Geschäftsbericht 2019

Morgen möglich machen

Wer in der Gegenwart gut aufgestellt ist und sich seiner Stärken bewusst ist, kann der Zukunft mutig und optimistisch entgegenblicken. Wir kennen die Wege in Richtung morgen und packen Herausforderungen mit Pioniergeist und Entdeckerlust gemeinsam an.

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Die richtigen Fragen stellen

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft und damit auch von Geschäftsmodellen schreitet voran. Die gesellschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie beschleunigen dies sogar.

Um die Chancen eines zunehmend digitalen Umfelds zu nutzen, müssen wir nicht nur die geeignete Infrastruktur bereitstellen, sondern vor allem zur richtigen Zeit die richtigen Fragen stellen. Denn nur, wenn wir genau verstehen, welche Bedürfnisse unsere Partner und Kunden haben, können wir marktgerechte und passgenaue Lösungen entwickeln. Lange Zeit galt es in vielen Unternehmen als Konsens, dass es eine der Kernaufgaben der IT sei, Effizienzpotenziale zu heben und robuste Prozesse zu schaffen. Wie berechtigt dieser Anspruch ist, zeigte sich im Frühjahr dieses Jahres: Unternehmen waren gezwungen, Lösungen zu finden, wie sie ihre Belegschaft vor den Risiken einer Ansteckung mit dem Corona-Virus schützen konnten und somit einen gesellschaftlichen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten. Gleichzeitig musste sichergestellt sein, dass der Geschäftsbetrieb reibungslos weiterläuft.

Robuste Prozesse in Zeiten der Verunsicherung

Bei Union Investment ist es uns gelungen, dass nahezu 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb kürzester Zeit auf mobiles Arbeiten umstellen konnten. Die Basis dafür bildet einerseits der Auf- und Ausbau einer modernen IT-Infrastruktur, der in den letzten Jahren kontinuierlich vorangetrieben wurde, sowie eingespielte Prozesse, bei denen ein Rad in das andere greift. Der Geschäftsbetrieb war von diesen Umstellungen in keiner Weise beeinträchtigt und lief reibungslos weiter.

Es ist uns gelungen, technische Strukturen zu etablieren, über die wir die wichtigsten Fragen zur aktuellen Entwicklung beantworten und Einschätzungen zu Chancen und Risiken im Markt vermitteln konnten.

Alexander Lichtenberg

Mitglied des Vorstandes

Alexander Lichtenberg

Ein Beleg dafür ist, dass es uns auch in dieser Zeit gelungen ist, die Kommunikation untereinander – aber vor allem mit unseren Partnern und unseren gemeinsamen Kunden – sicherzustellen, denn die teils rasanten Entwicklungen an den Kapitalmärkten haben viele verunsichert. Es ist uns gelungen, technische Strukturen zu etablieren, über die wir die wichtigsten Fragen zur aktuellen Entwicklung beantworten und Einschätzungen zu Chancen und Risiken im Markt vermitteln konnten. Somit können wir ein positives Fazit ziehen. Die Umstellung auf diesen Sondergeschäftsbetrieb hat außergewöhnlich gut funktioniert. Wir werten das als Bestätigung, dass wir in unserem Unternehmen über eine moderne und zukunftsfähige IT-Infrastruktur verfügen. Gleichzeitig ist das für uns aber auch ein Auftrag für die Zukunft. Denn an dieser Resilienz unserer Infrastruktur und unserer Prozesse müssen wir stetig weiterarbeiten, um die Qualität unserer Fondsdienstleistungen auch in Zukunft sicherzustellen.

Im Zuge der Digitalisierung entwickelt sich die IT immer mehr vom Unterstützer zum Treiber moderner Geschäftsmodelle.

Alexander Lichtenberg

Mitglied des Vorstandes

Den Wettbewerbsvorteil halten und ausbauen

Gleichwohl stehen wir mit Blick auf die Entwicklungen vor einem Paradigmenwechsel: Im Zuge der Digitalisierung entwickelt sich die IT immer mehr vom Unterstützer zum Treiber moderner Geschäftsmodelle. Deshalb ist es unsere Aufgabe, nicht nur eine leistungsfähige Infrastruktur sicherzustellen, sondern gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit unseres funktionierenden Geschäftsmodells zu gewährleisten und den damit verbundenen Wettbewerbsvorteil zu halten und auszubauen. Bereits in den vergangenen Jahren hat Union Investment mit Projekten wie MeinInvest oder MeinVermögen hierbei eine Vorreiterrolle in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe eingenommen. Das werden wir weiter forcieren.

Dafür müssen wir uns fragen, in welche neuen Themenfelder wir als Asset Management Kompetenzzentrum der Genossenschaftlichen FinanzGruppe investieren wollen. Wir müssen die richtigen Fragen stellen, um die Chancen eines zunehmend digitalen Umfelds zu nutzen und marktgerechte und passgenaue Lösungen zu entwickeln. Der kontinuierliche Dialog mit Ihnen, unseren Partnern und Kunden, ist der Kompass, an dem wir uns dabei orientieren.

Mutig neue Wege gehen

Im Zuge der Corona-Krise haben sich die Vorzeichen für das neue Jahrzehnt gewandelt. Und dennoch können wir aus einer starken Position heraus selbstbewusst nach vorn blicken. Denn unser Geschäftsmodell ist intakt und zukunftsfähig. Mit dieser Kraft im Rücken wollen und können wir auch in dieser besonderen Situation mutig neue Wege gehen und zum Nutzen der FinanzGruppe wichtige Weichen für morgen und übermorgen stellen.

Union Investment hat den Übergang in die neue Dekade erfolgreich gemeistert: Positive Performancebeiträge und reges Kundeninteresse führten Ende 2019 zu einem Höchststand in den Assets under Management von 368,2 Mrd. Euro und einem Betriebsergebnis von 650 Mio. Euro. Auch wenn angesichts der besonderen Situation aufgrund der Ereignisse in der jüngsten Gegenwart viele Dinge ungewiss sind, steht eines fest: Die zentralen Erfolgsfaktoren unserer Gruppe sind und bleiben die Nähe und die persönliche Erreichbarkeit der Banken vor Ort, die Verbundenheit mit der Region und das über Jahre aufgebaute Vertrauen zwischen Bank und Kunde. Auf dieser Basis haben wir bereits die vergangenen ereignisreichen Jahre im Wertpapiergeschäft erfolgreich gestalten können: Steigende geopolitische Risiken, geldpolitische Unwägbarkeiten und zahlreiche Regulierungsmaßnahmen haben uns in der vergangenen Dekade begleitet. In dieser Zeit konnten wir unsere Assets under Management mehr als verdoppeln. Dabei ist es uns mit der Unterstützung unserer genossenschaftlichen Partner gelungen, das Sparen mit Fonds in die Breite zu tragen und damit deutlich zu machen, wie erfolgreich wir aus der Mitte der Gesellschaft für die Mitte der Gesellschaft arbeiten. An diese gemeinsam erzielten Erfolge gilt es anzuknüpfen.

Trotz der großen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen, die nach der Corona-Krise vor uns liegen, gehen wir mit Selbstvertrauen in das nächste Jahrzehnt.

Hans Joachim Reinke

Vorsitzender des Vorstandes

Hans Joachim Reinke

Trotz der großen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen, die nach der Corona-Krise vor uns liegen, gehen wir daher mit Selbstvertrauen in das nächste Jahrzehnt. Wir wollen an das Wachstum der letzten Jahre nahtlos anknüpfen. Damit dies gelingt, kommt es ganz besonders darauf an, Veränderungen in der Wirtschaft, in der Gesellschaft und bei unseren Kunden vorausschauend zu antizipieren und marktgerecht darauf zu reagieren. So ist beispielsweise davon auszugehen, dass uns das Niedrigzinsumfeld noch über viele Jahre der vor uns liegenden Dekade erhalten bleiben wird – mit all seinen Herausforderungen, aber auch mit all den Chancen für das genossenschaftliche Fondsgeschäft.

Kundenbedürfnisse einer neuen Dekade

Ganz gleich, ob bei institutionellen Investoren oder Privatkunden: Niedrige Zinsen und die damit verbundenen Fragestellungen werden uns und unsere Kunden in den nächsten Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, begleiten und fordern. Unsere Aufgabe ist es, weiter für vorausschauendes Sparen und Anlegen zu werben, langfristige Potenziale aufzuzeigen und dabei deutlich zu machen, dass zinslose Zeiten keine ertragslosen Zeiten sein müssen. Die Idee etwa, über den Fondssparplan monatlich mit kleinen Beträgen den Zugang zu den weltweiten Kapitalmärkten zu sichern und damit langfristig Vermögen aufzubauen, ist zeitgemäßer denn je. Und auch institutionelle Kunden stehen vor den gleichen Herausforderungen, wenngleich sich die Lösungen hier vom Privatkundengeschäft unterscheiden.

