Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

Die Corona-Pandemie und die daraus abgeleiteten Maßnahmen der Regierungen bleiben prägend für die Konjunktur. Vor dem Hintergrund der beschleunigten Impfkampagne, einer rascheren Normalisierung des Wirtschaftslebens und enormen staatlichen Hilfen dürfte die US-Konjunktur kräftig wachsen. Im Euroraum bremsen zwar die höheren Infektionszahlen und die resultierenden Kontaktbeschränkungen die Wirtschaft länger aus als bislang veranschlagt. Wir erwarten aber weiter erste Lockerungen noch im zweiten Quartal. Für die zweite Jahreshälfte hat sich der Ausblick angesichts des zuletzt steigenden Impftempos etwas aufgeklart. Bis dahin verhindert ein höherer Impuls aus dem Außenhandel einen stärkeren Einbruch der Wirtschaft. Europa profitiert damit von den Erfolgen bei der Pandemiebekämpfung in den wichtigen Absatzmärkten USA und China. Vor allem die exportgetriebene Wirtschaft in Deutschland erhält hiervon einen unmittelbaren Nachfrageschub.

In beiden großen westlichen Wirtschaftsräumen erwarten wir keinen nachhaltigen Inflationsdruck. Auch wenn in diesem Jahr die Inflationsraten im Euroraum und in den USA zeitweise deutlich ansteigen sollten, ist diese Entwicklung im Wesentlichen auf Sonderfaktoren und Basiseffekte zurückzuführen. Die höchsten Jahresraten werden dabei zeitlich versetzt erreicht. Während die Inflation in den USA bereits in der ersten Jahreshälfte ihr Maximum erreicht, lässt der Gipfel der Basiseffekte im Euroraum noch bis ins vierte Quartal auf sich warten. Doch auch hier wird der statistische Spuk bereits zu Jahresbeginn 2022 wieder vorbei sein. Die Geldpolitik der großen Notenbanken bleibt zudem bis auf weiteres im Wesentlichen unverändert locker. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer April-Sitzung wie erwartet die Geldpolitik nicht geändert. So wurde die Unsicherheit aufgrund der Pandemieentwicklung betont und der Inflationsanstieg erneut als temporär bewertet. Mit dem seit März erhöhten Kauftempo im Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) zeigte sich die Notenbank zufrieden. Weitere Informationen über die künftigen Kaufvolumina und die Zukunft des Programms über März 2022 hinaus wurden jedoch nicht gegeben. Diese wichtigen Entscheidungen stehen ab Juni an. Auch die US-Notenbank Federal Reserve nahm im April keine Änderungen an ihrem geldpolitischen Kurs vor.

Aktuelle Positionierung des Union Investment Committee

Stand: 29. April 2021

Der UIC-Prozess

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.