Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

Nachdem Mitte November die Aktienquote im Rahmen einer außerordentlichen Entscheidung angehoben wurde, hat das Union Investment Committee (UIC) auf seiner turnusmäßigen Sitzung alle bestehenden Gewichtungen im Musterportfolio bestätigt. Die Risikoausrichtung bleibt auf neutral (RoRo-Meter 3). Damit ist das Gremium leicht positiv positioniert.

Hintergrund ist vor allem die Mischung aus aktuellen Corona-Risiken, der Erwartung eines endgültigen Durchbruchs bei der Impfstoffentwicklung und den geld- bzw. fiskalpolitischen Impulsen. Zwar verschärfte sich das Pandemiegeschehen vor allem in Europa und in den USA. Aber immer mehr Pharmafirmen legen überraschend positive Studienergebnisse für mögliche Vakzine vor. Damit zeichnet sich das Ende der Corona-Krise und der Übergang in eine „Post-Pandemie-Welt“ ab. Diese Aussicht wirkt bereits jetzt – in Verbindung mit den fiskal- und geldpolitischen Hilfen – unterstützend auf Risikoassets wie Aktien. Die Impfstoffe müssen aber noch zugelassen, produziert und verteilt werden. Daher dürfte frühestens ab Sommer 2021 die breite Verfügbarkeit dieser Vakzine zu einer Triebfeder der wirtschaftlichen Gesundung werden.

Gleichzeitig sollte die Geldpolitik auf die Verschlechterung der äußeren Bedingungen mit weiteren Lockerungen reagieren. Den Anfang dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) machen. Zudem könnten sich politische Bremsen nach und nach lösen. In den Vereinigten Staaten dürften sich die Parteien bereits Anfang Januar auf eine Verlängerung der umstrittenen Konjunkturhilfen einigen, nachdem Amtsinhaber Donald Trump nun die Transition an seinen Nachfolger Joe Biden eingeleitet hat. Beim Brexit bleibt ein rudimentärer Handelsvertrag möglich, trotz der knapper werdenden Fristen. Und in der Europäischen Union dürfte das fiskalische Eigeninteresse alle Beteiligten noch zu einer Einigung bei den strittigen Fragen bewegen.

Aktuelle Positionierung des Union Investment Committee

Stand: 23. November 2020

Aktien

Aktien bleiben durch die expansive Geldpolitik und das Negativzinsumfeld gut unterstützt – die Risikoprämien sind weiterhin hoch. Mit den Neuigkeiten zur Impfstoffentwicklung wächst die Hoffnung auf ein Überwinden der Corona-Pandemie. Davon haben im Rahmen einer deutlichen Rotation vor allem die unter Corona leidenden, zyklischen Sektoren profitiert. 

Renten

Die generell lockere Geldpolitik der Notenbanken, deren Ankaufprogramme und die negativen Renditen von sicheren Anleihen bleiben ein wichtiger Unterstützungsfaktor für Papiere mit Risikoaufschlag, wie Unternehmens- und Peripherieanleihen. Der generelle Renditeanstieg bei sicheren Staatsanleihen wird durch die Zentralbanken und die aktuellen Lockdowns gedämpft.

Rohstoffe

Die Neuigkeiten zur Impfstoffentwicklung haben zu einer Trendwende in den Ölpreisen geführt. Trotz weiter schwacher Fundamentaldaten sowie hoher Lagerbestände legte bspw. der Preis der Nordseesorte Brent kräftig zu. Eine absehbare Überwindung der Pandemie dürfte dann auch den OPEC+-Staaten die Möglichkeit einer Ausweitung der Förderung einräumen. Für die Industriemetalle bleibt China der Taktgeber: Importe und Produktion wurden durch „klassische“ Stimulusmaßnahmen deutlich gesteigert. Gold war zuletzt etwas weniger gefragt, bleibt aber von der hohen Investorennachfrage aufgrund der dauerhaft negativen US-Realzinsen unterstützt.

Währungen

Die Schwäche des US-Dollars dürfte sich unabhängig vom Ausgang der Wahl fortsetzen, vor allem aufgrund erwarteter höherer US-Fiskalausgaben. Das Pfund Sterling hat weiterhin durch ein mögliches Zustandekommen eines Handelsvertrags zwischen Großbritannien und der EU Aufwertungspotenzial.

Umsetzung

Das Union Investment Committee (UIC) hat am 23. November 2020 in einer regulären Sitzung beschlossen, das UIC-Portfolio leicht offensiver auszurichten. Dabei werden im Musterportfolio alle bestehenden Gewichtungen bestätigt. Die generelle Risikoausrichtung (RoRo-Meter) bleibt auf der Stufe 3 (neutral). Konkret bestehen auf der Rentenseite Übergewichte bei Unternehmensanleihen von Schuldnern guter Bonität (Investment Grade) sowie bei Staatspapieren aus der europäischen Peripherie. Das Aktiengewicht wird über die Schwellenländer abgebildet.

Der UIC-Prozess

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.