Für uns als Asset Manager der Genossenschaftlichen FinanzGruppe kommt es umso mehr darauf an, frühzeitig den Bedarf unserer Kunden zu erkennen und passende Lösungen zu entwickeln. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe immer dann erfolgreich waren, wenn wir uns konsequent an den Bedürfnissen unserer Mitglieder und Kunden ausgerichtet und dann gemeinsam und mit aller Kraft die richtigen Lösungen entwickelt haben.

Wir sind gut aufgestellt und wollen weiterhin neue Themen so erfolgreich besetzen, wie wir es in der Vergangenheit getan haben.

Hans Joachim Reinke

Vorsitzender des Vorstandes

Gerade deshalb sehen wir uns weiter im engen Schulterschluss mit den Banken der Genossenschaftlichen FinanzGruppe. Wir sind gut aufgestellt und wollen weiterhin neue Themen so erfolgreich besetzen, wie wir es in der Vergangenheit getan haben. Ein positives Beispiel hierfür ist das Thema Nachhaltigkeit: Wir haben das Thema vor allem im institutionellen Kontext früh begleitet und konsequent weiterentwickelt, so dass es sich im vergangenen Jahr auch erfolgreich im Privatkundengeschäft niedergeschlagen hat. Wir haben dabei eine klare Linie verfolgt und uns gemäß unseren Wurzeln als Treuhänder im Auftrag unserer Kunden positioniert. Es geht uns nicht darum, eine bestimmte Weltanschauung nach außen zu tragen. Es geht stattdessen, wie überall in unserem Geschäft, darum, im Sinne unserer Kunden zu agieren und Vermögen zu vermehren. Und das bedeutet: Ganz gleich, welche Präferenz der Kunde hat oder welchen Rahmen die Regulierung setzt, wir können es umsetzen. Nur so werden wir unserem Auftrag gerecht.

Mit dieser Herangehensweise, unserer gelebten Kundennähe, dem aktiven Management und unserem langjährigen Knowhow in der nachhaltigen Geldanlage sehen wir uns trotz bestehender und neuer Herausforderungen weiterhin gut aufgestellt. Unsere große Stärke war und ist dabei nicht zuletzt die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe. Dieser Geschäftsbericht belegt einmal mehr, dass die vergangene Dekade die Dekade der Genossenschaften und des genossenschaftlichen Fondsgeschäfts war. Und ich bin überzeugt, dass dann auch die vor uns liegende Dekade eine starke genossenschaftliche Handschrift tragen sollte.

Heute denken, was morgen kommt

Die Wirtschaft und damit auch die Finanzmärkte befinden sich in einem grundlegenden Wandel, der nicht erst durch die Corona-Pandemie angestoßen, durch sie allerdings verstärkt wurde. Doch die Risiken sollten nicht den Blick dafür verstellen, dass sich gleichzeitig vielfältige neue Anlagemöglichkeiten eröffnen.

Im Jahr 2019 stieg das für unsere institutionellen Kunden verwaltete Vermögen erstmals deutlich über die 200-Milliarden-Euro-Marke. Die Assets under Management der Großanleger beliefen sich zum Jahresende auf 207,8 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Vor 16 Jahren, als ich bei Union Investment startete, waren es noch 42 Milliarden Euro. Diese Entwicklung zeigt, dass es Union Investment gemeinsam mit ihren starken Partnern der genossenschaftlichen Gruppe gelungen ist, in einer Zeit massiver Umbrüche und Herausforderungen im Asset Management, wie der Einführung des Master-KVG-Konzepts oder der Subprime-Krise, beständig zu wachsen. Das ist letztendlich der starke Beleg einer beständigen und verlässlichen Kombination aus professionellem Handeln und konsequenter Kunden- und Lösungsorientierung. Und es ist genau diese im Markt einzigartige Kompetenz, die uns dabei helfen wird, die aktuellen Herausforderungen der Corona-Krise zu meistern und auch in den vor uns liegenden Jahren erfolgreich zu agieren.

Denn neben dem quantitativen Aspekt ist unser Wachstum eng mit einer qualitativen Komponente verknüpft. So konnte sich Union Investment im gleichen Zeitraum als aktiver Asset Manager mit hoher Risikomanagement- und Nachhaltigkeitskompetenz glaubwürdig am Markt positionieren. Ohne unsere Fähigkeit, den wechselnden Herausforderungen mit bedarfsgerechten Lösungen zu begegnen, wären weder die Assets under Management noch unsere Kundenbasis so stark gewachsen. Dies ist das Resultat gezielter Investitionen in Wissen und technische Infrastruktur, einer starken Kundenorientierung sowie des Engagements unserer Mitarbeiter.

Asset Manager, die ihre eigene Weiterentwicklung frühzeitig aktiv gestalten, werden weiterhin gute Wachstumschancen haben und sind für herausfordernde Zeiten robust aufgestellt.

Alexander Schindler

Mitglied des Vorstandes

Alexander Schindler

Gute Basis für die Zukunft

Der Markt für die institutionelle Kapitalanlage bleibt auch künftig durch ein hohes Veränderungstempo bestimmt. Denn die Wirtschaft und damit auch die Finanzmärkte befinden sich in einem grundlegenden Wandel, der nicht erst durch die Corona-Pandemie angestoßen, durch sie allerdings verstärkt wurde. Asset Manager, denen es gelingt, die eigene Weiterentwicklung vorausschauend und aktiv zu gestalten, werden weiterhin gute Chancen haben, die Zukunft positiv zu gestalten. Wir sind überzeugt, unsere Erfolgsgeschichte fortschreiben zu können. Denn in den vergangenen Jahren hat unser Haus bewiesen, dass es in der Lage ist, die Herausforderungen in allen wesentlichen Bereichen des Asset Managements nicht nur zu erkennen, sondern die notwendigen Weiterentwicklungen auch erfolgreich in die Tat umzusetzen. Auf diese Weise ist es gelungen, Anzahl und Qualität unserer Angebote sowie unseres Services stetig zu steigern. Ein Blick auf die Entwicklung unserer Produktpalette, den Zuwachs an Kunden und Mandaten sowie die gestiegene Kundenzufriedenheit belegen das. Diesen Weg werden wir weitergehen.

Die Risiken sollten nicht den Blick dafür verstellen, dass sich vielfältige neue Anlagemöglichkeiten eröffnen und in Zeiten eines zementierten Niedrig- oder gar Negativzinsumfelds positive Perspektiven für Investoren bieten.

Alexander Schindler

Mitglied des Vorstandes

Die Anforderungen unserer Kunden bilden dabei den Ausgangspunkt unseres Handelns. Hier beobachten wir den Trend zu einer verstärkten Diversifikation und Internationalisierung der institutionellen Portfolios. Dafür sorgen das anhaltende Niedrigrenditeumfeld und die dadurch steigende Bedeutung der Kapitalanlage für die Ertragslage der Unternehmen. In der Ära des zinslosen Risikos machen sich immer mehr institutionelle Anleger auf die Suche nach einem Weg aus dem Renditedilemma, indem sie auf höher rentierliche beziehungsweise alternative Anlagen setzen. Vor diesem Hintergrund haben wir bereits im letzten Jahr einen Strategieprozess angestoßen, um unser Leistungsangebot weiter zu diversifizieren und neue Themenfelder erfolgreich zu besetzen. Dabei werden wir auch unsere Organisation und unsere Prozesse auf die Anforderungen einer Welt im Wandel ausrichten.

Zukunftsgerichtetes Handeln ist gefragt

Zukunftsgerichtetes Handeln ist das Motto von Union Investment und gilt besonders für unseren Investmentansatz. Wir sind überzeugt, dass die Kapitalmärkte eben nicht überall und jederzeit vollkommen effizient sind und deshalb aktiven Managern die Chance auf einen Mehrertrag bieten. Zudem halten wir es für wichtig, Unternehmen kritisch und gleichzeitig konstruktiv als aktiver Aktionär zu begleiten, um so im Interesse unserer Kunden die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen, in die wir investieren, zu sichern. Dies gilt vor allem in Phasen starker Umbrüche in der Wirtschaft und an den Märkten, die sich durch die Corona-Krise weiter beschleunigen werden.

Doch die Risiken sollten nicht den Blick dafür verstellen, dass sich gleichzeitig vielfältige neue Anlagemöglichkeiten eröffnen und in Zeiten eines zementierten Niedrig- oder gar Negativzinsumfelds positive Perspektiven für Investoren bieten. Bei Union Investment sind wir überzeugt, diese Chancen mit aktivem Management auch in Zukunft für unsere Kunden bestmöglich nutzen zu können.

