Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

Die Weltwirtschaft bleibt auf dem Erholungspfad, auch wenn einige Datenpunkte zuletzt schwächer als erwartet ausfielen. Insgesamt ist die Lage im Verarbeitenden Gewerbe in den USA wie im Rest der Welt gut. Das gilt nicht zuletzt auch für Deutschland. Die sprunghafte Erholung der Nachfrage führt aber da und dort zu ungewollten Bremseffekten aufgrund knapper Vorprodukte. Nach wie vor schwach zeigt sich hingegen der Dienstleistungssektor, der zumeist stärker von den Lockdown-Maßnahmen betroffen ist. Weltweit ist dabei das gleiche Muster zu beobachten: Je stärker die Infektionszahlen sinken, desto mehr gehen Regierungen in den Lockerungsmodus und umso stärker erholen sich die Dienstleistungsbranchen – und umgekehrt. Die Konjunktur bleibt also pandemieabhängig.

Diese Entwicklung bleibt auch bei der Inflation nicht ohne Folgen. Im April kletterte etwa die US-Teuerungsrate über die Marke von vier Prozent. Dabei spielt der Basiseffekt eine große Rolle, denn im Vorjahresmonat war die pandemiebedingte Wirtschaftskrise auf dem Höhepunkt und entsprechend schwach war die Inflation. Aber auch die Kerninflation (ohne schwankungsanfällige Energie- und Nahrungsmittelpreise) stieg zuletzt auf 3,0 Prozent, den höchsten Wert seit 25 Jahren. Hier spielten sprunghafte Nachfrageanstiege eine wesentliche Rolle. Union Investment geht davon aus, dass der Großteil dieser Preiseffekte vorübergehender Natur ist. Eine Lohn-Preis-Spirale ist derzeit nicht ersichtlich. Dazu hat sich die Lage auf den Arbeitsmärkten fast aller Länder noch nicht genug gebessert. Die aktuellen Nachfrage- und Knappheitseffekte dürften sich durch Verhaltensanpassungen und Kapazitätsausweitungen verringern und sollten daher nicht dauerhaft wirken.

Vor dem Hintergrund der erhöhten Inflationsdaten haben sich die Notenbanken zuletzt gelassen und geduldig gezeigt. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen nach wie vor die Anleihekaufprogramme ganz oben auf der Liste, während beim Leitzins auf längere Zeit keine Änderung zu erwarten ist. In den USA wurde zuletzt vermehrt über eine anstehende Verringerung der Anleiheankäufe der US-Notenbank Federal Reserve spekuliert. Kurzfristig ist aber eine solche Entwicklung nicht zu erwarten. Sollte es in den kommenden Monaten zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in Verbindung mit einer spürbaren Verbesserung bei wichtigen Beschäftigungsmaßen kommen, könnte die Fed aber im ersten Quartal 2022 damit beginnen, ihre Anleihekäufe graduell zu reduzieren.

Aktuelle Positionierung des Union Investment Committee

Stand: 6. Juli 2021

Der UIC-Prozess

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.