Trotz Nullzinsen sparen die Deutschen unbeirrt weiter

  • Gut zwei Drittel verfolgen beim monatlichen Sparen kein konkretes Ziel
  • Mehr als jeder Zweite erwartet in den kommenden fünf Jahren wieder steigende Zinsen
  • Am häufigsten beschäftigen sich Anleger mit ihren Finanzen beim Empfang einer Erbschaft bzw. Schenkung
Frankfurt, 19. Dezember 2019 – Mehr als die Hälfte der deutschen Sparer (57 Prozent) zeigt sich derzeit eher unzufrieden mit der Verzinsung ihrer Geldanlage. Statt den Kopf in den Sand zu stecken sparen sie dennoch fleißig weiter. Obwohl sie wissen, welche Anlageformen im aktuellen Nullzinsumfeld attraktive Erträge bieten, ist das mager verzinste Sparbuch weiterhin gefragt. Da den Anlegern die finanziellen Konsequenzen durch die Inflation aber anscheinend nicht bewusst sind und sie wieder mit höheren Zinsen in den kommenden fünf Jahren rechnen, halten es nur wenige für erforderlich, ihre Geldanlagen angesichts der Zinssituation zu überprüfen und Anpassungen vorzunehmen. Die Menschen beschäftigen sich hauptsächlich mit ihren Finanzen nur dann, wenn sie eine Erbschaft bzw. Schenkung erhalten oder ein größerer Geldbetrag auf ihrem Girokonto eingeht. Gut jeder Dritte (37 Prozent) setzt sich damit auseinander, wenn sein Bankberater ihn darauf anspricht. Das sind die Ergebnisse des aktuellen Anlegerbarometers von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.
Die gute Nachricht der aktuellen Befragung: Deutsche Anleger lassen sich durch die Nullzinspolitik der europäischen Zentralbank nicht entmutigen und sparen eifrig weiter. 78 Prozent legen derzeit monatlich Geld auf die hohe Kante. Das ist der höchste Stand seit fünf Jahren. 75 Prozent von ihnen sparen mehr als 100 Euro im Monat: Jeder Dritte (30 Prozent) legt zwischen 100 und 250 Euro zurück und 45 Prozent mehr als 250 Euro. Ein Großteil (69 Prozent) hat dabei zwar kein konkretes Sparziel vor Augen, ein gewisses Geldpolster ist für sie aber beruhigend und verleiht ihnen ein sicheres Gefühl. Die schlechte Nachricht: Drei Viertel (74 Prozent) halten unter dem Aspekt der Sicherheit weiter am Sparbuch fest, wohlwissend, dass es derzeit kaum noch Erträge abwirft. Fragt man deren Besitzer nach der Höhe der aktuellen Verzinsung, geben 61 Prozent an, weniger als 0,5 Prozent Zinsen zu bekommen. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) rechnet immerhin noch mit einer Rendite zwischen 0,5 und weniger als einem Prozent. Dabei ist mehr als der Hälfte der Sparer (56 Prozent) bekannt, dass es trotz der niedrigen Zinsen Geldanlagen gibt, mit denen man attraktive Erträge erzielen kann. 41 Prozent nehmen für sich in Anspruch, gut darüber informiert zu sein, welche Sparformen sich lohnen. Trotzdem ändern die meisten ihr Verhalten nicht.

Mehr als jeder Zweite erwartet in den kommenden fünf Jahren wieder steigende Zinsen

Denn nur 32 Prozent halten es für notwendig, ihre bisherigen Geldanlagen infolge der niedrigen Zinsen auf den Prüfstand zu stellen. „Den Anlegern scheint offensichtlich nicht bewusst zu sein, dass herkömmliche Sparformen nicht mehr nur nichts bringen, sondern unter Berücksichtigung der Inflation Geld kosten“, sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Die Zurückhaltung lässt sich jedenfalls nicht mit ausgeprägten Zukunftsängsten erklären: Drei Viertel der Befragten (74 Prozent) erwarten, dass ihre persönliche finanzielle Situation in den kommenden sechs Monaten gleich bleibt. Mit einer Verschlechterung rechnen lediglich sieben Prozent. Auch die fälschliche Erwartung an die Zinsentwicklung veranlasst die Menschen dazu, ihre Finanzen nicht zu überdenken. Zwar geht ein Viertel (28 Prozent) davon aus, dass die Zinsen in den kommenden fünf Jahren konstant bleiben. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) rechnet jedoch wieder mit höheren Zinsen und glaubt, das Zinstief aussitzen zu können.„Das Nullzinsumfeld wird uns auf unbestimmte Zeit erhalten bleiben. Aus diesem Grund müssen sich Anleger Gedanken darüber machen und in rentierliche Geldanlagen investieren, wenn sie ihr Vermögen real erhalten möchten“, so Gay. Fondssparpläne seien hier eine optimale Möglichkeit, weil sie die Sparer langsam an chancenorientierte Anlageformen heranführen. Die Rahmenbedingungen zum Handeln sind dabei gut. Fast zwei Drittel (63 Prozent) halten es für attraktiv, ihr Geld in Aktien und Aktienfonds anzulegen. Vom Sparbuch behaupten dies lediglich neun Prozent. „Das Ergebnis zeigt, dass Sparen trotz Zinstal keineswegs an Bedeutung verloren hat und es den Menschen hierbei wichtiger ist, ihr Vermögen zu erhalten statt zu vermehren. Ohne klar gesteckte Ziele merken allerdings viele nicht, ob sie sich in die richtige oder falsche Richtung bewegen“, sagt Gay.

Ohne klar gesteckte Ziele beim Sparen merken viele nicht, ob sie sich in die richtige oder falsche Richtung bewegen.

Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment

Gay, Giovanni Querformat

Am häufigsten beschäftigen sich Anleger mit ihren Finanzen beim Empfang einer Erbschaft bzw. Schenkung

Handeln der Sparer setzt voraus, dass sie sich mit ihren Geldanlagen intensiver auseinandersetzen. Da das Thema Finanzen nicht gerade zur Lieblingsbeschäftigung der Deutschen zählt, befassen sich die meisten erst damit, wenn es für sie einen konkreten Anlass dafür gibt. Der Empfang einer Erbschaft oder Schenkung (64 Prozent) wird am häufigsten als Grund genannt, sich mit seinen Geldanlagen zu beschäftigen. Jeder Zweite (52 Prozent) gibt einen größeren Geldbetrag auf seinem Girokonto bzw. den Ausstieg aus dem Berufsleben als Grund für die Beschäftigung an. Gut jeder Dritte (37 Prozent) nimmt sich Zeit für seine finanziellen Angelegenheiten, wenn sein Bankberater ihn darauf anspricht. Dabei erwarten knapp zwei Drittel (63 Prozent) von ihm, dass er ihnen bei den mageren Zinsen Alternativen vorschlägt und erläutert. „Dem Bankberater kommt auf dem Weg zu mehr Aktien eine bedeutende Funktion zu. Denn ohne Information und Bestätigung durch den Experten werden nur wenige tätig“, erklärt Gay.

Seit Anfang 2001 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das vierte Quartal erhob Forsa die Daten vom 2. bis 12. November 2019. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.

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Sandra Lorke

Pressesprecherin

Privatkundengeschäft, Portfoliomanagement

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