Leif Schönstedt, Senior Risiko Controller

Auf dem Dienstweg
mit Leif Schönstedt

Geschäftsführer Union Investment Institutional GmbH

Wir haben Leif Schönstedt auf seinem Dienstweg begleitet

Eigenverantwortliches, lösungsorientiertes und kreatives Arbeiten sind sein Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit seines Teams. Als Mitglied der Geschäftsführung der Union Investment Institutional arbeitet Leif Schönstedt gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen daran, fortschreitende Digitalisierung und persönliche Nähe zum Kunden in Einklang zu bringen.

Leif Schönstedt

Herr Schönstedt, wie sieht für Sie ein typischer Start in den Tag aus?

Leif Schönstedt: Mein Tag beginnt sehr früh: Gegen drei Uhr starte ich mit einem Workout im Fitnessstudio um die Ecke. Wenn es das Wetter hergibt, nutze ich die kurze Strecke für einen Aufwärmlauf. Um fünf Uhr kehre ich zurück nach Hause, decke den Frühstückstisch für meine Familie und lege die Schulbrote für die Kinder bereit. Sechs Uhr fahre ich mich mit der Bahn ins Büro, wo ich gegen sieben Uhr ankomme.

Der Sport scheint eine wichtige Rolle in ihrem Leben zu spielen. Was bedeutet er für Sie?

Schönstedt: Meine Arbeit ist für mich gut vergleichbar mit Hochleistungssport: Die hohe Dynamik in unseren strategischen Themen, die Führung über die durch die Pandemie bedingte räumliche Distanz zu meinen Mitarbeitenden sowie die fachliche Begleitung aktueller Herausforderungen im institutionellen Geschäft sind sehr herausfordernd. Wären das dauerhaft meine einzigen Betätigungen, käme ich aus dem Gleichgewicht.
Meine Familie mit den drei Kindern zu Hause, viel Bewegung und intensive Aktivitäten im Sport bringen mir den nötigen Ausgleich. Ich gehe gerne und oft ins Fitnessstudio, um mich auch körperlich an meine Grenzen zu bringen. Gleichzeitig nutze ich den Sportraum im MTP. Ich kann  hier meine Gedanken ordnen, Themen verbinden, Effizienzen überlegen - Sport ist sozusagen mein “Zaubertrank” für neue Höchstleistungen im Job.

Sie haben erwähnt, dass Sie mit der Bahn ins von ihrer Heimat Wiesbaden aus ins Büro fahren. Auch aktuell, während die Strecke nur eingeschränkt nutzbar ist – was bewegt Sie dazu?

Schönstedt: In der Phase vor Corona hatten wir im Pendlerzug eine Art Fahrgemeinschaft aus Wiesbaden. Ich saß fast täglich mit Kollegen aus dem Portfoliomanagement und Corporate Communications im Zug, die herzliche Vernetzung war inbegriffen. Corona hat auch das geändert. Ich hoffe, dass wir die Fahrgemeinschaft in 2022 wieder neu auflegen können.
Diese – auch dank der disziplinierten Einhaltung der AHA-Regeln im Zug – meist stressfreie An- und Abreise bietet mir viele Möglichkeiten: ich bereite mich mental vor auf den geschäftlichen Tag oder befasse mich mit Zukunftsthemen wie der Blockchain-Technologie. Dazu folge ich seit mehreren Jahren interessiert verschiedenen YouTube Kanälen und Blogs und “The Daily Hodl” gehört zur meiner morgendlichen Standardlektüre. Gleichzeitig lasse ich mich auch ab und zu von einem guten (Hör-)Buch begeistern.
Eine temporär kaputte Brücke in Wiesbaden wirft mich dabei nicht so einfach aus der Bahn. Sicher: seit September ist die Verbindung nicht mehr optimal – aber ich habe einen neuen eingeschwungen Zustand für mich gefunden, der gut funktioniert. Es ist und bleibt eben nicht immer alles planbar. Manchmal muss man aus der Komfortzone raus – und wenn es nur die An- und Abreise zum Arbeitsort betrifft.
 

Zur Person

Leif Schönstedt

Leif Schönstedt startete im Februar 2007 als Senior Risk Controller in der Abteilung Risikocontrolling im Bereich Investmentanalyse und -controlling. 2008 wechselte er als Produktmanager in die Abteilung Produktmanagement und -strukturierung in IK. Er übernahm im Januar 2012 die Gruppenleitung Beratung, Risikomanagement und Aufsichtsrecht im Produktmanagement Institutionelle Kunden. 2017 verantwortete Schönstedt im Geschäftsbereich Genobanken und Mittelstand die Leitung der Gruppe Beratung Regulatorik und Support. Seit 1.4.2020 leitet er als Managing Director die Segmentsteuerung und Marketing in IK, ab 1.10.2020 führt er die Geschäftseinheit als Geschäftsführer der UIN. Der Wirtschaftsmathematiker ist 47 Jahre alt und lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern im Alter von 8, 11 und 14 Jahren im Südosten von Wiesbaden.

Und es hilft sicher auch, dass Sie in der Nähe Bahnhofs Wiesbaden Ost leben, der aktuell besser angebunden ist, als der Hauptbahnhof…

Schönstedt: Das stimmt!

Sie sind dreifacher Familienvater – wie schaffen Sie es, die Balance zwischen ihrer herausfordernden Arbeit, dem Sport und Zeit mit der Familie zu halten?

Schönstedt: Sie sprechen mich auf meine drei Kids an – alles Jungs im Alter von 14, 11 und 8 Jahren. Klar ist, dass mein Arbeitstag die acht Stunden immer übersteigt. Meine Frau trägt gerade auch in der Corona Zeit die größte Last zu Hause, dafür bin ich ihr sehr dankbar! Um die Balance zwischen Beruf und Familie zu wahren, setze ich konsequent auf Zeitmanagement und Priorisierung. Deshalb mache ich meinen eigenen Sport so früh und nutze jede zeitliche Möglichkeit für meine Familie. Mir helfen drei einfache Regeln dabei, auch zu Hause präsent zu sein:
1.    Das Wochenende und der Ski- und Sommerrlaub gehören der Familie.
2.    Sei ein Vorbild für die Kids und hilf insbesondere im Haushalt aktiv mit.
3.    Versuche so oft wie gemeinsam mit der Familie zu Abend zu Essen, gerade unter der Woche.
Meinen Kindern möchte ich gerne viel fürs Leben mitgeben. Sport ist unserer ganzen Familie sehr wichtig – VingTsun, Fußball, Laufen und Schwimmen stehen bei meinen Kindern hoch im Kurs. Eine vernünftige Ernährung komplettiert das Ganze: ich koche jedes Wochenende sehr ausgewogen und frisch für die gesamte Familie.

Seit 2020 sind Sie Geschäftsführer UIN Leiter Geschäftsbereich Segmentsteuerung und Marketing. Zuvor waren Sie bereits in verschiedenen Führungspositionen in der UIN tätig – was treibt Sie an?

Schönstedt: Es ist mir wichtig, dass wir möglichst agil arbeiten, ich sehe uns da auf einem guten Weg. Agilität bedeutet für mich, die alten, hierarchisch vorbestimmten Wege abzukürzen: über eigene Anstrengung, Kreativität, das eigene Netzwerk und die eigene Motivation produktiv zu sein und Flaschenhälse zu vermeiden. Meine Mitarbeitenden von dieser Arbeitsweise zu überzeugen, das ist für mich der Schlüssel zu unserer Zukunftsfähigkeit. Dabei ist es wichtig, auch bei komplexen Themen mutig und frühzeitig neue Wege zu gehen, denn: Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Dabei treibt mich an, dass ich diese Herangehensweise in den letzten 22 Jahren meiner beruflichen Laufbahn bereits in vielen unterschiedlichen Bereichen erfolgreich anwenden konnte: ob im Risikocontrolling, regulatorischem Risikomanagement, Produktentwicklung, Kundenreporting, klassischem Controlling, Marketing, Digitalisierung oder Projektmanagement.

Welches strategische Thema treiben Sie aktuell besonders intensiv voran?

Schönstedt: Mit unserem Strategieprojekt InProve stellen wir das Segment IK auf die neuen Herausforderungen im Institutionellem Geschäft ein. Daran sind alle beteiligt: vom Produktmanagement, über unsere drei Vertriebseinheiten und meine Einheit, Segmentsteuerung und Marketing. Das wichtigste strategische Vorhaben aus meiner Geschäftseinheit heraus ist die Digitalisierung, die wiederum durch eine grundlegende kulturelle Transformation getrieben wird.
Diese Transformation wird nicht dazu führen, dass wir unsere eigene DNA verlieren. Sie wirkt sich vielmehr auf die Kommunikation und die interdisziplinäre Zusammenarbeit über Hierarchiestufen hinweg aus. Die Umsetzung ist für mich als Führungskraft in der Union Investment eine große Aufgabe.  Ich möchte uns gerne strategisch vorbereiten und wichtiger Katalysator im Segment IK sein. Schließlich führt Digitalisierung zu hoher Transparenz bei Kosten und damit auch hoher Austauschbarkeit genutzter Dienstleiter. Auch Union Investment ist Dienstleister!   Wir müssen hier achtsam bleiben und dürfen den digitalen Zug nicht unterschätzen oder gar verpassen.

Leif Schönstedt

Was bedeutet das für die Kundenbeziehung?

Schönstedt: Je mehr wir automatisieren, desto mehr wandert die Wertschöpfung in die zwischenmenschliche Beziehung. Das ist die Blaupause sowohl für die interne Zusammenarbeit als auch für unsere externen Kundenbeziehungen. Zwischenmenschliche Beziehungen leben vom direkten Kontakt. Auch im Digitalen Zeitalter müssen wir die sozialen Beziehungen, unsere gute Reputation und dabei insbesondere das große Vertrauen zum Kunden aufrecht erhalten. Dabei gilt: Unsere Kunden haben Anspruch darauf, dass wir die begleitende digitale Umsetzung ebenfalls menschlich gestalten und dass wir ihrem individuellen Bedarf gerecht werden. Mithilfe digitaler Lösungen die Kundennähe zu stärken, gehört für mich zur Königsdisziplin. Dabei möchte ich alle Mitarbeitenden mitnehmen, denn wir werden die Kundenbeziehung und internen Schnittstellen keinem Roboter oder ausschließlich MS Teams Meetings überlassen können. 

Womit endet ein erfolgreichen Arbeitstag für Sie im besten Fall?

Schönstedt: Meine Herausforderungen lassen sich meist nicht an einem Tag abarbeiten oder abschließen. Bei allen strategischen Themen begleitet mich regelmäßig ein langer Zeithorizont. Wenn der Arbeitstag also mit dem zufriedenen Gefühl endet, dass wir dem gesetzten langfristigen Ziel ein gutes Stück näher gekommen sind und wenn meine Mitarbeitenden mir dabei spiegeln, dass sie abgeholt sind und ihre inneren Kerzen für die Themen hell brennen, dann war es für mich ein guter Tag!


Herr Schönstedt, Danke für das Gespräch!

Diesen Beitrag teilen:

Auch interessant für Sie

Erfahren Sie mehr über unsere Mitarbeitenden.

Annette Bierweiler

Schlagfertig zum beruflichen Erfolg

Schon während ihres Magisterstudiums der Romanistik und Betriebswirtschatslehre wusste Annette Bierweiler, dass sie einmal im Portfoliomanagement arbeiten möchte. Mit ihren Erfahrungen bestärkt sie heute andere Frauen in ihrer Karriere in der Finanzbranche.

Isabell Zipp

Alles andere als langweilig

Reporting – für die einen ein sperriger Begriff, für Union Investment Mitarbeiterin Isabell Zipp eine ebenso spannende wie herausfordernde Aufgabe. Die 35-jährige leitet die Gruppe Reporting Gesetzliches Meldewesen. Hier erzählt sie über ihren facettenreichen Werdegang und was sie an ihrem Job begeistert.