oder Engagement eine gute Sache ist, da sind sich ebenfalls beide einig: „Den Unternehmen ist daran gelegen, von uns angesprochene Dinge anzugehen, denn es sind Hinweise auf Verbesserungen im Kerngeschäft selbst – und die haben wiederum einen Return on Investment“, sagt Tipp.

Zwei Fragen an Herrn Sebastian Steffen, Head of Investor Relations adidas

Alternative Text

Herr Steffen, welchen Nutzen zieht adidas aus den Gesprächen im Rahmen der Engagement-Aktivität von Union Investment?

adidas bemüht sich seit Langem um nachhaltiges Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette. So gelang es uns, recycelbare Materialien in Garn zu verwandeln, um es in Millionen unserer Produkte einzusetzen. Damit tun wir Gutes für die Umwelt und generieren dabei finanziellen Mehrwert für unser Unternehmen. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit in Investor Relations ist das Schaffen von Transparenz zum Thema Nachhaltigkeit. Da es für die Nachhaltigkeitsberichterstattung keine allgemein akzeptierten Richtlinien gibt, schätzen wir den Dialog mit einem Vorreiter auf dem Gebiet des nachhaltigen Investments, der Union Investment, sehr. So können wir besser einordnen, welche Inhalte und Kennzahlen für Investitionsentscheidungen relevant sind. Und letztlich können wir so in dem wenig regulierten Feld der Berichterstattung gemeinsam an Best-Practice-Lösungen arbeiten.

Welche Maßnahme, die umgesetzt wurde, war bei der Umsetzung mit der größten Herausforderung verbunden?

Die Zusammenlegung unserer finanziellen und nicht-finanziellen Inhalte in nur einem Geschäftsbericht war nicht ganz einfach, und dafür haben wir letztens auch Lob und Anerkennung von Union Investment bekommen. Aber auch Themen wie die Optimierung des Monitorings unserer komplexen Beschaffungskette oder die Skalierbarkeit in der Herstellung von Schuhen aus recycelten Materialien beschäftigen uns weiterhin.

Nur gemeinsam können wir die Finanzbildung in Deutschland verbessern.

Martin Reimund

Themenverantwortlicher bei Union Investment

Finanzbildung – gemeinsam mehr erreichen

Das Thema finanzielle Bildung hat bei vielen einen schweren Stand. Nicht nur, dass sich die Menschen ungern mit dem Thema beschäftigen, oft fehlt es auch an dem notwendigen Wissen. Umso wichtiger also, Finanzbildung auf die Agenda zu heben und in den Köpfen der Menschen zu verankern.

Union Investment engagiert sich bereits seit mehreren Jahren für das Thema Finanzbildung. 2018 fand eine Finanzbildungskonferenz in Berlin statt, zu der Bankberater aus der genossenschaftlichen Finanzgruppe, Wissenschaftler, Lehrer, Schüler, Journalisten, Verbraucherschützer, Politiker und Vertreter aus der Wirtschaft geladen waren. Erstmals trafen so viele verschiedene Interessengruppen unter dem Dach der genossenschaftlichen FinanzGruppe zusammen, um ein Thema voranzubringen, dem sich die Teilnehmer bislang aus verschiedenen Perspektiven genähert hatten.

Gemeinsam wurde über den aktuellen Stand der finanziellen Bildung diskutiert und das Netzwerk weiter gestärkt. Denn eines ist klar: „Nur gemeinsam können wir die Finanzbildung in Deutschland verbessern. Darum ist der Austausch untereinander Kern unseres Engagements“, sagt Martin Reimund, Themenverantwortlicher bei Union Investment.

Den Worten Taten folgen lassen

Die Teilnehmer der Konferenz hatten teils schon eigene Projekte initiiert, um die finanzielle Bildung in ihrer Region zu fördern, teils war auch die Finanzbildungskonferenz der entscheidende Anstoß, um selbst aktiv zu werden.

