Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

Die Verlangsamung der globalen Wachstumsdynamik hat sich in den vergangenen Wochen fortgesetzt und wurde durch eine Vielzahl von Indikatoren widergespiegelt. Neben der Ausbreitung der Delta-Variante und den schon länger anhaltenden Problemen in den Lieferketten führten auch einige Naturkatastrophen (Hurrikans, Waldbrände, Fluten) zu mehr Zurückhaltung bei den Konsumenten und zusätzlichen Beeinträchtigungen in der Güterproduktion. Unsere Volkswirte haben jüngst ihre Konjunkturprognosen aktualisiert und erwarten nun für den Euroraum nach dem guten zweiten Quartal für 2021 ein etwas höheres Wachstum von 5,3 (nach 5,1) Prozent. Für die USA und China wurden die Erwartungen hingegen nach unten revidiert (von 6,7 auf 6,0 Prozent bzw. von 8,9 auf 8,2 Prozent). In China ist dies einerseits einer geringem US-Konsumdynamik im laufenden Quartal und andererseits der chinesischen Zero-Covid-Politik sowie der verstärkten regulatorischen Eingriffe in die Wirtschaft geschuldet. Der globale Aufschwung ist aber nicht beendet, sondern normalisiert sich im Zuge des Konjunkturzyklus. Für das Jahr 2022 prognostizieren unsere Volkswirte nun Wachstumsraten von 4,8 Prozent im Euroraum, 4,3 Prozent in den USA und 5,0 Prozent in China.

Zudem wurden auch die Schätzungen für die Inflation angepasst. Trotz leichter Anhebungen unserer Prognosen gehen wir weiterhin davon aus, dass der aktuelle Inflationsanstieg die tatsächliche Dynamik weit überzeichnet. Die Inflationserwartungen bleiben verankert und die Lohnforderungen, insbesondere in Europa, fallen begrenzt aus. Die Inflationsdynamik dürfte damit in 2022 bereits wieder deutlich abnehmen. Konkret rechnen wir nun mit einem Preisanstieg von 2,3 Prozent für 2021 bzw. 1,7 Prozent im Folgejahr im Euroraum sowie mit 4,2 Prozent für 2021 bzw. 2,6 Prozent im Jahr darauf in den USA.

Die Notenbanken sind bestrebt, in den Normalmodus zurückzufinden, auch wenn der Weg bis zur ersten Zinserhöhung vielerorts noch weit ist. Die Fed hat auf der gestrigen Sitzung des Offenmarktausschusses ein sehr deutliches Signal für ein baldiges Tapering gesendet. Fed-Chef Jerome Powell führte auf der Pressekonferenz aus, dass die Reduktion der Anleihekäufe bereits im November 2021 möglich sei. Demnach könnte bereits Mitte 2022 mit den Käufen Schluss sein. Er betonte aber, dass konkrete Termine bislang nicht festgelegt wurden. Diese überraschend offensiven Äußerungen sprechen dafür, dass die Fed möglichst rasch zumindest grundsätzlich die Möglichkeit haben möchte, einen ersten Zinsschritt nach dem Ende des Taperings zu beschließen – falls es die weitere Inflationsentwicklung erforderlich machen sollte.

Aktuelle Positionierung des Union Investment Committee

Stand: 6. Oktober 2021

Der UIC-Prozess

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.