Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

Der jüngste Schlagabtausch zwischen den USA und China hat den Handelsstreit erneut befeuert. Die weitere Eskalation verunsichert – nicht nur an den Kapitalmärkten, sondern vor allem auch in der Realwirtschaft. Unter diesen Umständen werden unternehmerische Entscheidungen (wie etwa Investitionen) so lange wie möglich hinausgezögert, in der Hoffnung, dass doch noch eine Einigung gefunden werden kann. Wir sind uns darüber im Klaren, dass hinter der Auseinandersetzung mehr als nur Handelspolitik steckt. Vor dem Hintergrund, dass hinter dem Handelsstreit ein latenter Hegemonialkonflikt liegt, bei dem die bilateralen Handelsbeziehungen ein Feld unter mehreren sind, halten wir die Wahrscheinlichkeit für eine Fortsetzung der Streitigkeiten für hoch. Zudem wird ein Wechsel der maßgeblichen Kapitalmarkttreiber erwartet.

Waren in den vergangenen Monaten die Notenbanken für viele Bereiche des Kapitalmarkts der ausschlaggebende Faktor, so rechnet das UIC nach vorne gerichtet mit einer größeren Bedeutung der Konjunktur. In Erwartung einer expansiven Gelpolitik in den USA und der Eurozone wurden die schwachen Makrozahlen demnach an den Börsen bislang nur begrenzt in den Kursen berücksichtigt. Dieser Mechanismus dürfte an Kraft verlieren. Denn: Die Frühindikatoren deuten auf eine Fortsetzung der Wachstumsschwäche – insbesondere in den besonders vom Welthandel abhängigen Volkswirtschaften – hin.

Aktuelle Positionierung des Union Investment Committee

Stand: 28. August 2019

Aktien

Aufgrund des konjunkturell eingetrübten Umfelds und des weiter eskalierten Handelsstreits sehen wir derzeit nur geringe Chancen für Aktienanlagen. Vor allem die Emerging Markets leiden durch ihre Verflechtung in den Welthandel enorm unter dem schwelenden Handelsstreit und der wirtschaftlichen Abschwächung.

Renten

Im Gegensatz zu den anderen Anlageklassen wird die Geldpolitik für die Rentenmärkte im Euroraum weiterhin ein zentraler Faktor bleiben. Die Renditen von Bundesanleihen sind durch den „Ankündigungseffekt“ der geplanten EZB-Maßnahmen bereits deutlich gefallen und haben auch die Renditen der anderen Rentensegmente mit nach unten gezogen. Für die „sicheren Häfen“ – Staatsanleihen aus den Euro-Kernländern und Covered Bonds – sehen wir kurzfristig aber nur noch ein kleines Restpotenzial.

Rohstoffe

Das abgeschwächte konjunkturelle Umfeld wirkt sich negativ auf zyklische Rohstoffe aus. Industriemetalle leiden unter dem schwächeren Welthandel. Da es derzeit noch kein Anzeichen für ein Stimulusprogramm in China gibt, haben sich dadurch die Aussichten für Industriemetalle etwas eingetrübt. Auch Energierohstoffe hängen stark an der weltwirtschaftlichen Entwicklung. Der Ölpreis hat in den vergangenen Monaten schon einiges an Wert abgegeben.

Währungen

Politische Themen dürften in den kommenden Wochen erneut ein wichtiger Treiber für die Währungsmärkte bleiben. Das wäre negativ für das Pfund Sterling. Im Vereinigten Königreich stehen die Vorzeichen auf Neuwahlen, die Frage ist nur nach dem Zeitpunkt.

Umsetzung

Das Union Investment Committee (UIC) ist etwas vorsichtiger geworden und hat sich daher im Rahmen seiner Sitzung im August leicht defensiver positioniert. Auf Ebene der (Sub-)Assetklassen kam es zu Anpassungen, in deren Zuge das Musterportfolio defensiver ausgerichtet wurde. Im Einzelnen betrifft dies die Rohstoffseite, wo die besonders zyklischen Industriemetalle und Energie untergewichtet wurden. Im Aktiensegment hält das UIC am Untergewicht insgesamt weiter fest, bevorzugt nun aber die Industrieländer vor den aufstrebenden Volkswirtschaften. Im Rentenblock wurden keine Veränderungen vorgenommen, hier besteht nach wie vor eine Betonung der Segmente mit Risikoaufschlag. Auf der Währungsseite wurde ein Untergewicht im Britischen Pfund (gegen den US-Dollar) aufgesetzt.

Der UIC-Terminkalender

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.

  • 23./24. September
    25./26. November
  • 28./29. Oktober
    16./17. Dezember