Studie: Die Wohlstandsformel – was die Hessen zufrieden macht

  • Familie, Bildung und Einkommen bringen Zufriedenheit - wer spart ist zufriedener
  • Allein leben macht unzufrieden
  • Zufriedenheitskiller Pflege

Frankfurt am Main, 31. Januar 2019 – Die Menschen in Hessen sind insgesamt mit der Welt und sich im Reinen. Jeder Zweite (50 Prozent) sagt von sich, dass er mit seinem Leben zufrieden ist. Nur ein verschwindend geringer Anteil von drei Prozent ist unzufrieden. 47 Prozent ordnen sich dazwischen ein. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag von Union Investment durch Kantar Emnid. Die Studie ging der Frage nach, welche Komponenten zum individuell wahrgenommenen Wohlstand beitragen. Einerseits wurden materielle Aspekte untersucht, gemessen über die Frage, inwiefern man sich leisten kann, was man haben möchte. Andererseits wurde betrachtet, welche Faktoren zum emotionalen Wohlstand und damit zum Wohlbefinden der Menschen beitragen – gemessen über die Frage nach der allgemeinen Lebenszufriedenheit. „Die Ergebnisse bestätigen, dass sich emotionaler und materieller Wohlstand nicht trennen lassen. Beides gehört sehr eng zusammen und muss daher gemeinsam betrachtet werden“, sagt Bernd Mahler, Landesdirektor für Hessen bei Union Investment.

Die Studie zeigt, dass bei der Beurteilung der eigenen Lebenssituation materieller Wohlstand eine Rolle spielt, das Thema insgesamt aber umfassender ist: „Die Wohlstandsformel lautet: Es geht nicht nur um Besitz, Einkommen und Vermögen, sondern auch um das allgemeine Wohlbefinden, Lebensziele und was die Menschen antreibt, bestimmte Entscheidungen zu treffen“, so Mahler weiter.

Emotionaler Wohlstand: Was macht Menschen zufrieden?

Zufriedenheit ist häufig abhängig vom Eintritt verschiedener Ereignisse mit einschneidender Bedeutung für die eigene Biographie. So zeigen sich bundesweit unter anderem die Menschen am zufriedensten, die in den vergangenen zehn Jahren ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung gekauft haben. Bei ihnen liegt der Zufriedenheitswert auf einer Skala von 0 bis 10 bei 8,0. Fast genauso zufrieden sind diejenigen, die im gleichen Zeitraum einen Karriereschritt nach oben gemacht haben (7,9). Auch die eigene Hochzeit in den vergangenen zehn Jahren verbessert den Zufriedenheitswert auf 7,8. Bemerkenswert: Am zufriedensten sind Menschen, die in den vergangenen zehn Jahren einen größeren Geldbetrag verschenkt haben (8,2).

Großen Einfluss auf die Zufriedenheit hat die Familie: Je größer der Haushalt ist, um so zufriedener sind die Menschen in Deutschland. Dort wo vier oder mehr Personen leben, sagen fast zwei Drittel der Befragten (64 Prozent), dass sie zufrieden sind. Ihr Zufriedenheitswert liegt bei 7,7. Auch auf wichtige Lebensentscheidungen hat die Familie großen Einfluss. In Hessen ist dies für sechs von zehn Befragten (60 Prozent) der Fall. „Außerdem zeigen die Ergebnisse, dass neben der Familie auch die Bildung einen großen Einfluss auf die Lebenszufriedenheit hat“, erklärt Oliver Krieg, Senior Director bei Kantar Emnid.

Darüber hinaus steigt erwartungsgemäß im ganzen Land die Lebenszufriedenheit der Befragten auch mit zunehmendem Einkommen und Vermögen. So zeigt sich, dass Sparer unabhängig vom Einkommen die zufriedeneren Menschen sind. Denn ganz gleich ob geringes, mittleres oder hohes Einkommen: Über alle Gehaltsstufen hinweg äußern Sparer eine größere Lebenszufriedenheit. Von den Befragten, die monatlich sparen, sind bundesweit knapp zwei Drittel mit dem Leben insgesamt zufrieden (63 Prozent). Wer mit seinem Leben zufrieden ist, spart durchschnittlich 481 Euro pro Monat. Das entspricht einer Sparquote von 14,6 Prozent. Alle anderen Sparer kommen auf eine Quote von 11,8 Prozent und legen 316 Euro monatlich beiseite. Hinzu kommt: Unzufriedene Menschen sparen häufig gar nicht. Fast zwei Drittel (61 Prozent) der Unzufriedenen sagen, dass sie gar nicht sparen. Unter den Zufriedenen sagen dies nur 14 Prozent. Der Durchschnitt liegt bei 22 Prozent. „Sparen bedeutet für die Menschen Sicherheit und sorgt so eben auch für Zufriedenheit“, folgert Landesdirektor Mahler.

