Anlegerbarometer: Deutsche Sparer lassen sich ihre Ferien einiges kosten

  • Die Urlaubskasse der Deutschen ist gefüllt
  • Hohe Sparbereitschaft für Reisen
  • Anleger sparen lieber für den Urlaub als für die private Altersvorsorge

Frankfurt, 19. Juni 2017 – Die Sommerferien stehen vor der Tür. Viele Deutsche nehmen in dieser Zeit frei und verreisen mit ihrer Familie. Hierbei zeigt sich, dass ihnen die schönsten Wochen im Jahr eine Menge wert sind: 43 Prozent der Befragten haben für den letzten Haupturlaub mehr als 1.000 Euro pro Person bezahlt. Für alle Urlaubsreisen zusammen haben deutsche Haushalte im vergangenen Jahr im Durchschnitt sogar 4.307 Euro ausgegeben. Viele bezahlen ihre Reise dabei mit Geld, das sie extra dafür gespart haben. Nur ein ganz geringer Anteil hingegen ist bereit, für seinen Urlaub einen Kredit aufzunehmen. Das sind die Ergebnisse aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment, einer repräsentativen Befragung deutscher Finanzentscheider in privaten Haushalten.

Die Deutschen fahren gern in Urlaub und greifen dafür tief in die Tasche. Mit Blick auf die Gesamtkosten für den letzten Haupturlaub haben die Befragten im Durchschnitt 2.944 Euro bezahlt. Gut jeder Vierte (26 Prozent) war bereit, zwischen 501 und 1.500 Euro auszugeben. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) der Sparer hat dagegen zwischen 1.501 und 2.500 Euro hingelegt. Jeder Zehnte hat sich seinen Urlaub sogar mehr als 5.000 Euro kosten lassen. Bei 22 Prozent der Umfrageteilnehmer  beziehen sich die Kosten dabei auf eine Person und bei einem Drittel (34 Prozent) auf zwei Personen. Bei 42 Prozent sind in den Kosten für den letzten Haupturlaub drei Personen oder mehr enthalten.
Rechnet man den Betrag zusammen, den deutsche Haushalte im Jahr 2016 für alle Reisen insgesamt bezahlt haben, kommt man im Durchschnitt auf 4.307 Euro. Zwischen 501 und 3.000 Euro haben 38 Prozent der Anleger aufgebracht. Für jeden Fünften lagen die Gesamtkosten zwischen 3.001 und 5.000 Euro. Fast jeder vierte Haushalt (23 Prozent) hat im vergangenen Jahr mehr als 5.000 Euro für alle Reisen zusammen ausgegeben. „Im Urlaub wollen es sich die meisten Menschen so richtig gut gehen lassen. Immerhin ist es für den Großteil der Arbeitnehmer die einzige Zeit, in der sie mehrere Wochen am Stück frei haben und vom Arbeitsalltag abschalten können. Insofern ist es verständlich, dass sich die Menschen in dieser Zeit das ein oder andere gönnen“, sagt Giovanni Gay Geschäftsführer von Union Investment.

Hohe Sparbereitschaft für Reisen

Um das Urlaubskonto dafür aufzufüllen, legen viele Sparer Geld auf die Seite. Jeder Zweite (49 Prozent) hat in der Vergangenheit bereits ganz gezielt für eine größere Reise gespart. Knapp jeder vierte Befragte (23 Prozent) legt derzeit monatlich Geld für seinen Urlaub zurück, ohne eine konkrete Reise gebucht zu haben. Von den Anlegern, die regelmäßig für die freien Tage sparen, stockt mehr als die Hälfte (58 Prozent) die Urlaubskasse um 50 bis 200 Euro im Monat auf. 38 Prozent sparen monatlich sogar mehr als 200 Euro. „Angesichts fehlender Anlagealternativen im anhaltenden Umfeld niedriger Zinsen eignen sich insbesondere Fondssparpläne um die Reisekasse langfristig aufzubessern. Denn Anleger können jederzeit flexibel über ihr Vermögen verfügen und sich durch die Renditechancen womöglich ein paar Extras im Urlaub leisten“, sagt Gay.
Fast ein Drittel (32 Prozent) der Deutschen würde auch auf andere Ersparnisse oder finanzielle Reserven zurückgreifen, um nicht ganz auf den Urlaub verzichten zu müssen. Für 68 Prozent hingegen ist dies keine Option. Der Kreditfinanzierung stehen die meisten Sparer (97 Prozent) ebenfalls skeptisch gegenüber. Lediglich drei Prozent würden sich bei der Bank Geld leihen, um in Urlaub fahren zu können.

Anleger sparen lieber für den Urlaub als für die eigene Rente

Werden die Anleger vor die Wahl gestellt, für den Urlaub oder die private Altersvorsorge zu sparen, entscheidet sich mehr als die Hälfte (57 Prozent) für den Urlaub und nur 36 Prozent für die Altersvorsorge. „Viele Menschen leben im hier und jetzt. Sie möchten den Augenblick genießen, ohne sich dabei Sorgen über die Zukunft machen zu müssen,“ erklärt Gay das Verhalten. Allerdings sollten die Sparer die Altersvorsorge nicht ganz aus den Augen verlieren. „Denn nur wer heute schon bereit ist für morgen zu sparen, wird auch seinen aktuellen Lebensstandard im Alter halten können“, empfiehlt er. Dem Großteil der Anleger scheint das durchaus bewusst zu sein: 69 Prozent gehen davon aus, dass die gesetzliche Rente allein nicht ausreichen wird, um ihren derzeitigen Lebensstandard zu sichern.

Seit Anfang 2001 ermittelt das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Union Investment quartalsweise das Anlegerverhalten. Befragt werden 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren, die mindestens eine Geldanlage besitzen. Für das zweite Quartal erhob Forsa die Daten vom 2. bis 10. Mai 2017. Bei Umfragewerten, die sich nicht zu 100 Prozent addieren, gibt die Differenz den Anteil der unschlüssigen Befragten an.

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