Investieren in einer Welt des Wandels

Kein anderes Ereignis hat in den vergangenen Jahrzehnten so tiefe Spuren im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Leben hinterlassen wie die Corona-Pandemie. Ihre Folgen werden lange nachwirken und ihre Aufarbeitung Jahre in Anspruch nehmen. Mehr Wandel war selten. Für aktives Management bedeutet dies: Je höher die Veränderungsintensität, desto wichtiger ist sorgfältig ausgesuchtes, selektives Investieren.

Für viele Anleger hätte das Jahr 2020 so weitergehen können, wie 2019 endete. Trotz anfänglicher geld- und geopolitischer Irritationen konnten unsere Kunden Ende 2019 ein positives Anlagejahr verbuchen. Über alle Anlageklassen hinweg erreichten die Wertpapierfonds von Union Investment eine Einjahresperformance von 12,8 Prozent. Doch kurz nach dem Start ins neue Jahr erreichten uns die ersten Nachrichten über den Corona-Virus aus China, die Lage schien zunächst kontrollierbar. Dann folgte die rasche Ausbreitung über alle Kontinente und schließlich die Stilllegung des öffentlichen Lebens.

Wirtschaft im Umbruch

Schon vor Corona war die Welt von tiefgreifendem Wandel geprägt: Vieles stand unter dem Einfluss der Finanzkrise 2008/2009. Insbesondere in Europa dauerte die Aufarbeitung an, wie der langanhaltende Niedrigzins zeigt. Auch populistische Tendenzen westlicher Demokratien, steigender Protektionismus und Handelsstreitigkeiten waren deutliche Zeichen der Nachwehen. Neue Themen wie Digitalisierung und Klimawandel traten in den Fokus und drohten, die Spielregeln des staatlichen Umgangs mit Unternehmen und Bürgern grundlegend zu verändern, schürten Angst und Hoffnung: Digitaler Fortschritt trifft auf den gläsernen Menschen; der Kampf gegen den Klimawandel verheißt für manche eine bessere Welt, für andere den Verlust von Komfort und Freiheit.

In dieser disparaten Welt starten nun die Aufräumarbeiten nach der Corona-Krise. Die Politik ist gefordert, das gesellschaftliche Gleichgewicht so auszubalancieren, dass am Ende nicht eine kleine Anzahl von Gewinnern einer großen Anzahl von Verlierern gegenübersteht. Doch es besteht kein Grund für Zukunftspessimismus: Zeiten des Wandels waren auch immer Zeiten, die von großer Produktivität und Erfindungsreichtum geprägt waren, wie etwa die Anfänge des Wirtschaftswunders zeigen.

Um den Anlageerfolg unserer Kunden zu sichern, selektieren wir sorgfältig und investieren bewusst. Diese Grundlage stimmt uns optimistisch.

Jens Wilhelm

Mitglied des Vorstandes

Jens Wilhelm

Zwischen Krisenbewältigung und Aufbruch müssen wir uns als Asset Manager vorausschauend aufstellen, um gefährliche Klippen rechtzeitig zu umfahren und auf Kurs zu bleiben. In den vergangenen Jahren ist das unserem Portfoliomanagement bereits gut gelungen. Um den Anlageerfolg unserer Kunden zu sichern, selektieren wir sorgfältig und investieren bewusst. Diese Grundlage stimmt uns optimistisch, denn: Wer auch in unsteten Gewässern einen klaren Blick behält, Chancen und Risiken sorgfältig abwägt und so den richtigen Kurs wählt, wird am Ende zu den Gewinnern zählen.

Das Asset Management der Zukunft

Zur Erfolgsstrategie des aktiven Asset Managements zählt für uns nicht nur die aktive Allokation von Assetklassen und die Selektion von Wertpapieren. Wer sich in einer Welt mit steigender Volatilität und Komplexität vom Wettbewerb differenzieren und weiterhin erfolgreich investieren will, muss seine Instrumentarien ausbauen. Wir haben das früh erkannt und bereits vor der Corona-Krise die Weichen für stürmische Marktphasen gestellt.

Wer sich in einer Welt mit steigender Volatilität und Komplexität vom Wettbewerb differenzieren und weiterhin erfolgreich investieren will, muss seine Instrumentarien ausbauen.

Jens Wilhelm

Mitglied des Vorstandes

So haben wir unsere Expertise im Portfoliomanagement erweitert und stärker vernetzt, um Gewinner und Verlierer des wirtschaftlichen Wandels treffsicher zu identifizieren. Unser eigenes Themen-Research unterstützt die Fundamentanalyse bei der Selektion krisenfester Unternehmen und erkennt Zukunftsthemen und -technologien. Dazu gehören auch Geschäftsmodelle, die ökonomische Nachhaltigkeitsaspekte und damit eine langfristige Wertentwicklung priorisieren. Mithilfe unserer im gesamten Investmentprozess verankerten ESG-Kriterien erkennen wir frühzeitig, wie zukunftsfähig Unternehmen sind und minimieren Eigenrisiken.

Um auch in Zeiten niedriger Zinsen zuverlässig Renditen zu erzielen, nutzen wir die Chancen stärkerer Internationalisierung, neuer Assetklassen und erweiterter fachlicher Expertise. In unsteten Marktphasen, in denen erhöhtes Risiko notwendiger Bestandteil des Anlageerfolges ist, schützt unser erprobtes Risikomanagement vor Verlusten. Zur Sicherung einer nachhaltigen Wertsteigerung gehört auch, dass wir als aktiver Aktionär konstruktive Dialoge mit Unternehmen führen.

Wer in einer Welt des steten Wandels passiv bleibt, setzt auf das Prinzip Hoffnung und gibt die Chancen wirtschaftlicher Transformation aus der Hand.

Jens Wilhelm

Mitglied des Vorstandes

Aktiv Chancen ergreifen

Unsere frühzeitig und konsequent ausgebaute Expertise zahlt auf das ein, was in Zukunft erforderlich ist, um unsere Kunden erfolgreich durch schwierige Gewässer zu navigieren. Jetzt gilt es, den eingeschlagenen Weg konsequent beizubehalten. Wer in einer Welt des steten Wandels passiv bleibt, setzt auf das Prinzip Hoffnung und gibt die Chancen wirtschaftlicher Transformation aus der Hand. Nur wer bedacht und aktiv selektiert, kann volatilen Märkten vorausschauend entgegensteuern.

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Wir brauchen in Europa eine Evolution des Sparens: Die Banken müssen das Kundenmandat neu denken, und Endanleger ihr Geld bewegen.

Klaus Riester

Mitglied der Geschäftsführung der Union Investment Privatfonds GmbH,
Leiter Vertrieb Privatkunden

Fonds sind das neue Sparbuch

Morgen möglich machen – in Zeiten von Niedrigzinsen erfordert das eine Evolution des Sparens: Banken müssen ihre Kunden konsequent aufklären, Anleger ihr Geld bewegen, sagt Klaus Riester, Mitglied der Geschäftsführung der Union Privatfonds GmbH, im Gespräch.

Herr Riester, wenn die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben: Wie problematisch ist das für Banken und Endanleger?

Riester: Die Situation in der deutschen Kreditwirtschaft ist nach wie vor herausfordernd. Die Erträge leiden unter der Tatsache, dass die Banken für das Einlagern ihrer Gelder Strafzinsen an die EZB zahlen müssen. Auch Sparer haben es nicht leicht, weil sie keinerlei Zinsen mehr auf klassische Anlageprodukte erhalten – das gute alte Sparbuch hat ausgedient. Wir gehen davon aus, dass uns das Niedrigzinsumfeld noch viele Jahre begleiten wird. Diese Entwicklung wird durch den hohen Anstieg der Staatsverschuldung in Folge der Corona-Pandemie sogar noch verstärkt. Abwarten ist daher keine sinnvolle Strategie. Stattdessen brauchen wir in Deutschland und in ganz Europa eine Evolution des Sparens: Die Banken müssen das Kundenmandat neu denken, und Endanleger ihr Geld bewegen.

Auch Sparer haben es nicht leicht, weil sie keinerlei Zinsen mehr auf klassische Anlageprodukte erhalten – das gute alte Sparbuch hat ausgedient.

Klaus Riester

Mitglied der Geschäftsführung der Union Privatfonds GmbH

Klaus Riester

Was genau meinen Sie damit?

Riester: Für die Berater gilt es, ihre Kunden konsequent aufzuklären und ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie ihr Ziel auch in Zeiten von Niedrigzinsen erreichen können. Das geht heutzutage am besten mit Investmentfonds oder Fondsvermögensverwaltungen wie MeinInvest oder VermögenPlus. Wenn Banken ihr Provisionsgeschäft nachhaltig steigern, schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie kompensieren zum einen die zurückgehende Zinsmarge, und zum anderen werden sie auch in Zukunft ihrem Auftrag gerecht, das Vermögen der Kunden zu erhalten und zu vermehren. So wird aus einer Lose-Lose-Situation eine Win-Win-Situation.

