Studie: Die Wohlstandsformel – was die Sachsen zufrieden macht

  • Familie, Bildung und Einkommen bringen Zufriedenheit - wer spart ist zufriedener
  • Allein leben macht unzufrieden
  • Zufriedenheitskiller Pflege

Frankfurt am Main, 31. Januar 2019 – Die Menschen in Sachsen sind insgesamt mit der Welt und sich im Reinen. Gut jeder Zweite (52 Prozent) sagt von sich, dass er mit seinem Leben zufrieden ist. Nur ein verschwindend geringer Anteil von einem Prozent ist unzufrieden. 47 Prozent ordnen sich dazwischen ein. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag von Union Investment durch Kantar Emnid. Die Studie ging der Frage nach, welche Komponenten zum individuell wahrgenommenen Wohlstand beitragen. Einerseits wurden materielle Aspekte untersucht, gemessen über die Frage, inwiefern man sich leisten kann, was man haben möchte. Andererseits wurde betrachtet, welche Faktoren zum emotionalen Wohlstand und damit zum Wohlbefinden der Menschen beitragen – gemessen über die Frage nach der allgemeinen Lebenszufriedenheit. „Die Ergebnisse bestätigen, dass sich emotionaler und materieller Wohlstand nicht trennen lassen. Beides gehört sehr eng zusammen und muss daher gemeinsam betrachtet werden“, sagt Andreas Sander, Landesdirektor für Sachsen bei Union Investment.

Die Studie zeigt, dass bei der Beurteilung der eigenen Lebenssituation materieller Wohlstand eine Rolle spielt, das Thema insgesamt aber umfassender ist: „Die Wohlstandsformel lautet: Es geht nicht nur um Besitz, Einkommen und Vermögen, sondern auch um das allgemeine Wohlbefinden, Lebensziele und was die Menschen antreibt, bestimmte Entscheidungen zu treffen“, so Sander weiter.

Emotionaler Wohlstand: Was macht Menschen zufrieden?

Zufriedenheit ist häufig abhängig vom Eintritt verschiedener Ereignisse mit einschneidender Bedeutung für die eigene Biographie. So zeigen sich bundesweit unter anderem die Menschen am zufriedensten, die in den vergangenen zehn Jahren ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung gekauft haben. Bei ihnen liegt der Zufriedenheitswert auf einer Skala von 0 bis 10 bei 8,0. Fast genauso zufrieden sind diejenigen, die im gleichen Zeitraum einen Karriereschritt nach oben gemacht haben (7,9). Auch die eigene Hochzeit in den vergangenen zehn Jahren verbessert den Zufriedenheitswert auf 7,8. Bemerkenswert: Am zufriedensten sind Menschen, die in den vergangenen zehn Jahren einen größeren Geldbetrag verschenkt haben (8,2).

Großen Einfluss auf die Zufriedenheit hat die Familie: Je größer der Haushalt ist, um so zufriedener sind die Menschen in Deutschland. Dort wo vier oder mehr Personen leben, sagen fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent), dass sie zufrieden sind. Ihr Zufriedenheitswert liegt bei 7,7. Auch auf wichtige Lebensentscheidungen hat die Familie großen Einfluss. In Sachsen ist dies bei mehr als acht von zehn der Befragten (83 Prozent) der Fall, das ist der höchste Wert bundesweit. „Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass neben der Familie auch die Bildung einen großen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit hat“, erklärt Oliver Krieg, Senior Director bei Kantar Emnid.

Darüber hinaus steigt erwartungsgemäß im ganzen Land die Lebenszufriedenheit der Befragten auch mit zunehmendem Einkommen und Vermögen. So zeigt sich, dass Sparer unabhängig vom Einkommen die zufriedeneren Menschen sind. Denn ganz gleich ob geringes, mittleres oder hohes Einkommen: Über alle Gehaltsstufen hinweg äußern Sparer eine größere Lebenszufriedenheit. Von den Befragten, die monatlich sparen, sind bundesweit knapp zwei Drittel mit dem Leben insgesamt zufrieden (63 Prozent). Wer mit seinem Leben zufrieden ist, spart durchschnittlich 481 Euro pro Monat. Das entspricht einer Sparquote von 14,6 Prozent. Alle anderen Sparer kommen auf eine Quote von 11,8 Prozent und legen 316 Euro monatlich beiseite. Hinzu kommt: Unzufriedene Menschen sparen häufig gar nicht. Fast zwei Drittel (61 Prozent) der Unzufriedenen sagen, dass sie gar nicht sparen. Unter den Zufriedenen sagen dies nur 14 Prozent. Der Durchschnitt liegt bei 22 Prozent. „Sparen bedeutet für die Menschen Sicherheit und sorgt so eben auch für Zufriedenheit“, folgert Landesdirektor Sander.