Carsten Graf, Vorstandssprecher der PSD Bank Braunschweig eG

„Wir unterstützen schon seit vielen Jahren Projekte bei der Braunschweiger Bürgerstiftung. Die Studienergebnisse von Union Investment haben wir zum Anlass genommen, mit der Bürgerstiftung in den Austausch zum Thema Finanzbildung zu treten“, sagt Carsten Graf, Vorstandssprecher der PSD Bank Braunschweig eG. Das Thema ist dort auf so fruchtbaren Boden gefallen, dass die Bürgerstiftung mit dem „Haus der Wissenschaft“ der Technischen Universität Braunschweig eine Experten-Datenbank entwickeln wird. Hierüber haben Lehrer künftig die Möglichkeit, Experten zu Themen wie Finanzbildung, Verbraucherschutz oder Wirtschaft in die Schulen einzuladen. „Die Bürgerstiftung und die PSD Bank haben viele Kontakte zu den hiesigen Schulen, die genutzt werden. Auch finanziell werden wir uns an der Datenbank beteiligen“, ergänzt Graf.

Der gute Kontakt zu den Schulen ist dem jahrelangen Engagement der PSD Bank zu verdanken. Mit den Projekten „Ideen machen Schule“ und „MediaCampus der Braunschweiger Zeitung“ unterstützt die PSD Bank seit vielen Jahren Projekte an Schulen. Bei „Ideen machen Schule“ werden kreative Schulprojekte ausgezeichnet, die dazu beitragen, dass digitale Medien in den Unterricht eingebunden und moderne Kommunikationsmittel wie Blogs, Online-Communitys, Chats oder Videokonferenzen genutzt werden. Graf: „Die Projekte zeigen, dass in unseren Schulen viele Ideen schlummern. Wenn Schüler, Eltern und Lehrer Hand in Hand arbeiten, lässt sich viel bewegen. Schule lebt von engagierten Menschen. Die Schüler zeigen bei der Umsetzung ein hohes Maß an Sozialkompetenz. Darum fördern wir gerne Projekte, die im normalen Schulalltag zu kurz kommen würden.“

Beim Projekt „MediaCampus der Braunschweiger Zeitung“ unterstützt die PSD Bank Lehrkräfte bei der Vermittlung von Medienkompetenz im Unterricht – und zwar crossmedial und in fast allen Fächern. Hier werden den Schülern Rechercheaufgaben gestellt, die sie mithilfe von Print- und Onlinemedien lösen müssen. Wie funktioniert ein Bankautomat? Wozu brauchen wir Geld? Oder wie wird die Zukunft des Zahlungsverkehrs aussehen? Dies sind nur einige der Rechercheaufgaben, welche den Schülern gestellt werden. „Für uns ist die Digitalisierung Chance und Herausforderung zugleich. Darum fördern wir den Umgang mit den digitalen Medien. Das Thema Finanzbildung spielt auch hier eine Rolle. Die Schüler kommen so nicht nur mit dem Thema in Berührung, sondern erinnern sich im Idealfall später, wie und wo sie fundierte Informationen finden können.“

Schülergenossenschaft GENOWA

Ökonomische Zusammenhänge werden an der Felix-Nussbaum-Oberschule in Walsrode nicht nur theoretisch gelehrt, sondern in den Schülerfirmen in der Praxis erprobt: Bereits seit 2013 vereint die Schülergenossenschaft GENOWA mehrere Schülerfirmen unter einem Dach.

Eine starke Gemeinschaft zeichnet die Schülergenossenschaft aus. Darum lag es für die GENOWA auch nahe, sich beim Thema Nachhaltigkeit verstärkt einzusetzen. Seit dem Geschäftsjahr 2018/2019 vertreibt die Schülergenossenschaft nachhaltige Produkte aus Burkina Faso. Auch bei dieser Kooperation verlieren die Schüler die Wirtschaftlichkeit nicht aus dem Blick: „Die Schüler agieren als Geschäftsführer, müssen also die Einnahmen den Ausgaben gegenüberstellen, Rechnungen begleichen und Inventur führen“, sagt Sabine Knittl, Lehrerin an der Felix-Nussbaum-Oberschule. „So erleben und erlernen die Schüler ganz praktisch, was Wirtschaft bedeutet.“ Neben der Praxiserfahrung erhalten die Schüler in Veranstaltungen und Seminaren ein fundiertes theoretisches Wissen in Sachen Finanzbildung. Sabine Knittl: „Da die Jugendlichen dieses Wissen direkt in ihren Schülerfirmen einsetzen können, sind selbst Themen wie Buchhaltung oder die Erstellung eines Jahresabschlusses spannend. Entscheidend ist die Verbindung zum Alltag, um das Interesse der Schüler zu wecken.“

Ein besonderes Highlight 2018 war der Besuch des Bundespräsidenten a.D. Christian Wulff an der Felix-Nussbaum-Oberschule. Bei dieser Gelegenheit lernte er die Schülergenossenschaft kennen und die GENOWA gewann mit dem ehemaligen Bundespräsidenten ein prominentes Genossenschaftsmitglied.

