Renaissance der Eurozone
Renaissance der Eurozone

Konjunktur bricht alle Rekorde

In wirtschaftlicher und anlagepolitischer Hinsicht sticht die Eurozone derzeit viele Regionen aus.

Kurz gefasst

  • In der Eurozone steht der Aufschwung vergleichen mit den USA noch am Anfang. Die Erholung gewinnt deutlich an Stärke und Breite.
  • Während der US-Dollar unter strukturellen Belastungen leidet, hat der Euro eine beeindruckende Aufwärtsrally hinter sich, die noch nicht zu Ende ist.
  • Für einen Euro-Investor werden die Kursanstiege durch den Dollarabverkauf teilweise aufgezehrt. Deshalb empfiehlt sich die Investition in heimischen Gefilden.

Europe first! Die Konjunktur auf dem „alten Kontinent“ ist so kräftig wie lange nicht. Wie Eurostat in seiner vorläufigen Schnellschätzung berichtete, kletterte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2017 um 2,5 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Ausbruch der Finanzkrise. Und es wird so weitergehen: 2018 sollte das BIP-Wachstum nach der Prognose von Union Investment 2,4 Prozent erreichen. In wirtschaftlicher und anlagepolitischer Hinsicht sticht die Eurozone derzeit viele Regionen aus.

Während der Kapitalmarkt gebannt auf die USA schaut und die Wirkungen von Trumps Steuerreform feiert, wird der heimische Aufschwung oft noch unterschätzt. Zwar ist es richtig, dass die US-Wirtschaft einen neuen fiskalpolitischen Schub bekommt. Obwohl der amerikanische Aufschwung bereits mehr als neun Jahre andauert, ist noch kein Ende in Sicht. Aber in reifen Konjunkturphasen ist die Beschleunigung nun mal begrenzt. Und Ökonomen wissen: Kein Zyklus hält ewig. 

In der Eurozone steht der Aufschwung hingegen noch am Anfang. Die Erholung gewinnt deutlich an Stärke und Breite. Binnen- und Außenwirtschaft treiben gleichermaßen das Wachstum, sowohl die Peripherie als auch Kerneuropa legen zu. Besser sah das Konjunkturbild schon lange nicht mehr aus. Die Eurozone ist das Comeback-Kid der Stunde.  

Die Eurozone ist das Comeback-Kid der Stunde.

Christian Kopf

Leiter Portfoliomanagement Renten

Christian Kopf

Das zeigt sich auch an der Börse, vor allem am Devisenmarkt. Der Euro hat eine beeindruckende Aufwärtsrally hinter sich, die noch nicht zu Ende ist. Gute Fundamentaldaten, politische Stabilität und die Aussicht auf einen baldigen Ausstieg der Europäischen Zentralbank (EZB) aus dem Anleiheankaufprogramm befeuern die Gemeinschaftswährung. Unsere Erwartung: Bis Mitte 2018 bereitet die EZB die Öffentlichkeit kommunikativ auf den Ausstieg vor. Ab September wird dann sukzessive das Ende eingeläutet. Der US-Dollar hingegen leidet unter strukturellen Belastungen, die auch noch weit in das laufende Jahr wirken sollten: Die Wachstums- und Zinsdifferenz zu anderen Regionen schrumpft, während das Zwillingsdefizit steigt. Wir haben daher unsere Prognose auf 1,30 US-Dollar pro Euro bis zum Jahresende angehoben.

Starker Euro zehrt US-Kursgewinne teilweise auf
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Die Währungsentwicklung hat starke Auswirkungen auf die Attraktivität von Anlageklassen. Das gilt beispielsweise für Aktien. Zwar eilt die Wall Street von Rekord zu Rekord. Doch für einen Euro-Investor werden die Kursanstiege durch den Dollarabverkauf teilweise aufgezehrt. Deshalb empfehlen sich verstärkt Investitionen in heimischen Gefilden, schließlich ist der starke Euro auch ein Zeichen wirtschaftlicher Prosperität. Für uns zählt die Eurozone ganz klar zu den Anlagefavoriten 2018!

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Christian Kopf
Christian Kopf

Christian Kopf ist seit September 2017 Leiter des Portfoliomanagement Renten von Union Investment. Er ist eines von sieben stimmberechtigten Mitgliedern des „Union Investment Committee“ (UIC).

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