Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

In Anbetracht der jüngsten Entwicklungen rund um das Corona-Virus haben unsere Volkswirte ihre Wachstumsprognosen deutlich gesenkt. Die temporäre Lähmung des öffentlichen Lebens in vielen entwickelten Volkswirtschaften (insbesondere Europa und USA) sollte die Pandemie zwar eindämmen. Ein scharfer Wirtschaftseinbruch im Frühjahr 2020 (erstes und zweites Quartal) dürfte jedoch die logische Konsequenz sein. Die bereits eingeleiteten staatlichen Stützungsmaßnahmen können diese Entwicklung kaum verhindern, sollten aber negative Zweitrundeneffekte abmildern. Nach vorn gerichtet wurde damit gleichzeitig der Boden für eine Erholung bereitet, welche ab dem Jahr 2021 einsetzen dürfte. Die wichtigsten Notenbanken der Welt haben in den vergangenen Tagen in hohem Tempo drastische Maßnahmen beschlossen. So hat z.B. die US-Notenbank Fed am 23. März neue Schritte zur Stützung der Finanzmärkte bekanntgegeben. Dazu gehört eine im Prinzip unbegrenzte quantitative Lockerung (QE), welche auch die Käufe von Unternehmensanleihen inkludiert, sowie umfangreiche Hilfen für die Kreditversorgung der Realwirtschaft.  Auch die EZB hat Hilfen von historischen Dimensionen beschlossen. In der Nacht zum 19. März, hat die Notenbank überraschend die Ausweitung ihrer Wertpapierankäufe angekündigt. Das neu geschaffene „Pandemie Emergency Purchase Programme“ (PEPP) sieht ein zusätzliches Ankaufvolumen von 750 Milliarden Euro vor.

Aktuelle Positionierung des Union Investment Committee

Stand: 27. März 2020

Aktien

Mit den Maßnahmen von Politik und Notenbanken wurde die Abverkaufswelle an den Aktienmärkten gestoppt und eine erste Bodenbildung eingeleitet. Der Druck der vergangenen Tage kam vor allem von der Rentenseite. Wenn Anleger fürchten, dass Unternehmen sich am Kapitalmarkt nicht mehr refinanzieren können, trennen sie sich in großem Umfang von Aktien. Die nun beschlossenen Maßnahmen geben den Firmen wieder die notwendige Sicherheit, wodurch sich die Kurse unmittelbar nach der Ankündigung durch die US-Notenbank auch deutlich erholt haben.

Renten

Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus haben im Rentenbereich zu einem Abverkauf von Produkten mit Risikoaufschlag geführt. Mit den beschlossenen Stimulusmaßnahmen dürfte einerseits an den Unternehmensanleihe-Märkten ein Boden eingezogen sein. Auf der anderen Seite geht damit eine deutliche Ausweitung der Staatsverschuldung in den betroffenen Ländern einher. Damit sollten auch die Renditen von Bundesanleihen nicht dauerhaft weiter absinken.

Rohstoffe

Der Ölmarkt bleibt stark überversorgt. Im Kampf um Marktanteile rechnen wir mit einer weiterhin hohen Förderung aller Marktteilnehmer. Auf dem aktuellen Preisniveau dürfte es mittelfristig für einige Anbieter aber zu unattraktiv werden Öl zu fördern. Der Bereinigungsprozess dürfte aber etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Währungen

Das zu erwartende, umfangreiche Maßnahmenpaket zur Stützung der Konjunktur wird den Washingtoner Bundeshaushalt enorm belasten und sollte den US-Dollar perspektivisch schwächen. Der bislang laxe Umgang der britischen Regierung mit dem Corona-Virus ließ zudem das Pfund zum Euro stark abwerten.

Umsetzung

Das Union Investment Committee (UIC) hat im Rahmen der Februar-Sitzung seine neutrale Risikoausrichtung beibehalten. Das Gremium trägt weiter der Unsicherheit rund um die Auswirkungen des Corona-Virus Rechnung, hat aber die weltweiten Stimuli zum Anlass genommen, Aktien aus den Industriestaaten leicht zu favorisieren. Gleichzeitig wurde das Untergewicht in gedeckten Schuldverschreibungen etwas erhöht. Bevorzugt werden Staatsanleihen aus den Peripheriestaaten und Papiere von Unternehmen mit guter Bonität. Innerhalb der Rohstoffe wurden Edelmetalle leicht übergewichtet.

Der UIC-Prozess

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.