Dominik Deinert, Lehrer Raiffeisen-Campus

„Bei uns ist der Name Programm: Als Raiffeisen-Campus ermutigen wir unsere Lernenden, zu entdecken, was in ihnen steckt. Neben der persönlichen Entwicklung gehört hierzu unter anderem auch die ökonomische Bildung. Ab der achten Klasse bieten wir das Fach Wirtschaft an. Und in der Schülergenossenschaft erfahren die Lernenden ganz praktisch, was es heißt, ökonomisch zu handeln. Als Union Investment mit dem Thema Finanzbildung auf uns zukam, waren wir direkt begeistert und haben uns, inspiriert durch den Austausch, Gedanken gemacht, wie wir unsere Schüler noch besser auf die finanziellen Herausforderungen des Erwachsenenlebens vorbereiten können. Entstanden daraus sind zwei Initiativen: Wir werden beim nächsten Projekttag den Workshop „Fit for Finance – Vorbereitung auf finanzielle Fragen nach dem Abitur“ anbieten. Außerdem haben wir mit unseren Achtklässlern die Erlebnisausstellung von Union Investment besucht, wo sie Themen wie Risiko oder den Zinseszins haptisch erfahren konnten.“

Ausblick

Auch in Zukunft werden wir uns bei Union Investment weiter intensiv um das Thema kümmern und uns einbringen – mit weiteren Studien, dem Ausbau des Netzwerks sowie Initiativen, die wir gemeinsam mit den Genossenschaftsbanken umsetzen werden“, sagt Martin Reimund. Denn die finanzielle Bildung in der Bevölkerung zu fördern ist nichts, was über Nacht gelingt.

Ein wichtiger Baustein wird hier ein Schülerwettbewerb sein: Um das Thema Finanzbildung weiter voranzubringen, plant Union Investment, mit Partnern aus der genossenschaftlichen FinanzGruppe für Lehrkräfte und Schulklassen Unterrichtseinheiten zu ausgewählten Themen aus dem Bereich „Finanzwissen“ zu entwickeln.

 

Sparpläne aktiv zum Thema machen

Ob Vermögensaufbau oder -strukturierung – Fondssparpläne bieten Lösungen für die Lebens- und Sparziele unserer Kunden. Daher machen wir sie aktiv zum Thema.

Peter Schehl

Bereichsleiter Privatkundenbank der VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau eG

„Irgendwann braucht jeder mal Geld – und dann ist es gut, wenn was da ist“, sagt Peter Schehl, Bereichsleiter Privatkundenbank der VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau eG. Dafür, dass ‚was da ist‘, sieht sich die VR Bank in der Verantwortung und hat aus diesem Grund Fondssparpläne in den Mittelpunkt einer Vertriebskampagne gestellt.

„Viele Kunden kommen nicht direkt mit einem konkreten Sparziel in unsere Beratungsgespräche, sondern eher mit einem Gefühl. Einem Gefühl von Unsicherheit. Sie haben viele Fragen im Kopf, die ihre Finanzen betreffen: Wie geht es weiter mit der Inflation, wie kann ich etwas für meine Altersvorsorge tun, wie fürs Studium sparen oder auch: Wie gelingt es, eine Notfallreserve aufzubauen? Für alle diese Fragen brauchen sie Antworten. Und diese erarbeiten unsere Berater beim Vermögenscheck gemeinsam mit dem Kunden“, beschreibt Peter Schehl von der VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau die Situation vieler Kunden. Insbesondere Sparpläne sind eine gute Lösung, denn damit gelingt der Vermögensaufbau in kleinen Schritten – und das schon mit Beträgen ab 25 Euro monatlich. „Daher haben Fondssparpläne bei unserer Marktbearbeitung im vergangenen Jahr eine zentrale Rolle gespielt“, erklärt Stephan Zepp, Bereichsleiter Vertriebsmanagement bei der VR Bank. „Wir haben unsere Kunden nach einem zuvor gemeinsam mit den Geschäftsstellen und Regionalmärkten erarbeiteten Konzept ganz aktiv angesprochen“, erläutert er weiter.

