Unsere Positionierung

Auf Grundlage eines klar definierten Entscheidungsprozesses erarbeitet das Union Investment Committee (UIC) in jedem Monat eine auf das aktuelle Marktumfeld ausgerichtete Kapitalmarktstrategie.

Die jüngste Verschärfung der Corona-Neuinfektionen beobachtet das Union Investment Committee (UIC) engmaschig, geht aber aufgrund der weit fortgeschritten Impfkampagnen nicht von flächendeckenden Lockdowns auch für Geimpfte in den großen Volkswirtschaften aus – trotz einer vermutlich weiter anstehenden Verschärfung der Pandemielage auf der Nordhalbkugel. Im Anschluss an die Wintermonate rückt der Übergang von einer pandemischen in eine endemische Phase in greifbare Nähe, zumindest in den Industrieländern.

Insbesondere den Wachstumsausblick schätzt das UIC nach wie vor positiv ein. Die Konjunkturdaten haben sich in den vergangenen Wochen etwas verbessert. Die Entwicklung zeigt: Die Wirtschaft hat gelernt, auch mit hohen Infektionszahlen einigermaßen zu leben – so lange strenge, flächendeckende Kontaktbeschränkungen ausbleiben. Völlig unbeeinflusst vom Infektionsgeschehen ist die Konjunktur gleichwohl nicht. Unsere Volkswirte rechnen daher in den kommenden Wintermonaten mit einer Verlangsamung des Wachstumstempos. Im Verlauf des Jahres 2022 stehen die Zeichen hingegen wieder auf Beschleunigung. Nachlassende Lieferengpässe dürften zu Aufholeffekten in vielen Volkswirtschaften führen, nicht zuletzt im stark industriell geprägten Deutschland.

Eine entscheidende Größe für die Entwicklung von Konjunktur und Kapitalmärkten bleibt die Inflation. Im vergangenen Monat wurden sowohl in den USA als auch in Deutschland Werte jenseits der Vierprozentmarke gemessen. Neben pandemiespezifischen Ursachen sind es vor allem die Energiepreise, die zu den hartnäckig erhöhten Inflationsraten beitragen. Gleichwohl dürfte insbesondere in der zweiten Jahreshälfte durch das Auslaufen von Basiseffekten, durch eine Entspannung der Lieferketten sowie einen Rückgang bei den Energiepreisen die Inflationsdynamik beruhigt werden.

Mit Blick auf die Geldpolitik hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) auf ihrer November-Sitzung die Verringerung ihrer Anleiheankäufe angekündigt. Nachdem bereits in den Vormonaten eine ganze Reihe „kleinerer“ Zentralbanken ihre Geldpolitik gestrafft hatten, fährt damit erstmals auch ein „Schwergewicht“ seine Hilfen zurück. Der Tapering-Beschluss der Fed sieht vor, die Ankäufe monatlich um insgesamt 15 Milliarden US-Dollar zu senken – sofern der wirtschaftliche Ausblick es zulässt. In der Eurozone ist die Wirtschaftserholung jedoch schwächer und der Preisanstieg geringer als in den USA. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht sich also einem deutlich geringeren Inflationsdruck konfrontiert als die Fed und wird daher vorsichtiger agieren. Insgesamt schätzen wir damit den geldpolitischen Richtungswechsel als marktschonend ein.

Aktuelle Positionierung des Union Investment Committee

Stand: 23. November 2021

Der UIC-Prozess

Das Gremium trifft sich turnusmäßig einmal im Monat an zwei aufeinander folgenden Tagen – oder aber auch ad hoc, wenn es die Kapitalmarktentwicklung erfordert. Das erste Treffen dient der Bestandsaufnahme und Analyse der Lage an den internationalen Börsen. Dazu werden sowohl interne Experten aus dem Portfoliomanagement als auch externe Referenten eingeladen. Der zweite Tag steht im Zeichen der Diskussionen und der Entscheidungen. Um eine für das gesamte Portfoliomanagement tragfähige Strategie herauszuarbeiten, muss am Ende eine Einigung stehen: das Kondensat der versammelten Meinungen. Daraus wird die optimale Ausrichtung eines Musterportfolios für die kommenden drei Monate, inklusive der dazu passenden Risikoeinschätzung entwickelt.