Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

Auf der ersten turnusmäßigen Sitzung im Jahr 2023 hat das Union Investment Committee (UIC) an seiner neutralen Risikoausrichtung (RoRo-Meter 3) festgehalten. Am Strategieportfolio kam es ebenfalls zu keinen Änderungen. Dabei setzt das UIC aktuell auf vier Kapitalmarkttrends: die Wiedereröffnung der chinesischen Volkswirtschaft, Anleihen mit Renditeaufschlag, steigende Renditen bei sicheren Staatsanleihen und eine Aufwertung des Yen. Das UIC hält diese Positionierung derzeit für angezeigt, da das Umfeld nach wie vor (noch) nicht für eine chancenorientiertere Ausrichtung spricht.

Das weltwirtschaftliche Umfeld bleibt angespannt, jedoch mehrten sich zuletzt die konjunkturellen Lichtblicke. So läuft die europäische Wirtschaft besser als gedacht, unter anderem aufgrund der ausgebliebenen Energiekrise. Die Winterrezession wird nach Einschätzung von Union Investment daher milder ausfallen als zunächst befürchtet. Doch dürfte der Aufschwung in diesem Jahr trotzdem nur sehr kraftlos werden. Die Gaspreise sind zwar auf Vorkriegsniveau gefallen, liegen aber noch über den Ständen von Mitte 2021 beziehungsweise vor der Pandemie. Die Industrie wird somit vorerst die Wachstumsbremse bleiben. Die strafferen Finanzierungsbedingungen tun ein Übriges.

Unterstützung für die globale Konjunktur kommt dabei derzeit aus China. Nach der Abkehr Pekings von der Null-Covid-Strategie zeichnet sich eine Belebung des dortigen Wachstums ab. In den USA hingegen fiel das Gros der Makrodaten zuletzt eher schwach aus. Zugleich gab der Arbeitsmarkt weitere Anzeichen für eine Abkühlung. Union Investment geht davon aus, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird – ohne aber einen scharfen wirtschaftlichen Einbruch.

Immerhin: Von der wirtschaftlichen Schwäche dürfte ein dämpfender Effekt auf die Inflationsentwicklung ausgehen. Die Entspannung bei der US-Inflation erhöht den Spielraum für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), ihren Zinserhöhungszyklus in absehbarer Zeit zu beenden. Union Investment erwartet im Februar noch eine weitere, vorerst letzte Zinsanhebung. Danach dürfte die Fed pausieren. Zinssenkungen, wie sie vereinzelt bereits am Markt diskutiert werden, erwartet Union Investment für 2023 hingegen nicht.

Im Euroraum stellt sich die Situation etwas anders dar. Hier ist der Preisdruck nach wie vor höher. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Einschätzung der Volkswirte von Union Investment die Leitzinsen um weitere 125 Basispunkte anheben, bevor der Zinserhöhungszyklus dann im Mai bei einem Einlagesatz von dann 3,25 Prozent enden sollte.

Aktuelle Positionierung des Union Investment Committee

Stand: 24. Januar 2023

Der UIC-Prozess

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.