Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

Ein (erst zur Jahresmitte 2021) breit verfügbarer Corona-Impfstoff, ein konjunktureller Katapultstart des Wirtschaftswachstums ab dem zweiten Quartal sowie anhaltende geld- und fiskalpolitische Unterstützung sollten 2021 zu einem Jahr der Chancen werden lassen. Die wirtschaftliche Erholung schwächt sich zwar ab, ist aber intakt. Je schärfer und länger die Lockdown-Maßnahmen, umso größer dürfte der Bremseffekt sein. Aber: Es handelt sich um eine temporäre Verlangsamung, die auf die Wintermonate beschränkt bleiben dürfte. Zudem hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung Anfang Dezember wie erwartet ihre Hilfen ausgeweitet bzw. verlängert. Die europäische Geldpolitik ist also weiterhin unterstützend, sendet aber keinen darüber hinausgehenden Impuls.
Mit Blick auf die USA stellen nach dem Sieg in den Stichwahlen um die noch unbesetzten Sitze im US-Senat die Demokraten nun nicht nur den nächsten Präsidenten, sondern verfügen auch über eine knappe Mehrheit im Kongress. Der künftige US-Präsident Joe Biden hat also gesetzgeberische Möglichkeiten, um seine wirtschafts- und sozialpolitische Agenda voranzutreiben, ist aber auf breite Unterstützung seiner Partei und in vielen Fällen auch der Republikaner angewiesen. Das UIC wertet das Wahlergebnis als das bestmögliche, sowohl für die Wirtschaft als auch für den Aktienmarkt. Ein potenzieller gesetzgeberischer Stillstand ist damit abgewendet und so öffnet sich die Tür für mehr wirtschaftlichen Stimulus und für Infrastrukturprogramme. Gleichzeitig sind durch die knappe Senatsmehrheit Alleingänge der Demokraten insbesondere in Bezug auf potenzielle Steuererhöhungen kaum möglich. Damit ist ein potenzieller Belastungsfaktor für die US-Unternehmen sehr unwahrscheinlich geworden.

Aktuelle Positionierung des Union Investment Committee

Stand: 8. Januar 2021

Aktien

  • Aktien bleiben durch die expansive Geldpolitik und das Negativzinsumfeld gut unterstützt – die Risikoprämien sind weiterhin hoch. Die Märkte fokussieren sich auf den Start der Massenimpfungen, die auf ein Überwinden der Corona-Pandemie hoffen lassen.

Renten

Die lockere Geldpolitik der Notenbanken, die hohe Liquidität und die negativen Zinsen von sicheren Anleihen bleiben wichtige Unterstützungsfaktoren für Papiere mit Risikoaufschlägen, wie Peripherie- oder Schwellenländer-Staatsanleihen. Durch die starke Rally der letzten Monate ist kurzfristig das Potenzial für weitere Rückgänge der Risikoaufschläge begrenzt, da die Renditen in den Segmenten mit hoher Bonität häufig nur noch knapp über der Nulllinie oder bereits darunter liegen.

Rohstoffe

Sorgen um die Auswirkungen der jüngsten Lockdowns und die Wachstumsdynamik generell dürften sich in schwächeren Notierungen der Energierohstoffe niederschlagen – insbesondere in Anbetracht der starken Preisanstiege der letzten Monate. Bei Gold hat das Investoreninteresse in den letzten Wochen weiter nachgelassen. Der Edelmetallsektor bleibt aber durch die Erholung der globalen Autokonjunktur und der daraus resultierenden Nachfrage nach Platin und Palladium unterstützt.

Währungen

Die Schwäche des US-Dollars war zuletzt auch teilweise durch die negativen US-Realzinsen zu begründen. Dieser Trend dürfte vorerst zum Stillstand kommen. Für die nächsten Wochen dürften sich insgesamt die unterstützenden und belastenden Effekte für die meisten Währungspaare weitgehend gegenseitig aufheben.

Umsetzung

Das Union Investment Committee (UIC) hat in einer außerordentlichen Sitzung vom 7. Januar 2021 beschlossen, eine Anpassung am Musterportfolio vorzunehmen. Bei Aktien aus den Industrieländern wurde ein Übergewicht eröffnet und im Gegenzug die Kasseposition reduziert. Die generelle Risikoausrichtung wurde damit von neutral auf moderat-offensiv (RoRo-Meter von Stufe 3 auf Stufe 4) angehoben.

Der UIC-Prozess

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.