Dabei war die Bank sehr erfolgreich und konnte den Bestand der Sparpläne im Jahr 2018 um über 30 Prozent steigern. Insbesondere bei jungen Menschen konnten die Berater an der südlichen Weinstraße und im Wasgau besonders punkten. Und so gelang es, bei Kunden in der Altersgruppe bis 18 Jahre die Zahl der Fondssparpläne um 49 Prozent zu steigern. Bei den 18- bis 29-Jährigen wurde ein Plus von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. Aber nicht nur die Stückzahl wurde gesteigert, sondern auch die Höhe der durchschnittlichen monatlichen Sparrate stieg im Jahr 2018 von 145 Euro auf 200 Euro.

Gemeinsamer Vertriebserfolg aller Regionalmärkte

Nach der Fusion zu unserer heutigen Bank im Jahr 2017 war dies eine der ersten gemeinsamen Vertriebserfolge, die wir alle zusammen erreicht haben“, betont Vertriebsexperte Zepp. „Dabei haben wir bei den Geschäftsstellen und Regionalmärkten eine ungeheure positive Dynamik erlebt, ja beinahe ein Vertriebsfeuerwerk gezündet“, freut sich Privatkundenchef Schehl. Gründe für den Erfolg gibt es mehrere, sind sich beide sicher: „So haben unsere Berater zwar alle eine gewisse Affinität für das Thema Wertpapiere, Investmentfonds und Sparpläne. Diese intrinsische Motivation aber mit entsprechenden Bildungsmaßnahmen und Coachings zu unterfüttern, ist definitiv ein Rezept, um den Vertrieb nach vorne zu bringen“, betonen sie. „Aber auch Hilfsmittel wie die Erlebnisausstellung Finanzanlage von Union Investment helfen, unsere Berater für bestimmte Fragen zu sensibilisieren, mit denen die Kunden zu uns in die Bank kommen“, sagt Schehl.

Fondssparpläne sind eine sichere Ertragsquelle

Aus Sicht von Vertriebsvorstand Bernd Lehmann sind Fondssparpläne auch für die Einnahmenseite der Bank eine wichtige Säule, kann sie sich doch auf fixe Provisionen aus bestehenden und neuen Beständen verlassen. „Aber der feste Ertrag aus Fondssparplänen ist das eine. Das andere ist die Möglichkeit, uns unseren Kunden in der Beratung als ihr aktiver Finanzbegleiter und kompetenter Ansprechpartner zu präsentieren“, bestätigt Lehmann. „Denn wir wissen, dass ein Kunde, der beraten ist, der Beratung erlebt, der loyalere Kunde und weniger abwanderungswillig ist“, ergänzt er. Extrem wichtig sei jedoch eine qualitativ hochwertige, ganzheitliche Beratung und eine aktive Ansprache, sobald Bedarfe festgestellt werden.

Anlegerbefragung belegt Handlungsbedarf bei Sparern

Dass diese aktive Ansprache in vielen Fällen notwendig ist, belegen auch Anlegerbefragungen von Union Investment. So kennen zwar mehr als acht von zehn Sparern (84 Prozent) Fondssparpläne als Möglichkeit zum Vermögensaufbau. Allerdings nur gut jeder Dritte hat bislang in Erwägung gezogen, monatlich einen festen Betrag in Investmentfonds anzulegen. Bei ihren Spargewohnheiten möchten die meisten bei Altbewährtem bleiben, so zum Beispiel beim Sparbuch oder Tagesgeld. „Auch wenn die Zahlen zeigen, dass sich die Menschen mit ihrem Sparverhalten langsam zeitgemäßen Lösungen öffnen, bleibt bei der Wahl ihrer Mittel vieles beim Alten. Hier lassen die Sparer viel Potenzial liegen, könnten aber sicherlich gemeinsam mit einem Berater als Impulsgeber für eine Evolution des Sparens effizientere Wege beschreiten“, bestätigt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment.