Bei ihren Sparzielen setzen die Hessen überdurchschnittlich häufig auf den Notgroschen, der für sechs von zehn Befragten (60 Prozent) wichtig ist. Bundesweit sparen mit 54 Prozent weniger Menschen für eine Notfallreserve. Nicht so wichtig wie für andere Bundesländer ist für die Hessen die eigene Altersvorsorge: Zwar legen 31 Prozent der Befragten dafür Geld beiseite. Dieser Wert liegt aber deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 38 Prozent. Auffällig ist in Hessen aber das Thema Pflege: Darauf möchten 14 Prozent vorbereitet sein und legen dafür Geld zurück, bundesweit spielt dieses Sparziel mit sechs Prozent nur eine sehr geringe Rolle.

Materieller Wohlstand in Hessen: Zufriedenheit plus Optimismus bei den finanziellen Möglichkeiten

Für die Menschen in Hessen gilt im Besonderen, dass sie mit Blick auf ihre eigenen finanziellen Möglichkeiten zufrieden sind. Immerhin fast ein Viertel der Befragten (24 Prozent) glauben, dass sie sich alles leisten können, was sie haben möchten. Das entspricht fast dem Bundesdurchschnitt (26 Prozent). Noch nicht einmal jeder zehnte Hesse (8 Prozent) gibt an, dass er sich im Moment nur das Nötigste leisten kann, bundesweit sind es mit 9 Prozent etwas mehr. Gut zwei Drittel (68 Prozent) ordnet sich zwischen diesen beiden Extremen ein.
Positiv gestimmt sind die Hessen auch bei der Einschätzung ihres zukünftigen finanziellen Spielraums: Gut ein Drittel (34 Prozent) rechnet damit, sich in zehn Jahren alles leisten zu können, was man haben möchte (bundesweit 36 Prozent).

Was macht unzufrieden?

Die größten Zufriedenheitskiller sind deutschlandweit negative Lebensereignisse in den zurückliegenden zehn Jahren. Ganz vorne liegen hier vor allem Themen, die in der Familie oder im persönlichen Umfeld für große Veränderungen oder Belastungen sorgen. Besonders gravierend sind einschneidende Lebensereignisse, die mit dem Alter zu tun haben. Ganz vorne liegt dabei die eigene Pflegebedürftigkeit. Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, haben den niedrigsten Wert auf der Zufriedenheitsskala (5,6). Aber auch diejenigen, die Angehörige pflegen, sind mit ihrem Leben wenig zufrieden (6,9).

Hinzu kommt: Wer sein Leben allein bestreitet oder bestreiten muss, ist damit weniger zufrieden. Diejenigen, die in den vergangenen zehn Jahre eine Scheidung durchgemacht haben, deren Lebenspartner verstorben ist oder wer als Single lebt, äußert sich eher unzufrieden: Menschen, die in einem Ein-Personen-Haushalt leben, kommen auf der Zufriedenheitsskala nur auf 6,7. Wer hingegen im (mindestens) Vier-Personen-Haushalt lebt auf 7,7.

Wie sich Zufriedenheit auswirkt

Die Studie zeigt, dass zufriedenere Menschen optimistisch nach vorn blicken. Wer zufrieden ist, glaubt häufiger, die finanzielle Zukunft selbst in der Hand zu haben. Drei Viertel (75 Prozent) der zufriedenen Menschen bundesweit meinen, dass sie durch ihr eigenes Sparverhalten beeinflussen können, wie sie in zehn Jahren finanziell aufgestellt sind. Unter denen, die unzufrieden sind, sagen dies nur 36 Prozent. Nur rund ein Drittel der Deutschen (34 Prozent) glaubt nicht daran, die eigene finanzielle Zukunft selbst gestalten zu können.

Zur Studie

Befragt wurden mehr als 3.000 Erwachsene im Zeitraum von Juni bis August 2018. Dazu wurden telefonisch Interviews durchgeführt. Die Befragung ist bevölkerungsrepräsentativ.

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Ansprechpartner

Brigitte Ott

Brigitte Ott

Pressesprecherin (extern)

Privatkundengeschäft, Verbundkommunikation

Telefon: 069-2567-2616

E-Mail: brigitte.ott@union-investment.de

Jutta Reuffer

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Pressesprecherin

Privatkundengeschäft, Portfoliomanagement

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E-Mail: jutta.reuffer@union-investment.de

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