Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

Die Konjunktur bleibt nach wie vor von der Pandemie bestimmt. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus erlauben derzeit noch keine „normale“ wirtschaftliche Aktivität, entsprechend belastet ist das Wachstum. Angesichts dieser Herausforderungen, insbesondere in Europa, sind die jüngsten Konjunkturdaten durchaus robust. Unsere Volkswirte haben daher ihre Wachstumsprognosen für die Europäische Währungsunion (EWU) 2021 etwas erhöht.

In den USA sollte das Fiskalpaket von Präsident Joe Biden die Wirtschaft zusätzlich unterstützen. Aber: Erstens dürfte das tatsächliche Hilfsprogramm unter den geplanten 1.900 Mrd. US-Dollar bleiben. Zweitens ist die Unterstützung des privaten Konsums auch dringend geboten, da der Arbeitsmarkt nach wie vor belastet ist. Das Fiskalpaket dürfte daher zumindest in Teilen ausgefallene Einkommen ausgleichen. Längerfristig wirksamer sollten die Investitionspläne der neuen Regierung sein, die aber erst später zur Umsetzung gelangen werden. Eine rasche Überhitzung der Wirtschaft und ein entsprechender Inflationsanstieg ist in der kurzen Frist unwahrscheinlich.

Insgesamt besteht somit für 2021 zwar ein höheres Inflationspotenzial als noch in den Vorjahren. Dabei spielen Sonderfaktoren wie die ausgelaufene Mehrwertsteuersenkung in Deutschland oder die kalte Wetterlage in den USA (mit entsprechenden Wirkungen auf Energiepreise) jedoch eine große Rolle. Eine echte Inflationsspirale zeichnet sich aber bislang nicht ab. Angesichts der begrenzten Inflationsgefahren lassen unsere Prognosen daher bereits für 2022 wieder einen Rückgang der Teuerung erwarten.

In Summe spricht dies gegen einen weiteren steilen Anstieg der Realrenditen, wie das zum Beispiel im Jahr 2013 der Fall war. Damals hatte die US-Notenbank Federal Reserve den Beginn der Rückführung ihrer quantitativen Lockerungsmaßnahmen angekündigt, aber offengelassen, wie rasch und entschieden sie dies tun würde. Daraus haben die Notenbanken sicherlich gelernt. So lassen sich auch die jüngsten Redebeiträge wichtiger Währungshüter interpretieren, wonach die Zentralbanken sehr auf die Unterstützung der Realwirtschaft bedacht sind, etwa über Finanzierungsbedingungen der Banken. Ein Tapering, also ein Zurückfahren der geldpolitischen Hilfen, steht daher zunächst nicht auf der Agenda. Daher bleibt die Geldpolitik weiter locker, inklusive der dämpfenden Effekte auf die Realrenditen.

Aktuelle Positionierung des Union Investment Committee

Stand: 23. Februar 2021

Der UIC-Prozess

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.