  • Die Mehrheit der Deutschen spart nach wie vor mit dem Sparbuch

  • Viele Sparer kennen sich mit Fondssparplänen nur grob aus

  • Der Aufbau eines finanziellen Polsters steht für mehr als die Hälfte der Sparer im Fokus

VermögenPlus: Die genossenschaftliche Fondsvermögensverwaltung

Die neue Vermögensverwaltung ist eine Rundum-Lösung für die Geldanlage.

Gabriel Placentra

Leiter der Gruppe Online-Handel und Beratungslösung in der Abteilung Digitale Vertriebswege

Privates Vermögen sichert den Anlegern wertvollen, persönlichen Freiraum. Mit VermögenPlus können Banken diesen Anlegern ab 2019 eine moderne Vermögensverwaltung anbieten.

Das Geldvermögen privater Haushalte in Deutschland wächst weiter. Zwischenzeitlich dürfte es auf rund 6,2 Billionen Euro angestiegen sein – und das trotz niedriger Zinsen und schwacher Börsen. Die Tendenz zeigt deutlich: Die Deutschen legen weiterhin viel Geld auf die hohe Kante. Regelmäßig besteht nach Angaben der Deutschen Bundesbank jedoch über 40 Prozent des Vermögens aus Bargeld oder liegt auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten mit kaum nennenswerter Verzinsung. Kommt noch die Inflation hinzu, sind die Renditen meist negativ. Ein passender Zeitpunkt also, Anleger mit einer adäquaten und einfachen Vermögensverwaltung bei der Strukturierung ihres Vermögens zu unterstützen. Dies können die Volksbanken Raiffeisenbanken ab 2019 mit einer eigenen Vermögensverwaltung bieten – die Lösung heißt VermögenPlus. Entwickelt von Union Investment ermöglicht sie den Banken eine Erweiterung ihres Produktportfolios für das gehobene Kundensegment.

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VermögenPlus steht für eine Rundum-Lösung der modernen Vermögensverwaltung.

„VermögenPlus ist kein Robo-Advisory-Produkt wie MeinInvest, obwohl es auf der gleichen Plattform fußt, sondern eine klassische Vermögensverwaltung in Investmentfonds für das gehobene Kundensegment – und vorerst ausschließlich stationär bei der Genossenschaftsbank vor Ort abzuschließen“, erklärt Gabriel Placentra, Leiter der Gruppe Online-Handel und Beratungslösung in der Abteilung Digitale Vertriebswege bei Union Investment. Als fachlicher Projektleiter begleitet er seit mehreren Jahren die Entwicklung der Vermögensverwaltungsplattform. „Union Investment ist für die Volksbanken Raiffeisenbanken dabei der starke Partner im Hintergrund, der alle notwendigen Dienstleistungen erbringt. Sei es die Depotführung, die eigentliche Finanzportfolioverwaltung, die Archivierung von Dokumenten, die Erstellung von Berichten und Reportings oder anderes mehr. All das übernimmt die Vermögensverwaltungsplattform von Union Investment für die Bank, damit diese sich allein auf die Beratung konzentrieren kann“, erläutert er.

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Das Herzstück von VermögenPlus sind die drei verschiedenen Portfolios, die dem Kunden je nach Risikoneigung zur Verfügung stehen. Die Portfolios enthalten aktiv gemanagte Multi Asset Fonds, in welche die Expertise des Union Investment Committees einfließt, und börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Die sorgfältig ausgewogene Mischung aus verschiedenen Wertpapieren wird dabei aktiv durch Experten von Union Investment gesteuert.

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Das Herzstück von VermögenPlus bilden drei verschiedene Portfolios.

Da es sich bei VermögenPlus um eine White-Label-Lösung handelt, legt die Bank den Rahmen selbst fest. Sei es der Mindestanlagebetrag oder der Preis, alles liegt im Ermessen der Bank. „Daher ist VermögenPlus eine Lösung für Banken aller Größen und Ertragslagen“, betont Placentra. Dennoch sind natürlich im Vorfeld wichtige Voraussetzungen für die Implementierung zu schaffen: „Das sind neben den technischen Gegebenheiten vor allem auch strategische Fragestellungen, die es zu klären gilt“, sagt der Anwendungsexperte. „Dazu gehört vor allem die Positionierung des Produkts in den Vertriebskanälen der Bank.“, fügt Placentra hinzu.

