Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

Angesichts der jüngsten Entspannung beim Handelsstreit zwischen den USA und China sowie dem Brexit schätzen wir das Kapitalmarktumfeld weiter als positiv ein und sehen gute Startbedingungen für das Börsenjahr 2020. Daher haben wir die Risikoausrichtung (RoRo-Meter) von Stufe 4 bestätigt. Auch das bisherige Aktienübergewicht wurde beibehalten, allerdings in der Zusammensetzung breiter aufgestellt. Konkret betonen wir Aktien aus den aufstrebenden Volkswirtschaften (Emerging Markets) nun etwas stärker und tragen damit der Einigung um einen „Phase 1“-Deal Rechnung. Im Gegenzug hat sich die Attraktivität der Aktien aus den Industriestaaten ein wenig verringert.

Aktuelle Positionierung des Union Investment Committee

Stand: 18. Dezember 2019

Aktien

Die zentralen Treiber der Aktienmärkte sind die Gewinnentwicklung und das globale Wachstum. Das Gewinnbild bei den Unternehmen ist weiterhin überwiegend solide, die Erwartungen für das vierte Quartal sollten erreichbar sein. Die relative Gewinndynamik zwischen den Schwellenländern (Emerging Markets) und den Industrieländern hat sich in den letzten Wochen stabilisiert.

Renten

Die Suche nach Rendite und vor allem aber die Käufe der EZB stützen in der Breite alle Anlageklassen mit Risikoaufschlag. Vieles spricht für einen freundlichen Start ins neue Jahr. Die Kaufbereitschaft der Anleger wird hoch sein, dennoch könnte eine gewisse Übersättigung in Kombination mit den US-Emittenten auftreten. Diese haben erkannt, dass sie sich durch die hohe Nachfrage und die niedrigen Zinsen deutlich günstiger im Euroraum verschulden können als am Heimatmarkt und emittieren Euro-Anleihen in Rekordvolumen.

Rohstoffe

Die OPEC hat mit ihren Produktionskürzungen überrascht. Für das erste Halbjahr 2020 verringert sich nun zwar der Marktüberschuss, die saisonale Nachfrage nach Energierohstoffen bleibt aber schwach. Hohe Lagerbestände bei einigen Destillaten (insbesondere bei Benzin) sprechen ebenfalls gegen eine Positionierung. Industriemetalle weisen hingegen deutlich bessere Perspektiven auf. Im historischen Vergleich befinden sich die Vorräte auf einem sehr niedrigen Niveau, was auch daran liegt, dass in China Produktionsstätten geschlossen wurden.

Währungen

Mit Blick auf den Brexit möchten wir zunächst den finalen Austritt Ende Januar mit einer neutralen Position begleiten. Gleiches gilt für das Währungspaar Euro/US-Dollar. Ein freundliches Marktumfeld spricht für eine feste Gemeinschaftswährung, da der Greenback in unruhigen Zeiten gefragt ist. Die verstärkte Emissionstätigkeit vieler US-Firmen am Euro-Rentenmarkt sorgt über die damit verbundene Währungsabsicherung jedoch für eine stetige Nachfrage nach dem Greenback.

Umsetzung

Das Union Investment Committee (UIC) hat im Rahmen seiner Sitzung im Dezember die moderat offensive Positionierung (RoRo-Meter Stufe 4) bestätigt. Das Gremium hat das Übergewicht in Industrieländer-Aktien weiter beibehalten. Aktien bleiben also insgesamt akzentuiert. Im Rentensegment bleibt das UIC untergewichtet, was vor allem an den sicheren Anleiheformen wie Staatsanleihen aus der Eurozone und Covered Bonds liegt. Überdies wurde das Übergewicht in Investment Grade-Staatsanleihen verringert und das Untergewicht in hochverzinslichen Papieren geschlossen. Im Rohstoffbereich favorisiert das UIC Industriemetalle, während im Währungssegment aktuell keine aktive Position besteht.

Der UIC-Prozess

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.