Die Realität sieht aber nach wie vor anders aus: Bei jedem zweiten Deutschen liegt das Geld noch auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto.

Riester: Deshalb benötigen wir weiterhin eine qualitativ hochwertige Beratung, die noch mehr Menschen erreicht und ihnen erläutert: Fonds sind das neue Sparbuch! Und die funktionieren auf vielfältige Weise: Eine attraktive Möglichkeit ist das ratierliche Sparen über einen Fondssparplan. Regelmäßig kleine Beträge zurücklegen und dabei Vermögen bilden – so funktioniert Sparen heute. Das geht mit Mischfonds genauso gut wie mit reinen Aktienfonds. Auch Offene Immobilienfonds sind im Niedrigzinsumfeld eine interessante Anlageklasse.

Anstieg der Sparpläne auf

5,2 Millionen

Die Kapitalmärkte haben in Folge der Corona-Krise stark nach unten korrigiert. Warum machen Fonds trotzdem Sinn?

Riester: Nach Ansicht des Portfoliomanagements von Union Investment spricht vieles dafür, dass sich die Kurse mittel- bis langfristig wieder erholen. Zudem zeigt ein Blick in die vergangenen Jahrzehnte: Jede Krise brachte nach Phasen des Abschwungs auch Phasen der Erholung mit sich und damit die Chance, von steigenden Kursen zu profitieren. In solchen Zeiten kann das Prinzip des Fondssparplans besonders nützlich sein. Denn es sorgt dafür, dass Anleger kontinuierlich sparen und auch dann Wertpapiere erwerben, wenn die Preise günstig sind. Das wirkt sich langfristig positiv auf die Wertentwicklung aus und hat Fondssparen auf diese Weise in der Vergangenheit immer belohnt. Deshalb habe ich insgesamt auch das Gefühl, dass immer mehr Menschen aktiv werden und ihr Anlageverhalten ändern.

Woran machen Sie das fest, außer an Ihrem Gefühl?

Riester: An unseren Zahlen – denn das Geschäft mit Privatkunden hat sich im vergangenen Jahr weiter positiv entwickelt. Die Nettozuflüsse beliefen sich auf 8,1 Milliarden Euro (2018: 7,5 Mrd. Euro), und unser Bestand erhöhte sich auf 160,4 Milliarden Euro (2018: 135,7 Mrd. Euro). Dieses Ergebnis verdanken wir der engen Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses standen sowohl Offene Immobilienfonds als auch Misch- und Aktienfonds.

Welche Themen entwickeln dabei die größte Dynamik?

Riester: Das sind vor allem das ratierliche Sparen und die nachhaltige Geldanlage. Ende 2019 verwaltete Union Investment 5,2 Millionen Sparverträge mit einem Gesamtvolumen von mehr als 45 Milliarden Euro. Besonders freut uns, dass wir im Sparplangeschäft das größte Wachstum bei den Aktienfonds sehen. Denn in den vergangenen drei Jahren hat sich die Zahl der Aktiensparpläne auf 1,1 Millionen verdoppelt. Auch das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile vollständig bei den Privatkunden angekommen. 40 Prozent unseres Neugeschäfts im Jahr 2019 sind in nachhaltige Fonds geflossen.

Wichtig ist, dass wir den Kunden an die Hand nehmen und es ihm so einfach wie möglich machen, seine individuelle Anlageform zu finden.

Klaus Riester

Mitglied der Geschäftsführung der Union Privatfonds GmbH

Die Zahl der Genossenschaftsbanken in Deutschland ist zuletzt weiter gesunken. Wie bewerten Sie diese Entwicklung?

Riester: Grundsätzlich halte ich es für richtig, Synergien zu bilden, wenn einzelne Filialen nicht mehr ausreichend genutzt werden. Andererseits sehe ich die große Stärke der Genossenschaftlichen FinanzGruppe in ihrer Nähe zum Kunden. Dieses Alleinstellungsmerkmal dürfen wir nicht gefährden. Das Entscheidende ist, dass die Volks- und Raiffeisenbanken auch in Zukunft qualitativ hochwertige Beratung anbieten. Eine Vielzahl der Kunden lässt sich dabei schon heute nicht mehr über ein Gespräch in der Bank erreichen. Deshalb wird es künftig neben der persönlichen Beratung ein noch umfangreicheres Omnikanal-Angebot geben – sei es über Video, Telefon oder digitale Beratungsstrecken. Wichtig ist, dass wir den Kunden an die Hand nehmen und es ihm so einfach wie möglich machen, seine individuelle Anlageform zu finden.

Das Marktumfeld verändert sich. Wir stehen vor neuen Herausforderungen. Deshalb müssen wir unser Leistungsangebot ständig weiterentwickeln und kundenindividuelle Lösungen finden.

André Haagmann

Mitglied der Geschäftsführung der Union Investment Institutional GmbH,
Leiter Institutionelle Kunden

Unser Ziel ist, bis zum Jahr 2025 einer der erfolgreichsten Asset Manager für institutionelle Anleger in Europa zu sein

Mit dem Strategieprojekt InProve stellt André Haagmann die Weichen, um im institutionellen Geschäft den internationalen Wettbewerb anzunehmen und die Qualitätsführerschaft in der Kundenzufriedenheit weiter auszubauen. Das Ziel: Die profitable Erfolgsgeschichte des institutionellen Geschäfts bei Union Investment weiter fortzuschreiben.

André Haagmann
André Haagmann ist seit 1. Juli 2019 Leiter des Segments Institutionelle Kunden. Seine Ressortverantwortung umfasst die Koordination der Geschäftsführung und der Organe, das Personal sowie die Steuerung des institutionellen Geschäfts. Haagmann ist bereits seit Januar 2015 Mitglied der Geschäftsführung der Union Investment Institutional GmbH und verantwortete von April 2014 bis Juni 2019 das Ressort „Akquisition und Betreuung des Zentralen und Internationalen Account Managements“ mit nationalen und internationalen institutionellen Kunden außerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe.

Herr Haagmann, wie ist das institutionelle Geschäft bei Union Investment derzeit aufgestellt?

Haagmann: Unsere Assets under Management sind in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Im Jahr 2019 haben wir erstmals die Marke von 200 Mrd. Euro überschritten. Wir haben unseren Marktanteil konstant gesteigert, neue Märkte erschlossen und zahlreiche Kunden hinzugewonnen. Der Nettoabsatz war jedes Jahr deutlich über dem Marktdurchschnitt. Das alles konnten wir erreichen, weil wir uns als Team inhaltlich weiterentwickelt und die Qualität unserer Leistungen immer weiter gesteigert haben. Dabei sind die Basis für diesen Erfolg unsere kompetenten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

  • Stand: September 2019; * HR 2 2019; inkl. Verkaufserlös für die TFI

  • Stand: September 2019; * HR 2 2019; inkl. Verkaufserlös für die TFI

  • Stand: September 2019; * HR 2 2019; inkl. Verkaufserlös für die TFI

  • Stand: September 2019; * HR 2 2019; inkl. Verkaufserlös für die TFI

Warum ist es aus Ihrer Sicht dennoch wichtig, mit dem Strategieprojekt InProve einen neuen Impuls zu setzen?

Haagmann: Das Marktumfeld ist deutlich herausfordernder geworden. Dazu trägt beispielsweise das lang anhaltende Niedrigrenditeumfeld bei, welches sich durch die aktuelle Krise nochmal deutlich verschärfen wird. Deswegen werden wir unser Leistungsangebot entsprechend weiterentwickeln. Neben unseren klassischen Kernkompetenzen, wie zum Beispiel Unternehmensanleihen, Aktien oder Wertsicherungsmandaten, werden wir unser Angebot im Bereich der alternativen Anlagemöglichkeiten ausbauen. Dazu gehört insbesondere auch das Immobiliengeschäft. Gleichzeitig erkennen wir, dass es derzeit einen Trend zur Passivierung der Kapitalanlage gibt – durch passive Mandate sehr großer institutioneller Anleger im Rahmen von Spezialfonds oder der Direktanlagen. Wir haben hierfür passende Konzepte entwickelt, die sich bereits im Einsatz bewähren.

Wie wollen Sie dem begegnen?

Haagmann: Unser Ziel ist, bis zum Jahr 2025 einer der erfolgreichsten Asset Manager für institutionelle Anleger in Europa zu sein. Die beschriebenen Veränderungen bedeuten für uns, dass wir unser Leistungsangebot weiterentwickeln müssen. Das betrifft den Ausbau unseres Produktangebots, aber zum Beispiel auch das Verständnis, das wir für die Bedürfnisse unserer Kunden entwickeln. Klar ist: Wir wollen Qualitätsanbieter bleiben. Wir werden also investieren, das aber mit wirtschaftlichem Augenmaß.