Bei ihren Sparzielen setzten die Sachsen auf den Notgroschen (56 Prozent), bundesweit sparen mit 54 Prozent etwas weniger Menschen für eine Notfallreserve. Wichtiger als für andere Bundesländer ist den Sachsen auch bei den Sparzielen die Familie. 38 Prozent legen für Kinder oder Enkel Geld beiseite. Dieser Wert liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 27 Prozent. 

Materieller Wohlstand in Sachsen: Zufriedenheit plus Optimismus bei den finanziellen Möglichkeiten

Für die Menschen in Sachsen gilt im Besonderen, dass sie mit Blick auf ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten zwar zufrieden sind, aber weniger als der Bundesdurchschnitt. Immerhin jeder Fünfte (20 Prozent) glaubt, dass er sich alles leisten kann, was er haben möchte (bundesweit 26 Prozent). Nur vier Prozent der Befragten geben an, dass sie sich im Moment nur das Nötigste leisten können, bundesweit sind es mit neun Prozent deutlich mehr. Gut drei Viertel der Sachsen (76 Prozent) ordnen sich in der breiten Mitte ein.
Überdurchschnittlich positiv gestimmt sind die Sachsen auch bei der Einschätzung ihres zukünftigen finanziellen Spielraums: Beinahe vier von zehn Befragten im Freistaat (38 Prozent) rechnen damit, sich in zehn Jahren alles leisten zu können, was sie haben möchten (bundesweit 36 Prozent).

 

Was macht unzufrieden?

Die größten Zufriedenheitskiller sind deutschlandweit negative Lebensereignisse in den zurückliegenden zehn Jahren. Ganz vorne liegen hier vor allem Themen, die in der Familie oder im persönlichen Umfeld für große Veränderungen oder Belastungen sorgen. Besonders gravierend sind einschneidende Lebensereignisse, die mit dem Alter zu tun haben. Ganz vorne liegt dabei die eigene Pflegebedürftigkeit. Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, haben den niedrigsten Wert auf der Zufriedenheitsskala (5,6). Aber auch diejenigen, die Angehörige pflegen, sind mit ihrem Leben wenig zufrieden (6,9).

Hinzu kommt: Wer sein Leben allein bestreitet oder bestreiten muss, ist damit weniger zufrieden. Diejenigen, die in den vergangenen zehn Jahre eine Scheidung durchgemacht haben, deren Lebenspartner verstorben ist oder wer als Single lebt, äußert sich eher unzufrieden: Menschen, die in einem Ein-Personen-Haushalt leben, kommen auf der Zufriedenheitsskala nur auf 6,7. Wer hingegen im (mindestens) Vier-Personen-Haushalt lebt auf 7,7.

Wie sich Zufriedenheit auswirkt

Die Studie zeigt, dass zufriedenere Menschen optimistisch nach vorn blicken. Wer zufrieden ist, glaubt häufiger, die finanzielle Zukunft selbst in der Hand zu haben. Drei Viertel (75 Prozent) der zufriedenen Menschen bundesweit meinen, dass sie durch ihr eigenes Sparverhalten beeinflussen können, wie sie in zehn Jahren finanziell aufgestellt sind. Unter denen, die unzufrieden sind, sagen dies nur 36 Prozent. Nur rund ein Drittel der Deutschen (34 Prozent) glaubt nicht daran, die eigene finanzielle Zukunft selbst gestalten zu können.

Zur Studie

Befragt wurden mehr als 3.000 Erwachsene im Zeitraum von Juni bis August 2018. Dazu wurden telefonisch Interviews durchgeführt. Die Befragung ist bevölkerungsrepräsentativ.

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Ansprechpartner

Brigitte Ott

Brigitte Ott

Pressesprecherin (extern)

Privatkundengeschäft, Verbundkommunikation

Telefon: 069-2567-2616

E-Mail: brigitte.ott@union-investment.de

Jutta Reuffer

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Pressesprecherin

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