Frederik Sieker

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Frederik Sieker

Der politische Tanz auf Brüsseler Parkett

Frankfurt am Main, den 2. August 2022 – Wichtige finanzpolitische und -regulatorische Entscheidungen auf EU-Ebene werden in Brüssel getroffen. Dabei mischt Union Investment im Rahmen der politischen Interessenvertretung mit. Zuständig ist hierfür die Gruppe Public Affairs im Vorstandsstab von Union Investment. Frederik Sieker ist Teil des Teams und gleichzeitig Leiter des Brüsseler Büros.

Was verbinden Sie mit Brüssel? Männer in grauen Anzügen am Ende ihrer politischen Karriere diskutieren monatelang über unverständliche und komplexe Gesetzesvorgaben mit politischer Tragweite für ganz Europa? Ein Klischee, das Frederik Sieker, Leiter des Brüsseler Büros, weitgehend entkräften kann: „Die Zeiten haben sich geändert. Inzwischen sind viele junge, aufstrebende Politiker im Europäischen Parlament. Brüssel dient vermehrt als Karrieresprungbrett und nicht mehr als Endstation.“ Ohne Frage sei allerdings ein Teil der EU-Gesetzgebung – auch im Bereich der Finanzmarktregulierung – sehr komplex und mitunter kritisch zu bewerten. „Aus meiner Sicht überwiegen aber insgesamt eindeutig die positiven EU-Einflüsse auf Wirtschaft und Alltagsleben“, so Sieker.

Enge interne Abstimmungen

Positiver Einfluss ist ein gutes Stichwort. Der Politikwissenschaftler beschäftigt sich insbesondere mit Finanzpolitik und Regulierung auf EU-Ebene. „Die Gruppe Public Affairs ist für die politische Kommunikation und Interessenvertretung von Union Investment zuständig. Spätestens seit der Finanzkrise ist die Finanzbranche stark reguliert, was direkte und erhebliche Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell hat. Daher ist es meine Aufgabe, auf EU-Ebene nah dran zu sein,“ erklärt der 30-Jährige. Dabei agiert er sozusagen als Sprachrohr zwischen Brüsseler Politik und Union Investment – und zwar in beide Richtungen. „Einerseits muss ich frühzeitig erkennen und darüber informieren, was regulatorisch auf Union Investment zukommt. Denn je früher wir die Herausforderungen verstehen, desto besser können wir uns darauf vorbereiten. Andererseits adressieren wir unsere Botschaften und Vorschläge gezielt in Richtung Politik, um uns aktiv in den Gesetzgebungsprozess einzubringen.“ Hinter dem „wir“ steht die gesamte Gruppe Public Affairs, die sich eng abstimmt, da Brüsseler und Berliner Politik miteinander verknüpft sind.

Auf das Netzwerk kommt es an

Frederik Sieker
Frederik Sieker beim Networking auf einer politischen Veranstaltung in Brüssel.

Doch wie gelingt es Frederik Sieker und seinen Kolleginnen und Kollegen von Public Affairs, Informationen und Zugang zu relevanten Personen zu erhalten? „Der Aufbau und die Pflege eines belastbaren Netzwerks sind entscheidend. In meinem Fall habe ich mir dieses Netzwerk in Brüssel aufgebaut. An meinen Tagen vor Ort dominieren Termine mit externen Stakeholdern. Dazu zählen bilaterale Treffen, Panel-Diskussionen oder Abendveranstaltungen. Für unsere Tätigkeit ist der Kontakt zu Vertreterinnen und Vertretern aus dem Europaparlament, den Mitgliedsstaaten, der EU-Kommission und der Finanzbranche unentbehrlich.“

Wichtig ist dabei, nicht als Einzelkämpfer zu agieren. „Ich muss ,Verbündete‘ für die Positionen von Union Investment finden. Daher bin ich im stetigen Austausch mit den Brüsseler Büros des BVI und BVR sowie mit europäischen Verbänden und vielen anderen Institutionen“, so Sieker.  Für die Tätigkeit bedarf es nicht nur eines breiten Wissens über Gesetzestexte und eher technische Themen. „Ebenso wichtig ist das Interesse und die Offenheit gegenüber Menschen unterschiedlichster Couleur, die Fähigkeit genau zuzuhören, um Zwischentöne wahrzunehmen, Beharrlichkeit und das Gespür für das richtige Timing“, erklärt Sieker. Letzteres ist entscheidend, um sich Gehör zu verschaffen. „Zwar sind Gesetzgebungsverfahren oft langwierig, doch es gibt meist nur relativ kurze Zeiträume, in denen wir Einfluss nehmen können“, sagt er.

Wichtige Entscheidungen forcieren

Aktuell beschäftigen ihn Themen wie die Weiterentwicklung der Kapitalmarktunion, die Digitalisierung des Finanzwesens und vor allem das Thema Nachhaltigkeit. Wenn Sieker die Möglichkeit hätte, morgen eine wichtige Entscheidung zum Nutzen von Union Investment und der gesamten Finanzbranche zu forcieren, steht für ihn Folgendes im Fokus: „Durch zielgerichtete Regulierung dafür zu sorgen, dass wir alle für die Taxonomie – also ein einheitliches EU-Klassifizierungssystem für nachhaltige ökonomische Aktivitäten – notwendigen ESG-Daten schnellstmöglich erhalten und über eine zentrale europäische Datenbank abrufen können.“ Dass hierzu inzwischen gesetzgeberische Fortschritte erzielt wurden, ist ein Erfolg, an dem Sieker gemeinsam mit Branchenvertretern und Verbänden mitgewirkt hat. „Nun geht es darum, dass diese Vorhaben ambitioniert und zeitnah umgesetzt werden.“

Begeisterung für Politik und Brüssel

Seine Leidenschaft für Politik entdeckte der gebürtige Ostwestfale bereits zu Schulzeiten. „Während meines politikwissenschaftlichen Studiums habe ich mich intensiv mit Interessenvertretung bzw. Lobbyismus beschäftigt“, so Sieker. „Erst theoretisch an der Uni und dann praktisch durch mehrere Praktika und Werkstudententätigkeiten. Der Berufseinstieg in diesem Bereich war dann für mich naheliegend.“ Auch sein Faible für Brüssel entstand während des Studiums. „Ich gehöre zur ,Generation Erasmus‘. Dank des EU-Förderprogramms habe ich zwei Auslandssemester absolviert, davon eins in Brüssel. Die wirklich tolle Zeit in dieser weltoffenen, internationalen, geschichtsträchtigen Stadt hat mich sehr geprägt.  Was ihn an seinem Job besonders begeistert: „Ich komme durch meine Tätigkeit mit vielen spannenden Themen und Persönlichkeiten in Kontakt. Darüber hinaus bin ich nah dran an politischen Entscheidungen, die jeden von uns betreffen. Indem ich den Entscheidern Fakten, Hintergründe und Lösungsideen aus der Wirtschaft liefere, sorgen diese im Optimalfall dafür, dass die Gesetzgebung besser und praxisnäher ausgestaltet wird.“

Frederik Sieker

Zur Person

Frederik Sieker absolvierte das Studium der Politikwissenschaft in Berlin, Brüssel und Amsterdam mit dem Abschluss Master of Arts und startete seine Karriere als politischer Referent und Pressesprecher bei einem Interessenverband der Wohnungswirtschaft. Seit April 2018 ist er bei Union Investment. Er begann als Manager Public Affairs mit Schwerpunkt EU-Finanzmarktregulierung und hat seit Januar 2022 die Leitung des Brüsseler Büros inne.

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