Wie berücksichtigen Sie die Kundenanforderungen?

Haagmann: Trotz der Einschnitte, die die Wirtschaft weltweit im Zuge der Corona-Pandemie erlebt, steht für uns fest: Wir wollen unsere Zukunft mutig und unternehmerisch gestalten. Um die richtigen Stellschrauben zu drehen, müssen wir die Heterogenität unseres Geschäfts berücksichtigen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Wir bedienen sowohl Kunden aus der genossenschaftlichen Finanzgruppe wie auch ausländische Zentralbanken. Die Anforderungen an uns, unsere Produkte und unsere Services unterscheiden sich entsprechend. Es gibt nicht eine Kundenlösung, die für alle Anforderungen passt.

Wie kann es gelingen, diesen heterogenen Kundenanforderungen gerecht zu werden?

Haagmann: Wir fokussieren uns auf zwei Vertriebseinheiten, den „Vertrieb Geno-Banken – Mittelstand“ (GBM) sowie den „Vertrieb Großkunden Deutschland – International“ (GDI). Das heißt, dass wir zukünftig einen Vertriebsstrang haben, der gezielt auf die Bedürfnisse innerhalb der Genossenschaftlichen FinanzGruppe eingeht. Hier werden neben Banken auch deren Firmenkunden und kirchliche Institutionen betreut. In der anderen Vertriebseinheit konzentrieren wir uns auf institutionelle Großkunden in Deutschland außerhalb des genossenschaftlichen Sektors sowie auf das Ausland. Das können große Unternehmen, öffentliche Institutionen oder Family Offices sein. Auch die Anforderungen von regulierten Investoren, wie Versicherungen und Versorgungswerken, werden wir hier bedienen.

Bernhard Kraus
Bernhard Kraus ist seit Januar 2008 als Mitglied der Geschäftsführung der Union Investment Institutional GmbH tätig. Heute leitet er den IK-Geschäftsbereich Geno – Banken – Mittelstand und verantwortet damit das Eigenanlagegeschäft mit Banken, das Firmenkundengeschäft und seit 1. April die Betreuung kirchlicher Institutionen.

Herr Kraus, was können Kunden aus dem Verbund konkret erwarten?

Kraus: Wir haben in den letzten Jahren etwa 100 Fusionen innerhalb unseres Kundenstamms verzeichnet. Bis 2025 rechnen wir mit bis zu 200 weiteren Zusammenschlüssen. Das bedeutet, unsere Kunden werden größer und ihre Anforderungen entsprechend zunehmend komplexer. Um für jeden unserer Kunden passende Lösungen zu finden, müssen wir die Betreuung spürbar intensivieren. Denn um qualitativ hochwertige Lösungen anbieten zu können, müssen wir die Herausforderungen, vor denen unsere Kunden stehen, individuell kennen und bewerten.

Welche Handlungsfelder gibt es zusätzlich zur Intensivierung der Kundenbetreuung?

Kraus: Wir haben einen Paradigmenwechsel. Denn aufgrund des Negativzinses stehen die Banken vor der Herausforderung, dass sie hohe Einlagen, beispielsweise von Firmenkunden, aus ihren Bilanzen herausbekommen müssen. Kein Kunde wird glücklich, wenn er auf sein Vermögen Strafzinsen zahlt. Mit unseren Angeboten können wir hier eine Win-Win-Situation für Firmenkunde und Bank schaffen. Dafür ist es notwendig, dass wir weitere Produktangebote schaffen, die für Firmenkunden attraktiv sind. Zudem werden wir basierend auf unseren Erfahrungen mit digitalen Angeboten im Privatkundensegment, wie MeinInvest und VermögenPlus, eine Digitalisierungsoffensive starten. Das Ziel dabei ist, die Bank bei der Beratung ihrer Firmenkunden zu unterstützen und die Potenziale einer optimierten Vermögensstruktur schnell und übersichtlich aufzuzeigen.

Wir haben mit unserem neuen Strategievorhaben Next Level Portfoliomanagement die Herausforderung angenommen, aktives Asset Management auf eine neue Qualitätsstufe zu heben.

Dr. Frank Engels

Mitglied der Geschäftsführung der Union Investment Privatfonds GmbH,
Leiter Portfoliomanagement

Aktives Management: Die nächste Stufe erreichen

Die Investmentwelt ist im Umbruch. Dieser Wandel ist eine Herausforderung, er birgt aber auch Chancen – gerade für aktive Asset Manager. Um diese zu nutzen, hat Union Investment mit dem Strategievorhaben Next Level Portfoliomanagement die Weichen gestellt.

Klimawandel, Regulierung, Technologie, Kundenbedürfnisse und zuletzt die Corona-Krise – der Umbruch in der Asset-Management-Industrie hat viele Ursachen. Hinzu kommt ein komplexeres und anfälliger gewordenes Kapitalmarktumfeld. So viel Wandel war selten, und zwar auf nahezu allen Ebenen. Die rasante Entwicklung fordert den Ansatz des aktiven, fundamentalen Portfoliomanagements heraus.

„Auf Veränderungen wie diese müssen wir als verantwortungsbewusster Asset Manager schnell und aktiv reagieren. Deshalb haben wir bei Union Investment vor zwei Jahren das Vorhaben Next Level Portfoliomanagement, kurz NLPM, ins Leben gerufen“, sagt Dr. Frank Engels, Leiter des Portfoliomanagements bei Union Investment. Denn nicht nur die Welt ist im Wandel, Union Investment ist es auch – NLPM ist eines der größten internen Strategievorhaben der jüngeren Vergangenheit. „Wir haben damit die Herausforderung angenommen, aktives Asset Management auf eine neue Qualitätsstufe zu heben.“

Frühzeitig vor die Kurve kommen

Entsprechend viel ist seit dem Startschuss passiert. So wurde unter anderem ein thematisches Kapitalmarktresearch aufgebaut. Denn: Eigene analytische Fähigkeiten – und damit eine stärkere Unabhängigkeit von externen Dienstleistern – werden zunehmend zum Wettbewerbsvorteil. Unsere Kunden erwarten einen eigenen, aktiven Beitrag bei der Anlage ihrer Gelder und zunehmend in der Kontrolle der Verwendung ihrer Anlagen. Das wird nach den Erfahrungen mit der Corona-Krise noch weiter zunehmen. In erster Linie betrifft dies das sogenannte Themenresearch, bei dem assetklassenübergreifend die Relevanz von Wirtschafts- und Gesellschaftsthemen sowie geopolitische Zusammenhänge untersucht werden. „Das ermöglicht uns, eine noch größere Ideenvielfalt in unsere Portfolios zu bringen – und letztlich bessere Anlageentscheidungen zu treffen“, betont Engels.

Um unsere Recherche- und unsere Investmentkompetenzen enger zu verzahnen, haben wir die komplette Ablauf- und Aufbauorganisation im Portfoliomanagement neu ausgerichtet.

Dr. Frank Engels

Leiter Portfoliomanagement bei Union Investment

Dr. Frank Engels

Das Ziel: Mehr Austausch, eine bessere Vernetzung und damit ein Rundumblick auf die Kapitalmärkte. „Agilität schlägt Komplexität“, fasst Engels das Vorhaben zusammen. Er verweist dabei besonders auf das Thema Nachhaltigkeit, das mittlerweile viel stärker in den Investmentprozess integriert ist.

Internationalisierung als Antwort auf Negativzinsen

Trotz allem: Chancen nutzen, Renditen heben – das war bei der Zinspolitik der letzten Jahre schon keine leichte Aufgabe. Das Niedrigzinsumfeld ist zementiert. Deshalb hat man im Portfoliomanagement im Zuge der Neuausrichtung des Researches verstärkt nach Japan geblickt, wo es bereits seit längerem ein schwaches Wirtschaftswachstum und kaum Inflation gibt. „Daraus haben wir als Asset Manager vor allem einen Schluss gezogen: Wir müssen Chancen jenseits der Heimatmärkte noch mehr nutzen“, erklärt Dr. Jörg Zeuner, Leiter des neu geschaffenen Bereichs „Research & Investment Strategy“ (RIS) und Chefvolkswirt bei Union Investment.

Wir müssen Chancen jenseits der Heimatmärkte noch mehr nutzen.