Wir geben unserer Partnerbank ein Rundum-Glücklich-Paket und halten ihr damit den Rücken frei für ihre Kernaufgabe: die genossenschaftliche Beratung.

Gabriel Placentra

Leiter der Gruppe Online-Handel und Beratungslösung in der Abteilung Digitale Vertriebswege

Darüber hinaus sollten die Berater für VermögenPlus geschult werden. „Doch für all die genannten Herausforderungen steht Union Investment mit konkreten und zahlreichen Unterstützungsleistungen für die Volksbanken Raiffeisenbanken parat. Von Implementierungsworkshops durch unseren Außendienst bis hin zu vielfältigen Vermarktungsunterlagen stellen wir entsprechende Pakete zur Verfügung“, betont Placentra. Damit können die Genossenschaftsbanken ihren Fokus darauf legen, ihre Kunden und deren Vermögen langfristig zu begleiten. Und zwar ganz im Sinne unserer genossenschaftlichen Grundsätze – partnerschaftlich, professionell und ganzheitlich.

Unterstützend wartet VermögenPlus mit zeitgemäßen, digitalen Services für Kunden und Berater auf: Das Dashboard ermöglicht nicht nur den Einblick in die Geldanlage, sondern zeigt dem Anleger auch die Aktivitäten des Portfolios. Berater können ihren Kunden zudem über das Serviceportal mit einem umfangreichen Funktionsumfang das bestmögliche Beratungs- und Serviceerlebnis bieten.

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Ansicht aus dem aktuellen Prototypen für die digitale Beratungsstrecke.

Wir können uns so auf mehrwertstiftende Arbeit fokussieren, bei der die Stärken und Talente der Mitarbeiter voll zum Tragen kommen!

Patrick Roll

Abteilungsleiter der Segmentsteuerung Fondsdienstleistungen

Arbeit 2.0

Die Zeiten, in denen ein Arbeitsplatz mit einer Schreibmaschine und einem Telefon ausgestattet war, sind lange vorbei. Heute sehen nicht nur die Arbeitsplätze anders aus, auch die Art des Arbeitens hat sich gewandelt.

Kaum ein anderer Lebensbereich ändert sich so schnell wie das Arbeitsumfeld. Vor allem die Digitalisierung hat auf die Vorspultaste gedrückt. Arbeitsplatzkonzepte spiegeln die neue Art des Arbeitens wieder und die zunehmende Automatisierung von Prozessen ändert das Aufgabenspektrum der Mitarbeiter. Die Transformation der Arbeit wird bei Union Investment durch Digitalisierung effizient und effektiv gestaltet. Ein Kernelement hierbei: Robotic Process Automation.

Robotic Process Automation (RPA):

RPA ist eine Softwaretechnologie, die systemübergreifende Prozessautomatisierungen ermöglicht. Anders als bereits bekannte Automatisierungslösungen setzt RPA nur an der Benutzeroberfläche von Systemen an, indem diese automatisiert bedient werden. Die größten Vorteile von RPA sind schnelle Umsetzbarkeit, einfache Bedienbarkeit und hohe Flexibilität durch Systemunabhängigkeit. Der Einsatz von RPA eignet sich insbesondere für strukturierte und stark standardisierte Prozesse mit hohem Prozessvolumen. Typische Aufgaben umfassen das Suchen, Sammeln, Zusammenfassen und Aktualisieren von Daten.

Dem Mehr an Arbeit gerecht werden

Über vier Millionen Kunden haben Union Investment ihr Vertrauen geschenkt. Dieses Vertrauen geht mit einem zunehmenden Investitionsvolumen einher. „Diese kontinuierlich positive Entwicklung gelingt uns nur durch einen hohen Leistungsanspruch, dem wir trotz zunehmender externer und interner Anforderungen gerecht werden“, sagt Patrick Roll, Abteilungsleiter der Segmentsteuerung Fondsdienstleistungen. Regulatorik oder neue Technologien sind hier nur zwei Schlagworte.

