Union Investment nimmt Corporate Governance im DAX und MDAX unter die Lupe

  • Unternehmen sollen Ranking nicht als Kritik, sondern als Ansporn verstehen
  • Union Investment will nachhaltige Transformation aktiv begleiten
  • Notenschnitt von 2,1 im DAX und 3,0 im MDAX
  • Verbesserungsbedarf bei Ämterhäufung, Unabhängigkeit und Transparenz

Frankfurt am Main, 13. Juli 2021 – Gute Unternehmensführung (Corporate Governance) ist entscheidend für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Deshalb hat Union Investment mit dem Stimmrechtsberater IVOX Glass Lewis ein Corporate-Governance-Ranking entwickelt, das jetzt zum vierten Mal für den DAX und zum zweiten Mal für den MDAX vorliegt. „Das Ranking möchte für die Wichtigkeit des Themas sensibilisieren und Defizite offenlegen“, sagt Jens Wilhelm, im Vorstand von Union Investment zuständig für Portfoliomanagement und Immobilien. „Die Unternehmen sollen das Ranking nicht als Kritik, sondern als Ansporn verstehen. Dann wird der Kapitalmarkt zum Motor für gute Unternehmensführung, wovon Unternehmen und Aktionäre gleichermaßen profitieren“, erläutert Wilhelm. Er plädiert dafür, das Thema Corporate Governance nicht isoliert zu betrachten, sondern in einem breiteren ESG-Kontext zu sehen: „Nachhaltigkeit ist fundamental geworden. Wir wollen als Treuhänder die Transformation der Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit aktiv begleiten.“

Der Notenschnitt liegt im DAX bei 2,1 (nach 2,0 im Vorjahr) und im MDAX bei 3,0 (nach 2,8 im Vorjahr). „Ich würde den Unternehmen nicht generell ein schlechteres Zeugnis ausstellen, aber das vergangene Jahr ist auch nicht genutzt worden, um eine Schippe draufzulegen“, ordnet Wilhelm die Ergebnisse ein. „Die niedrig hängenden Früchte sind geerntet, jetzt muss es weitergehen.“ Vanda Rothacker, ESG-Analystin mit Schwerpunkt Corporate Governance bei Union Investment, ergänzt: „Wir haben die Kriterien für das Ranking erweitert und fragen mehr Daten ab, schauen also noch genauer hin und finden dabei natürlich auch mehr Schwachstellen.“ Spitzenreiter im DAX mit Note 1- sind Allianz, Deutsche Börse, BASF und E.ON, Schlusslicht mit Note 4 ist DAX-Neuling Delivery Hero.

Im MDAX führen Aurubis und die Commerzbank das Feld mit Note 1- an, während hier gleich sieben Unternehmen die für eine ausreichende Leistung nötige Mindestpunktzahl von 100 Punkten nicht erreichen: Shop Apotheke, Porsche, Rational, Ströer, Aroundtown, Grandcity Properties und Encavis. Verbesserungsbedarf erkennt Rothacker vor allem bei den Themen Ämterhäufung und Unabhängigkeit im Aufsichtsrat, insbesondere beim Vorsitz des Prüfungsausschusses: „Diesen stufen wir bei zwölf DAX-Unternehmen als nicht unabhängig ein.“ Mit Blick auf die großen Notenunterschiede im MDAX bemängelt Rothacker: „Wenn man im Ranking weiter nach unten schaut, wird es düster. Hier haben die Unternehmen noch sehr viele Hausaufgaben zu machen, speziell beim Thema Transparenz.“

Das Ranking basiert auf 128 Kriterien zu sieben Themenfeldern, die für Union Investment bei der Bewertung der Corporate Governance von Unternehmen relevant sind: 1. Kapital, 2. Vorstand, 3. Aufsichtsrat, 4. Vergütung des Vorstands, 5. Vergütung des Aufsichtsrats, 6. Abschlussprüfung und 7. Transparenz.
Die erhobenen Datenpunkte werden auf einer Bewertungsskala von 0 bis 4 gewichtet und von der maximal erreichbaren Punktzahl 150 abgezogen, so dass sich für jedes Unternehmen eine Gesamtpunktzahl ergibt. Diese wird in ein Schulnotensystem übersetzt: Für eine ausreichende Leistung (Note 4) müssen mindestens 100 Punkte erreicht werden. Das Ranking ist im Sinne bestmöglicher Objektivität und Vergleichbarkeit rein quantitativ angelegt und beruht auf breiter Datengrundlage. Bewertungsbasis bei allen Unternehmen sind die öffentlich verfügbaren Daten per Ende März 2021.

Weiterführende Informationen zum Corporate-Governance-Ranking der DAX- und MDAX-Konzerne finden Sie hier. Darüber hinaus finden Sie hier ein ausführliches Interview zum Thema.

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Ansprechpartner

Andreas Keller

Andreas Keller

Pressesprecher

Portfoliomanagement, Kapitalmarkt

Telefon: 069-2567-3270

E-Mail: andreas.keller@union-investment.de

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