Dr. Jörg Zeuner

Leiter des Bereichs „Research & Investment Strategy“ (RIS) und Chefvolkswirt bei Union Investment

Dr. Jörg Zeuner

Die Anlagestrategie sei inzwischen entsprechend internationaler aufgestellt worden. „Diese Diversifikation ist auch im Sinne unserer Anlegerinnen und Anleger“, ergänzt Zeuner, „und sie ist ein schönes Beispiel dafür, wo wir mit NLPM hinwollten.“ Denn außerhalb der Eurozone ist das realwirtschaftliche Wachstum oftmals höher und bietet gut aufgestellten Unternehmen bessere Ertragschancen, die sich oftmals auch in mittelfristig höheren Renditen widerspiegeln. Die Corona-Krise wird allerdings die realen Renditen auf absehbare Zeit eher unter Druck setzen. Umso wichtiger ist der breite, strategische Blick auf Anlageklassen und Regionen mit dem Ziel, Zusatzrenditen für die Portfolios zu generieren. Der Umbau vieler Teile der Wirtschaft infolge der Corona-Krise lässt beispielsweise neue Renditechancen entstehen. „Auch diese neuen Trends kann eine eigene Strategieeinheit unabhängig analysieren und Antworten entwickeln“, so Zeuner weiter.

Aktives Management bleibt sein Geld wert

Nach Ansicht von Dr. Engels hat das vergangene Geschäftsjahr, aber auch das erste Quartal 2020 schon gezeigt, dass Märkte nicht immer und nicht zu jeder Zeit effizient sind und immer wieder große Herausforderungen bewältigen müssen. Die Risiken werden nicht weniger, sie werden mehr und sie erfordern komplexere Antworten. Die Kapitalanlage der Zukunft braucht daher ein leistungsfähiges Research und ein aktives, verantwortungsbewusstes Risikomanagement. „Dank NLPM sind wir dafür sehr gut aufgestellt“, sagt Engels.

Kaum eine Branche hat mehr Potenzial, zum Klimaschutz beizutragen, als die Immobilienbranche.

Nachhaltigkeitsstatus von Immobilien transparent machen

Laut BMU entstehen über 30 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland beim Betrieb von Gebäuden. Die Immobilienbranche ist deshalb ein wichtiger Player bei der Erreichung der Klimaziele bis 2050 und trägt damit eine große Verantwortung, Mietern, Anlegern und Marktbegleitern gegenüber transparent zu sein.

Bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Immobilienbestand zu erreichen ist erklärtes politisches Ziel in Deutschland, um die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen. Der Zeitraum bis 2050 ist lang. Sich aber erst in ein paar Jahren darum zu kümmern ist für Union Investment keine Alternative. Denn CO2-Werte, insbesondere von gewerblichen Bestandsimmobilien, können im Laufe der Zeit nur allmählich gesenkt werden. Mit Hilfe der „Manage to Green“-Strategie, die Union Investment bereits 2018 entwickelte, werden entlang des Klimapfads Zwischenziele definiert. An diesen lässt sich abschätzen, ob das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist und die Qualität ihres Portfolios sicherstellt. „Wir haben im Immobilienbereich von Union Investment Nachhaltigkeit bereits seit über zehn Jahren in die Geschäftsstrategie integriert“, sagt Jörn Stobbe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate GmbH. „In den vergangenen Jahren haben wir viele Anstrengungen unternommen und Investitionen getätigt, um ein glaubwürdiger Pionier hinsichtlich Nachhaltigkeit in der Branche zu sein.“ Doch wie nachhaltig ist ein Gebäude eigentlich? Diese Frage zu beantworten ist essenziell, wenn man sich kontinuierlich verbessern möchte. Somit ist es dem Unternehmen ein wichtiges Anliegen, Nachhaltigkeit, insbesondere bei gewerblichen Bestandobjekten, transparent zu machen.

Das neue atmosphere-Label von Union Investment

Während es für Neubau-Projekte bereits gesetzliche Anforderungen gibt, energetische Standards zu erfüllen, fehlen für Bestandsobjekte hingegen eindeutige Richtwerte. Mit dem neuen Nachhaltigkeitslabel atmosphere hat Union Investment 2019 deshalb einen wichtigen Meilenstein erzielt, der die Nachhaltigkeit von Gebäuden transparent macht – und zwar mit nur einer Kennzahl. Mieter, Anleger, das Immobilienmanagement und Marktbegleiter können zukünftig anhand dieser Zahl ablesen, wie ihre Immobilien oder ihr Portfolio nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien bewertet wurden.

Das Besondere an dem Label, das in Zusammenarbeit mit dem unabhängigen Beratungsunternehmen atmosgradº entstand: In dieser Kennzahl werden die echten Verbrauchswerte einer Immobilie ins Verhältnis zum Klimapfad gesetzt. Das heißt, der Score zeigt auf, wieviel Prozent der Nachhaltigkeitskriterien der „Manage to Green“-Strategie bereits umgesetzt worden sind, und gleichzeitig auch, wie viel zur Zielerreichung noch fehlt.

Jörn Stobbe

Der Immobilienbereich von Union Investment hat Nachhaltigkeit bereits seit über zehn Jahren in seine Geschäftsstrategie integriert und bewegt sich Schritt für Schritt auf das von der Bundesregierung erklärte Ziel eines nahezu CO2-neutralen Immobilienbestands bis zum Jahr 2050 zu. Uns ist bewusst, dass kaum eine Branche ähnlich großes Potenzial hat, zum Klimaschutz beizutragen, wie wir.

Jörn Stobbe

Vorsitzender der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate GmbH

Adäquate Gewichtung aller Faktoren

Bei Gewerbeimmobilien wird ein großer Teil des gesamten Energiebedarfs für Heizen und Warmwasser aufgewendet. Deshalb war bei der Entwicklung des Labels schnell klar, dass die Verfügbarkeit und das Management von Daten zu Energie- und Wasserverbräuchen, aber auch zu Abfall und CO2-Emissionen, die Kernstücke des Scoring-Modells bilden müssen. Diese sind je Gebäude zu erheben und fortlaufend zu beobachten. Um den ganzheitlichen Ansatz von Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft abzubilden, wurden zudem der Nutzerkomfort, gebäudestrukturrelevante Daten, Maßnahmen zur Optimierung im Betrieb und Governance-Aspekte wie etwa Elemente der Fondssteuerung im Scoring berücksichtigt.

Doch die Herausforderung bestand in einer adäquaten Gewichtung aller Faktoren. Das Scoring-Modell setzt sich deshalb aus drei Analysefeldern zusammen: Zu 40 Prozent geht der Faktor „Verbräuche und Emissionen“ in die Bewertung ein. Dazu werden die Daten zum einen auf Jahresbasis erhoben und zum anderen mit den Zieldaten für das Jahr 2030 und portfoliointernen Benchmarks verglichen. Weitere 40 Prozent trägt der Sustainable Investment Check (SI-Check) von Union Investment zum Ergebnis bei. Der SI-Check wurde im Jahr 2009 eingeführt und zuletzt im Jahr 2018 aktualisiert. Er bemisst die Nachhaltigkeit einer Immobilie sowie ihre Potenziale an den sieben Kriterien Gebäudeautomation, Ressourcen, Technik und Hülle, Ökonomie, Nutzerkomfort, Betrieb und Standort. Der SI-Check wird ebenfalls jährlich wiederholt. Die übrigen 20 Prozent des Scorings entfallen auf Aspekte der Fondsstrategie. Dazu zählt beispielsweise die Anwendung von Mieterausschlusskriterien, Reporting oder der Ausweis von Nachhaltigkeitszertifikaten. „Mit dem atmosphere-Label ist es uns gelungen, nicht nur ein Scoring für unseren eigenen Bestand an Gewerbeimmobilien zu entwickeln. Es hat auch Potenzial, zum Marktstandard für die Immobilienwirtschaft zu werden“, unterstreicht Jörn Stobbe.

Neben dem Nachhaltigkeitslabel trifft Union Investment weitere Maßnahmen, um die Klimaneutralität ihrer Gebäude zu fördern:

  • Das atmosphere-Label im Überblick

    Das Label zeigt auf einen Blick den Grad der Zielerreichung. Je mehr grüne Etagen, desto mehr Nachhaltigkeitskriterien wurden bislang erfüllt.

  • Das Energiemonitoring:

    Energiemonitoring ist ein wesentlicher Schlüssel für einen klimaneutralen Immobilienbestand bis 2050. Bei Bestandsimmobilien spielt deshalb intelligentes Betriebsmanagement eine wichtige Rolle. Aufgabe ist es, für Energieeffizienz und -einsparungen in den Gebäuden zu sorgen. In Deutschland hatten Union Investment und der Property-Management-Dienstleister Apleona Anfang 2019 ein Pilotprojekt mit zehn Gewerbeimmobilien gestartet, das im Sommer 2019 um weitere 17 an europäischen Standorten ausgeweitet wurde.