„All diese Anforderungen führen auf der Ebene der Mitarbeiter zu einem Mehr an Arbeit“, sagt Patrick Roll. Um in diesem Kontext eine nachhaltige Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit sowie Prozessqualität sicherstellen, und gleichzeitig die Mitarbeiter genau da zu entlasten, wo es sinnvoll ist, setzt Union Investment unter anderem RPA ein. Roll: „Mit dem Einsatz von RPA sollen Geschäftsprozesse beschleunigt, Fehlerpotenziale reduziert und Freiräume geschaffen werden, die für den Fokus auf komplexe Aufgaben mit hohem Kundennutzen eingesetzt werden. Davon erhoffen wir uns, neben der Entlastung von an sich monotonen Aufgaben, auch ein verbessertes Kundenerlebnis.“

Seit 2017 wird im Segment Fondsdienstleistungen in einem Pilotprojekt RPA eingesetzt. Mit Projektende im Januar 2019 und dem Abschluss von Betriebsvereinbarungen ist nun der Weg frei für einen weiteren Einsatz im Unternehmen.

Bedeutet die Automatisierung von Prozessen die Entlastung der Mitarbeiter, geht damit ebenso automatisch die Sorge einher, dass Arbeitsplätze wegfallen. Roll: „Neben den zahlreichen Vorteilen wurden vereinzelt Bedenken geäußert, dass angestammte Tätigkeiten automatisiert werden. Umso wichtiger war es daher, das Thema in der Organisation vorzustellen und ausführlich mit dem Betriebsrat zu besprechen. Unser Ziel ist es nicht, Mitarbeiter durch RPA zu ersetzen, sondern sie vielmehr zu entlasten. Wir können uns so auf mehrwertstiftende Arbeit fokussieren, bei der die Stärken und Talente der Mitarbeiter voll zum Tragen kommen.“

Für die Mitarbeiter verändert sich durch RPA mitunter das Arbeitsspektrum – weg von monotoner Arbeit, hin zu anspruchsvolleren Aufgaben, wo ihr Fachwissen nutzenstiftend eingesetzt wird. „Die Transformation der Arbeit verlangt eine gewisse Beweglichkeit auf Seiten der Mitarbeiter und bringt für uns als Unternehmen auch die Verantwortung mit sich, auf dem Weg niemanden zurück zu lassen und etwa Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten“, betont Roll.

Anforderungen an den Arbeitsplatz

Nicht nur die Mitarbeiter, auch das Arbeitsumfeld muss sich auf die geänderten Rahmenbedingungen einlassen. Das Thema „neue Arbeitswelten“ beschäftigt Union Investment darum intensiv. Aufgaben und Arbeitsweise der Mitarbeiter unterscheiden sich von Einheit zu Einheit und innerhalb der Einheiten teilweise noch von Mitarbeiter zu Mitarbeiter. Hierauf muss ein modernes Bürokonzept eingehen und neben den Standardarbeitsplätzen auch Orte für konzentriertes Arbeiten, aber auch für konzeptionelles und kreatives Arbeiten mit Raum für Teamarbeit bieten. „All das haben wir bei der Erstellung der neuen Arbeitsplatzkonzepte berücksichtigt, um für die Mitarbeiter ein ideales Arbeitsumfeld zu schaffen“, sagt Axel Meyermann, Allgemeine Verwaltung.

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Ein ideales Arbeitsumfeld und Bürokonzept für jede Tätigkeit – das hat sich Axel Meyermann, Allgemeine Verwaltung bei Union Investment, zum Ziel gesetzt.

Die Transformation der Arbeit findet bei Union Investment auf mehreren Ebenen statt – hat aber ein übergeordnetes Ziel: durch eine robust aufgestellte Union Investment die bestmögliche Leistung für die Kunden zu gewährleisten. Heute und in Zukunft.

Ich liebe Herausforderungen und nehme diese gern an.

Oksana Zeqiri

Gruppenleiterin im Kundenservice von Union Investment

Der Wille zur Weiterentwicklung

Mit viel Eigeninitiative und der Unterstützung des Unternehmens hat es Oksana Zeqiri geschafft und leitet heute ein 13-köpfiges Team im Kundenservice von Union Investment.

