Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China spitzt sich zu. Damit ist ein fast schon gelöst geglaubtes Problem wieder schlagartig auf die Agenda der Kapitalmärkte gerückt. Die Erfahrung lehrt, dass sehr konfrontativen Verlautbarungen des US-Präsidenten Donald Trump zumeist eher beschwichtigende Tweets mit ein paar Tagen Zeitverzug folgen. Denn man ist sich in Washington bewusst, dass Handelskriege keine Gewinner kennen, daher scheut man die letzte Eskalation. Dieses Muster haben offenbar auch viele Investoren erkannt, wie die relativ resiliente Marktreaktion der vergangenen Tage zeigt. Gleichzeitig steckt in der Mischung aus strategischer Gegnerschaft der USA mit China und der Sprunghaftigkeit des US-Präsidenten ein Risiko für die Kapitalmärkte, welches das UIC nicht außer Acht lassen will.

Auch wenn ökonomisch einiges für eine Einigung der Kontrahenten spricht, ist eine Verschärfung nicht auszuschließen. Und mit dem nach wie vor ungelösten Brexit und den anstehenden Europawahlen sind weitere Unsicherheiten für die Kapitalmärkte vorhanden. Diesen eher belastenden Faktoren stehen jedoch auch positive Faktoren gegenüber. Dies gilt etwa für die Konjunktur, wo das UIC bislang eine leicht positive Tendenz ausmacht. Auch vonseiten der Notenbanken und des Unternehmenssektors bekommen die Kapitalmärkte aktuell Unterstützung. Die Gewinnsituation der Industrieländer-Unternehmen ist tadellos, daneben stützen hohe Aktienrückkäufe.

Positionierung Union Investment Committee, Mai 2019

Stand: 22. Mai 2019

Aktien

Der Handelsstreit zwischen den USA und China prägt auch die Entscheidung auf der Aktienseite. China ist von den Strafzöllen aktuell stärker betroffen als die USA – insbesondere weil die Schwellenländer stärker in den Welthandel eingebunden sind. Das von Trump erlassene Dekret gegen Huawei verschlimmert die Situation und zieht auch die Vorleistungsketten in Mitleidenschaft. Darüber hinaus zeigt sich die Gewinnsituation bei Schwellenländer-Aktien negativer als bei Industrieländer-Titeln. Letztere werden darüber hinaus von hohen Aktienrückkäufen unterstützt.

Renten

Angesichts der jüngsten Verschärfung im sino-amerikanischen Handelsstreit dürften „sichere Häfen“, wie Covered Bonds, gefragt sein. Solange die wichtigsten Zentralbanken weiterhin geldpolitisch zurückhaltend agieren, dürfte auch das positive Umfeld für Anleihen mit Renditeaufschlag grundsätzlich anhalten. Dennoch geht auch der Handelskonflikt gerade an riskanteren Papieren nicht spurlos vorüber.

Rohstoffe

Die US-Ausnahmeregelungen für den Import iranischen Öls für acht Staaten sind seit dem 2. Mai hinfällig. Dadurch verknappt sich das Ölangebot im Iran. Gleichzeitig haben sich die OPEC+-Länder zuletzt dafür ausgesprochen, die Kürzungen beizubehalten. Dieses verknappte Angebot sollte in den kommenden Wochen auf eine saisonal erhöhte Nachfrage treffen, was dem Ölpreis Auftrieb verleihen dürfte. Das UIC rechnet damit, dass der Ölmarkt im dritten Quartal in ein Angebotsdefizit fällt.

Währungen

Die Verschärfung der handelspolitischen Auseinandersetzung dürfte auch weiterhin direkt oder indirekt auf den asiatischen Währungen lasten. China könnte sich beispielsweise dadurch erneut zu einer Abwertung des Renminbi gezwungen sehen. Länder wie Korea oder Taiwan würden durch die internationalen Zulieferketten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Umsetzung

Das UIC hat die insgesamt neutrale Risikoausrichtung (RoRo-Meter 3) bestätigt, das Musterportfolio aber innerhalb dieser Stufe weiter defensiver ausgerichtet. Konkret stellen wir uns bei Schwellenländern vorsichtiger auf. In diesem Zuge hat das Gremium Schwellenländer-Währungen (im Gegenzug wurden Euro und US-Dollar etwas höher gewichtet) und -Aktien untergewichtet. Damit wurden Aktien insgesamt untergewichtet. Im Rentenbereich stellt sich das UIC ebenfalls defensiver auf. Daher wurde das Gewicht in Covered Bonds erhöht und Unternehmensanleihen von High Yield- in Investment Grade-Titel umgeschichtet. Die Übergewichtung von Staatsanleihen der aufstrebenden Volkswirtschaften (Emerging Markets, in Hartwährung) wurde beibehalten. Bei den Rohstoffen sieht das Gremium nach wie vor Chancen im Energiesektor.

Der UIC-Terminkalender

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.

  • 20./21. Mai
    29./30. Juli
    23./24. September
    25./26. November
  • 24./25. Juni
    26./27. August
    28./29. Oktober
    16./17. Dezember