  • Digitale Plattform ImmoSustain

    Beim Thema Nachhaltigkeit ist die Digitalisierung nicht wegzudenken. Das zeigt das Beispiel der neuen Plattform ImmoSustain. Die digitale Lösung macht es unter anderem möglich, Verbrauchsdaten aus Versorgerrechnungen automatisch auszulesen und die gesammelten Daten effizient zu verwalten. Darüber hinaus bietet die Plattform die Möglichkeit, Daten, die im Rahmen des Energiemonitorings erhoben werden, automatisch einzulesen.

Um in einem komplexen und dynamischen Umfeld zukunftsfähig zu bleiben, braucht es Lust am Lernen, Freude am Entdecken, technologisches Know-how und jede Menge ‚Macher‘.

Rüdiger Tröndle

Abteilungsleiter Zukunftstechnologien und Digitalisierung

Da entwickelt sich was...

Die Welt wird komplexer, die digitale Transformation nimmt Fahrt auf. Bei Union Investment erfindet sich die IT deshalb neu: vom Umsetzer zum Gestalter. Im 2019 eröffneten Digital Lab werden nun Ideen mithilfe technischer Innovation zu konkreten Projekten.

Ein Rundgang durch das Digital Lab, der technologischen Innovationsschmiede von Union Investment.

In der IT von Union Investment herrscht geschäftiges Treiben, denn sie steckt mitten in einem Veränderungsprozess. Kostenorientierung war bisher eines der größten Ziele – ineffiziente Geschäftsprozesse anpacken und durch den klugen Einsatz von Technologie unnötige Ausgaben einsparen. Doch mit der digitalen Transformation rückt auch die Orientierung am Geschäftsnutzen, also der Effektivität, weiter in den Fokus. Wird Technologie zu einem zentralen Baustein des Geschäftsmodells, tritt die IT zukünftig noch stärker als Treiber, Gestalter und Motor der Digitalisierung auf. Ein ehrgeiziges Ziel, das nur im engen Schulterschluss mit den Fachbereichen erreicht werden kann. Wie kommt hier also das Digital Lab ins Spiel, das Union Investment vor nunmehr einem halben Jahr eröffnet hat?

Prototypen, Prototypen, Prototypen

„Um in einem zunehmend komplexen und dynamischen Umfeld zukunftsfähig zu bleiben, braucht es Lust am Lernen, Freude am Entdecken, Know-how in neuen Technologien und jede Menge „Macher“. Das sind die Bausteine, die das Digital Lab von Union Investment vereint und den Fachbereichen für ihren Erfolg zur Verfügung stellt“, sagt Rüdiger Tröndle, Abteilungsleiter Zukunftstechnologien und Digitalisierung.

Wir verbinden unsere technologische Expertise mit der fachlichen aus den Geschäftsbereichen und entwickeln so digitale Prototypen, die Mehrwert für unsere Kollegen, Partnerbanken und deren Endkunden stiften.

Jan Rohrberg

Gruppenleiter Innovationsmanagement und Zukunftstechnologien

Jan Rohrberg, sein Partner auf dieser Mission und Gruppenleiter Innovationsmanagement und Zukunftstechnologien, ergänzt: „Natürlich vereint uns hier im Digital Lab der Spaß an neuen Technologien, ohne diesen geht es nicht. Aber unser Fokus liegt dabei immer ganz klar darauf, unsere technologische Expertise mit der fachlichen aus den Geschäftsbereichen zu verbinden und so digitale Prototypen zu entwickeln, die großen Mehrwert für unsere Kollegen, unsere Partnerbanken sowie deren Endkunden stiften.“

Dabei durchlaufen wir drei Phasen, die jedoch auch unabhängig voneinander betrachtet und ausgeführt werden können:

Infografik
Beispielhafte Arbeitsergebnisse

Mitte September 2019 sind sie mit diesem Vorhaben offiziell gestartet. Seitdem haben sie die Zeit genutzt, um sich die Bedürfnisse und Herausforderungen der Fachbereiche im Unternehmen anzuhören und ihre Unterstützung anzubieten. Eine Vielzahl digitaler Prototypen ist entstanden. Einige davon gehen bereits in die Umsetzung und Einführung.

Digitale Prototypen, die das Digital Lab umsetzt

  • Chatbot im Personalbereich

    Der Chatbot “HRbert” wurde gerade erst unternehmensweit ausgerollt. Mit seiner Hilfe können Personalfragen interaktiv beantwortet werden. Das spart den Kollegen Zeit bei der Informationssuche und entlastet langfristig die Mitarbeiter im Personalbereich. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig. Auch für einen Chatbot im Kundenbereich entsteht gerade ein Prototyp.

  • Unternehmensweite Einführung von RPAs

    Robotic Process Automation treibt derzeit viele Unternehmen um, weil es schnelle und kostengünstige Abhilfe bei Digitalisierungsbestreben schafft. Circa 50 RPAs wurden bei Union Investment schon verprobt und umgesetzt. Nun ist das weitere Ziel, einige der Roboter „smart“ zu machen, sodass maschinelles Lernen in Zukunft auch bei Systemen mit unterschiedlichen Reifegraden nutzbar gemacht werden kann.

  • Ein Dokumenten-Bot für attrax

    Fondsstammdaten sind zwingend erforderlich, wenn ein Fonds neu aufgelegt wird. Allerdings ist ihre manuelle Beschaffung aus verschiedenen Informationsquellen extrem aufwändig. Die dafür benötigten grundlegenden Informationen – wie zum Beispiel die ISIN aber auch Informationen aus dem nachfolgenden, oft hundertseitigen Detailbericht aus unstrukturiertem Text und teilweise strukturierten Zahlen in Tabellen – sucht sich der Bot eigenständig zusammen und erstellt einen übersichtlichen Bericht in einem Bruchteil der bisher benötigten Zeitspanne.

  • 360-Grad-Video zur Unternehmenspräsentation

    Wie könnte man Union Investment besser erlebbar machen, als mit einem 360-Grad-Video durch eine Virtual-Reality-Brille? Das haben auch die hausintern Zuständigen für Employer Branding erkannt und setzen es zukünftig für Messen und andere Kontaktpunkte ein.

Vertrauen zu schaffen und kommenden Herausforderungen gewachsen zu sein, erfordert, das eigene Verhalten stetig zu reflektieren.

Sandra Hofer

Leiterin des institutionellen Geschäfts in Österreich

Führen durch Selbstreflexion

Mit 28 Jahren stieg Sandra Hofer bei Union Investment ein und begleitete den Aufbau der österreichischen Gesellschaft von Anfang an mit. Heute ist sie Führungskraft und blickt darauf zurück, welche Fähigkeiten ihr helfen, auch unvorhergesehene Herausforderungen zu meistern.

„Als kleines Kind wollte ich Hotelmanagerin werden“, sagt Sandra Hofer und lächelt dabei. Heute ist sie die Leiterin des institutionellen Geschäfts von Union Investment in Österreich und hat den Aufbau des Marktes und der Gesellschaft mitbegleitet. Was diese Berufe gemeinsam haben? Für Hofer ganz klar: Bei beiden benötige man Organisations- und Führungsfähigkeiten. Zudem sei es wichtig, die Bedürfnisse des Kunden zu verstehen und flexibel darauf einzugehen, um auch in Zukunft noch wettbewerbsfähig zu sein. Und der Erfolg gibt ihr recht: Als Leiterin des institutionellen Geschäfts übernimmt sie mittlerweile Verantwortung für rund vier Milliarden Assets under Management. Von Union Investment wurde sie 2020 für ein Programm zur Förderung weiblicher Führungskräfte vorgeschlagen, das von der österreichischen Wirtschaftskammer und dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaft angeboten wird.

Vertrauen zu schaffen und dabei sicherzustellen, dass die eigene Führung den aktuellen und kommenden Herausforderungen gewachsen ist, erfordert es, das eigene Verhalten stetig zu reflektieren und zu hinterfragen.