„Ich liebe Herausforderungen“, sagt Oksana Zeqiri und ein Blick auf ihren Werdegang gibt ihr recht. Vor dreizehn Jahren kam sie nach ihrer Banklehre als Sachbearbeiterin ins Beschwerdemanagement des Kundenservices von Union Investment. Ein Jahr später sah Zeqiri am schwarzen Brett einen Aushang, der eine Ausbildung zum Investmentfachwirt an der Frankfurt School of Finance & Management bewarb. Sie fragte ihren damaligen Vorgesetzten, ob ihr diese Möglichkeit auch offenstände, bekam grünes Licht und begann mit dem berufsbegleitenden Studium. Jeden Samstag saß sie in der Uni und unter der Woche musste neben dem Job gelernt werden. Obendrauf wurde sie schwanger und parallel begannen sie und ihr Mann den Traum vom Eigenheim zu verwirklichen. Ein hohes selbstauferlegtes Pensum, aber Zeqiri hatte den Mut und den Willen und meisterte Studium, Job, Nachwuchs und Hausbau.

Unterstützung und Vertrauen

„Für mich war von Beginn an klar, dass ich das Studium nutzen will, um mich beruflich weiterzuentwickeln.“ Es folgten interne und externe Weiterqualifizierungen als Qualitätsmanager, systemischer Coach, Business Moderator und eine Ausbildung zum Fachtrainer. „Alle meine Fortbildungen beruhten auf Eigeninitiative. Ich bin nicht der Typ, der darauf wartet, dass jemand auf mich zukommt und mich fragt. Dazu ist meine intrinsische Motivation zu groß“, berichtet Zeqiri. „Ich hatte aber immer die volle Unterstützung und das Vertrauen meiner Vorgesetzten und des Unternehmens, sonst wäre das so nicht möglich gewesen.“

Neue Felder erschließen

Vor gut vier Jahren bekam Zeqiri dann die Chance, die Leitung einer Gruppe zu übernehmen. Sie und ihr Team kümmern sich um telefonische Anfragen von Endanlegern und Partnerbanken rund um die Themen UnionDepot und Riester-Rente. Sie kannte sich zwar sehr gut mit Riester-Angelegenheiten aus, war bis dahin jedoch nur für die Qualität der Korrespondenzthemen im Kundenservice tätig. Neben der Einarbeitung in die Führungsrolle musste sie sich also fachlich noch das Tätigkeitsfeld Telefonie aneignen. „Da kam mir meine Wissbegier zugute. Mich interessieren neue Aufgaben und es fällt mir leicht, schnell in fremde Themen reinzukommen.“ Wie das funktioniert? Zeqiri erläutert: „Ich arbeite mich eigenständig intensiv in neue Themen ein, beobachte viel und frage aktiv bei Kollegen nach, ob sie mir für bestimmte Situationen Rat geben können.“

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„Es ist nicht immer einfach, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, aber es ist möglich“, erklärt Oksana Zeqiri.

Familie und Beruf unter einem Hut

Vor zwei Jahren erhielt Zeqiri ein Stipendium für das SYNK Group Young Women Leadership-Programm. Eine große Auszeichnung, denn im Auswahlprozess musste sie sich branchenübergreifend gegen ihre Mitbewerberinnen durchsetzen. „Aus den Workshops des Programms konnte ich viele wertvolle Impulse für mich und meine Arbeit mitnehmen“, berichtet Zeqiri. Und die nächste Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten. Im letzten Jahr gab es erneuten Zuwachs für Familie Zeqiri. „Es ist nicht immer einfach Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, aber es ist möglich.“ Dank der Unterstützung ihrer Familie und der Möglichkeit zum mobilen Arbeiten konnte Zeqiri wieder in Vollzeit in ihren Job zurückkehren.

Das Beste herausholen

Als Gruppenleiterin nimmt sich Zeqiri viel Zeit, um zu schauen, was bei jedem einzelnen Mitarbeiter Werte und Antreiber sind. „Mich spornt es an, meine Mitarbeiter so gut wie möglich zu fördern und das Beste aus dem Team herauszuholen.“ Nur mit motivierten und engagierten Mitarbeitern können wir unseren Kunden und Partnerbanken einen exzellenten Service bieten und die Themen und Prozesse im Kundenservice kontinuierlich weiter verbessern, zeigt sich Zeqiri überzeugt. „Unsere gute Zusammenarbeit im Team zu stärken und Nutzen zu stiften, das ist mein Ziel und da stecke ich gern meine Energie rein.“

Partnerschaftlich, vorausschauend und mit Mut für morgen

Mit unserer Erfahrung und Expertise gestalten wir die Zukunft für unsere Kunden. Laden Sie sich hier den Geschäftsbericht 2018 herunter: