Carsten Meinheit

„Es braucht Geduld, um
80 Meter weit zu werfen“

Carsten Meinheit spielt Ultimate Frisbee
und ist Nationalspieler

Ganz persönlich: Carsten Meinheit

Carsten Meinheit arbeitet bei Union Investment in der Konzernrevision. Dort beschäftigt er sich mit komplexen Revisionsprüfungen, begleitet wesentliche Projekte und steht verschiedenen Fachbereichen als Berater zur Verfügung. Auch in der Freizeit muss er stets den Überblick behalten – Meinheit spielt Ultimate Frisbee und ist Nationalspieler.

Weit verbreitet ist die Sportdisziplin Ultimate Frisbee in Deutschland noch nicht. Meinheit selbst machte seine ersten Erfahrungen in der 11. Klasse. „Mein damaliger Sportlehrer probierte die Sportart zwei Wochen lang mit uns aus“, berichtet er über seine Schulzeit in Hannover. Nach dem ersten Kontakt wuchs seine Begeisterung für den außergewöhnlichen Sport, obwohl er zu dem Zeitpunkt eigentlich etwas ganz anderes spielte: nämlich Handball auf Landesliga-Ebene.

„Ich war so angefixt, dass ich schnell der Frisbee-AG meiner Schule beigetreten bin und den  Handball gegen eine Frisbee-Scheibe tauschte“, erzählt Meinheit. Dabei sind die Anforderungen grundsätzlich ähnlich: Wie beim Handball benötigt man insbesondere  Spielübersicht, Kondition und Reaktionsschnelligkeit. „Der Teamzusammenhalt ist ebenfalls stets sehr groß“, schwärmt Meinheit.

Der Aufstieg zur Nationalmannschaft

Teil des deutschen Nationalteams zu werden, ist gar nicht so einfach, doch der sportbegeisterte Revisor arbeitete sich Schritt für Schritt in die Mannschaft vor. „Zunächst spielte ich für kurze Zeit in Hannover, bevor ich 2011 zum Studieren nach Würzburg zog und der dortigen Ultimate-Frisbee-Mannschaft beitrat“, sagt Meinheit. Mit Würzburg spielte er jährlich um den deutschen Meistertitel – Trainings und Wettkämpfe fanden parallel zum Wirtschaftsstudium statt.

„Die Erfahrungen die ich dort gesammelt habe, motivierten mich dazu, mich 2012 zu einem offenen Try-Out anzumelden“, erzählt Meinheit. Der Try-Out Prozess ist nichts anderes als ein Sichtungstrainingslager, in dem Spieler und Spielerinnen deutscher Ultimate-Frisbee-Vereine die Chance haben, zu zeigen, was sie können. Teil der Auswahl ist der Test verschiedener Fähigkeiten – dazu gehören beispielsweise Wurfweite, ausgeprägtes Spielverständnis und Ausdauer. „Nach mehreren anstrengenden Wochenenden wurde ich dann in den damaligen Herren U23 Kader für die Weltmeisterschaft in Toronto aufgenommen“. Ein großer Meilenstein für den jungen Spieler.

Darauf folgten die Aufnahme in die Herren Nationalmannschaft, sowie die Teilnahme an der Europameisterschaft 2015 in Kopenhagen, bei der sich das Team den Vizeeuropameistertitel sicherte. „Meine schönste Erinnerung habe ich an die Beach-Weltmeisterschaft in Dubai, im März 2015. Ich war Teil des 14-köpfigen Kaders und vor der Skyline zu spielen, war atemberaubend “, erinnert er sich.

Carsten Meinheit
Meinheit bei den Beach-Weltmeisterschaften 2015 in Dubai.

Doch wie sieht die aktuelle Situation für Wettkämpfe aus? „Zurzeit spiele ich nur noch im Clubteam und trete bei Turnieren in Deutschland an. Aufgrund der Pandemie finden leider in 2021 keine Nationalmannschaftsturniere statt“, bedauert Meinheit. Zudem sei der Zeitaufwand mit bis zu 6 Trainingseinheiten pro Woche neben einem Vollzeit-Job aktuell kaum darstellbar.

Ultimate Frisbee: Komplexer als gedacht

Ultimate Frisbee als richtigen Wettkampfsport – was kann man sich darunter vorstellen? „Voraussetzung für jeden Spieler sind erst einmal Selbstdisziplin und Eigenverantwortung. Beides macht hier viel aus“, erklärt der 30-jährige. „Denn es  braucht eine Menge Geduld, bis ein präziser Wurf von 80 Metern mit Vor- oder Rückhand gelingt.“ Ziel ist es, die fliegende Scheibe zu einem von sechs Mitspielern in der Endzone des Spielfelds zu werfen und damit einen Punkt zu erzielen. Dies versuchen wiederum sieben Gegenspieler zu unterbinden. Ähnlich wie beim American Football sind die Enden des Spielfelds die Punktezonen. Der Sieg geht an das Team, welches als erstes 15 Punkte erzielt beziehungsweise nach Ablauf der Spieldauer von 90 Minuten die meisten Punkte erreicht.

„Ultimate Frisbee fordert eine Menge Köpereinsatz, ist aber gleichzeitig auch ein sehr fairer Sport“, sagt Meinheit. Denn gespielt wird generell ohne Schiedsrichter, weswegen umfangreiche Regelkenntnisse sowie ein objektiver Blick auf das eigene Handeln in Verbindung mit nachhaltigem Fairplay von jedem Spieler unerlässlich sind. Fouls oder Linienverstöße werden zwischen den Gegenspielern selbst geklärt.

Carsten Meinheit

Doch der Sport ist nicht alles

Neben seiner Begeisterung für den Sport hat Meinheit auch eine Leidenschaft für die Revision und das Programmieren entwickelt. Für Letzteres ließ er sich vom Fraunhofer-Institut als Data Scientist zertifizieren. „Das Programmieren und die sich hieraus ergebenden Möglichkeiten für die Revision bereiten mir viel Freude. Dass ich meine Fähigkeiten und datenanalytischen Kenntnisse in dem für meinen Arbeitsbereich noch recht neuen und dynamischen Feld einbringen kann, gefällt mir wirklich gut“, sagt Meinheit.

Denn aus Revisionssicht bietet die Digitalisierung von Prozessen ein enormes Potenzial. „Mein Arbeitsschwerpunkt liegt auf Revisionsprüfungen in den Stäben und Markteinheiten, sowie dem Segment Privatkunden. In der Zusammenarbeit mit den Fachbereichen finden sich einige Aufschlagpunkte, um die Digitalisierung voranzutreiben.“  Der Hannoveraner fand früh Gefallen an der Tätigkeit als Revisor: „Diesen Fachbereich darf man einfach nicht unterschätzen. Ich bekomme eine sehr tiefgehende Sicht in das Unternehmen in Verbindung mit einem breiten Verständnis für alle wesentliche Prozesse.“ Das sei enorm spannend und lehrreich. Was seinen Sport und die Revision verbindet, sei vor allem das Fairplay. „Uns in der Revision ist es enorm wichtig, objektiv zu sein und die Fachbereiche als Berater zu unterstützen“, betont Meinheit. Und manchmal brauche man eben auch wie beim Ultimate Frisbee ein wenig Geduld, bis der zielsichere Wurf gemeinsam mit den Fachbereichen gelingt.

Carsten Meinheit

Carsten Meinheit, 30 Jahre,  wuchs in Hannover auf, bevor er Wirtschaftswissenschaften an der Universität Würzburg studierte. Anschließend absolvierte er dort sein Masterstudium im Bereich Business Management mit Fokus auf Steuerwesen, Controlling und Wirtschaftsprüfung. Parallel sammelte Meinheit seine ersten Erfahrungen als Werkstudent in einer Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungskanzlei. Unmittelbar nach seinem Studienabschluss im Jahr 2017, begann seine berufliche Laufbahn als Revisor in der Markt- und Stabrevision bei Union Investment. Zusätzlich ließ er sich 2020 vom Fraunhofer-Institut zum Data Scientist Specialized in Data Analytics zertifizieren und widmet sich aktuell der Weiterbildung zum Certified Internal Auditor (CIA).

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