Sandra Hofer

Leiterin des institutionellen Geschäfts von Union Investment in Österreich

Sandra Hofer

Doch auch Hofer hat mal klein angefangen. Nachdem sie schon in der Schule Feuer und Flamme für alle Wirtschafts- und Kapitalmarktthemen war, absolvierte sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau in einer österreichischen Raiffeisenbank, setzte zwei Masterabschlüsse oben drauf und lernte in dieser Zeit auch Union Investment kennen. „Der damalige Geschäftsführer war auf der Suche nach Mitarbeitern für den Aufbau des Geschäfts in Österreich. So renommiert Union Investment damals in Deutschland war, so unbekannt war es in Österreich. Also packte mich der Ehrgeiz, ein im Heimatmarkt etabliertes Unternehmen in Österreich von der Entstehung an zu begleiten.“

Andere führen und sich selbst reflektieren

Das war 2008. 2015 übernahm die gebürtige Linzerin dann neben der fachlichen Führung auch die personelle Führung ihres Teams. Trotzdem ist es ihr wichtig, immer selbst fachlich gut informiert zu bleiben und sich tief in die Themen des institutionellen Geschäfts einzuarbeiten. Ihr Führungsansatz ist, die Ziele der Mitarbeiter zu kennen und sie stärkengerecht einzusetzen. Dazu tauscht sie sich einmal pro Woche mit jedem Teammitglied einzeln über aktuelle Aufgaben und Herausforderungen aus. Den Rahmen für ihre Mitarbeiter abzustecken und dabei auf die Einzelbedürfnisse einzugehen – das erfordere laut Hofer auch, dass eine Führungskraft in der Lage ist, das eigene Verhalten gut zu reflektieren. „Vertrauen zu schaffen und dabei sicherzustellen, dass die eigene Führung den aktuellen und kommenden Herausforderungen gewachsen ist, erfordert es, das eigene Verhalten stetig zu reflektieren und zu hinterfragen. Nur so kann ich auch in unvorhergesehenen Situationen souverän agieren“, sagt Hofer.

Bewusst abschalten, um das Beste aus sich herauszuholen

Dass zu Reflexion immer auch die nötige Portion Abstand vom Arbeitsalltag wichtig ist, hat die heute 40-Jährige mit der Zeit gelernt. „Zu meinem Berufseinstieg habe ich noch nicht so bewusst auf eine ausgewogene Work-Life-Balance geachtet. Heute möchte ich meinen Mitarbeitern vorleben, dass bewusstes Abschalten wichtig ist, um seine Fähigkeiten gut einzubringen und beste Leitungen erbringen zu können“, sagt Hofer. Sie selbst verbringt ihre Wochenenden zum Ausgleich gerne in ihrer Heimat in Oberösterreich, geht in die Berge zum Wandern und Radfahren oder macht Yoga. Dass Union Investment zunehmend Angebote wie das mobile Arbeiten schafft und so den Mitarbeitern mehr Flexibilität einräumt, ist für sie ein klarer Vertrauensbeweis an die Mitarbeiter. „Ich habe auch den Eindruck, dass die Mitarbeiter das wissen und sehr schätzen.“

Zu meinem Berufseinstieg habe ich noch nicht so bewusst auf eine ausgewogene Work-Life-Balance geachtet. Heute möchte ich meinen Mitarbeitern vorleben, dass bewusstes Abschalten wichtig ist, um seine Fähigkeiten gut einzubringen und beste Leitungen erbringen zu können.

Sandra Hofer

Leiterin des institutionellen Geschäfts von Union Investment in Österreich

Fragt man Hofer heute danach, ob die Entscheidung gegen den Beruf der Hotelmanagerin die richtige gewesen ist, lacht sie und sagt: „Ich weiß nicht, welche Herausforderungen da auf mich zugekommen wären, bin aber rückblickend glücklich darüber, was ich bisher alles erleben durfte und welche Menschen ich auf diesem Weg treffen konnte.“

Es ist wichtig, ein klares Ziel anzuvisieren und es selbstbewusst zu kommunizieren.

Annette Bierweiler

Senior Business Expert Portfoliomanagerin

Zwischen Kampfsport und Kapital

Schon während ihres Magisterstudiums der Romanistik und Betriebswirtschaftslehre wusste Bierweiler, dass sie einmal im Portfoliomanagement arbeiten möchte. Mit ihren Erfahrungen bestärkt sie heute andere Frauen in ihrer Karriere in der Finanzbranche.

Wer Annette Bierweiler begegnet, spürt eines sofort: eine unbändige Energie. Ruhig und gelassen erzählt sie von ihren anfänglichen Herausforderungen als Frau im Portfoliomanagement. „Wenn ich während meiner Uni-Zeit erwähnt habe, dass ich unbedingt als Portfoliomanagerin arbeiten möchte, wurde ich gleich als Exotin abgetan.“

Belächelt wurde sie jedoch nur so lange, bis sie 1998 bei Union Investment als Portfolio Associate einstieg. Heute ist sie nicht nur eine von wenigen Frauen, die im Portfoliomanagement von Union Investment als Fondsmanagerin Fuß gefasst haben, kürzlich wurde sie sogar zur ersten Senior Business Expert Portfoliomanagerin in ihrem Segment befördert.

Um abzuschalten mache ich Karate und kickboxe auch leidenschaftlich gerne. Gerade beim Kickboxen braucht es Ausdauer und Flexibilität, um treffsicher zu sein. Genau wie beim Erreichen beruflicher Ziele.

Annette Bierweiler

Portfoliomanagerin bei Union Investment

Die Kraft, mit der sie ihre Karriere selbst gestaltet hat, treibt die dreifache Mutter auch privat an. „Um abzuschalten mache ich Karate und kickboxe auch leidenschaftlich gerne. Gerade beim Kickboxen braucht es Ausdauer und Flexibilität, um treffsicher zu sein. Genau wie beim Erreichen beruflicher Ziele“, erklärt die Portfoliomanagerin.

Startkapital für die Karriere

Ihre eigenen Ziele hat sie sich konsequent erkämpft, jetzt unterstützt die 48-Jährige Frauen bei deren Karriere im noch immer männerdominierten Portfoliomanagement. „Vor allem Berufseinsteigerinnen brauchen Unterstützung, um sich ein Netzwerk aufzubauen. Mir hätte damals eine Mentorin sehr weitergeholfen.“ Bierweiler setzt sich daher nun selbst als solche ein und hilft jungen Frauen dabei, sich für die Zukunft im Portfoliomanagement von Union Investment vorzubereiten.

Es ist wichtig, ein klares Ziel anzuvisieren und es selbstbewusst zu kommunizieren. Kennt man seine Ziele und kann sie klar äußern, erhält man auch Unterstützung von Union Investment.

Annette Bierweiler

Portfoliomanagerin bei Union Investment

Annette Bierweiler

Ihre Vorgehensweise: die geschlechterspezifischen Fähigkeiten nutzen. „Da sind wir heute ein wenig weiter als zu meiner Zeit. Es steht nicht länger an erster Stelle, Frauen die Stärken der Männer einzutrichtern. Stattdessen können sie ihre eigenen weiterentwickeln. Das ist ein großer Schritt in Richtung diverse Teams. Ein Projekt, welches im Portfoliomanagement gerade gestartet ist“, betont sie. Ihr Rat an weibliche Nachwuchskräfte im Unternehmen: „Es ist wichtig, ein klares Ziel anzuvisieren und es selbstbewusst zu kommunizieren. Kennt man seine Ziele und kann sie klar äußern, erhält man auch Unterstützung von Union Investment.“ Das schätzt sie selbst sehr an ihrem Arbeitgeber.

Eine Grundlage für morgen schaffen

Genau wie die hohe Verantwortung und die Vielseitigkeit in ihrem Job: „Mein Ziel ist es, eine Grundlage für morgen zu schaffen. Das bedeutet für mich auch, die Anlageziele unserer Kunden zu erreichen. Dafür muss ich jeden Kunden gut kennen, das ist es, was meinen Job ausmacht.“ So entwickelten sich über die Zeit langjährige Kundenbeziehungen, die auf einem etablierten Vertrauensverhältnis beruhen. „Eine Portfoliomanagerin muss zum jeweiligen Kunden passen. Das ist bei Finanzanlagen noch immer sehr wichtig.“

Auch dass die Werte des Arbeitsgebers mit ihren persönlichen Werten übereinstimmen, ist für Annette Bierweiler eine Grundvoraussetzung. Von Union Investment bekomme sie da zum Beispiel Unterstützung in ihrer individuellen Lebensplanung. „Mobiles Arbeiten ist nicht selbstverständlich und baut auch auf gegenseitigem Vertrauen auf. Schließlich kann man die Arbeitszeit nie so klar abgrenzen“, sagt sie. Einerseits wolle sie die Zeit mit ihren drei Kindern gut planen, andererseits müsse sie sich über Ereignisse, die ihre Produkte betreffen, auch in ihrer Freizeit informieren. Und dann sind da ja auch noch eigene Ziele: „In Karate möchte ich meinen schwarzen Gürtel machen. Aus dem Sport schöpfe ich einfach immer neue Kraft.“ Kraft, die sie danach wieder gewinnbringend einsetzen kann. Für ihre Kinder, ihre Mentees und ihre Kunden.

Morgen möglich machen

In einer Welt des Wandels gehen wir mutig neue Wege. Welche Erfolge wir im vergangenen Jahr auf diese Weise erzielt haben, können Sie im Pflichtteil des Geschäftsberichts 2019 lesen. Laden Sie sich diesen hier herunter:

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