Der Wagen beschleunigt in 3,5 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Kurras in seinem Schaltkart (KZ 2).

PS auf die Straße bringen

Jan Kurras gibt Gas
beruflich und privat

„Bei Hitze klebt der Asphalt“

Bei Union Investment arbeitet Jan Kurras am Trading Desk. Hier handelt er hauptsächlich mit Anleihen und Devisen. Je nach Marktsituation muss das schnell gehen. Auch privat gibt der 35-Jährige gerne Gas: Kurras fährt Schaltkart und ist auf Deutschlands schwierigsten Rennstrecken unterwegs.

Bei Jan Kurras steht ein Auto in der Garage. So weit, so normal. Doch auf der Ladefläche des ausgebauten Transporters parkt, von außen nicht erkennbar, noch ein zweiter Wagen. Der 35-Jährige ist Motorsportler, Kurras fährt Kart. 2019 nahm der Rennfahrer an den Rennen zum „ADAC Kart Cup“ teil. „Das ist quasi die Zweite Bundesliga im Kartsport“, erklärt er. Zu den verschiedenen Austragungsorten der Rennserie fuhr er mit dem Transporter. Mitgenommen hat er hinten im Wagen Technik, Ausrüstung – und sein Schaltkart.

Kart ist ein Motorsport, bei dem auf speziellen Rennbahnen Wettbewerbe ausgetragen werden. Daneben gibt es noch die Hobbyvariante: „Der Sport hat aber nichts mit dem Kartfahren zu tun, was man mal so privat mit Freunden macht“, erklärt Kurras.

Jan Kurras

Zunächst fehlten Kurras Zeit und Geld

Angefangen hat Kurras damit erst relativ spät. Als er 18 Jahre wurde, fuhr er zwischenzeitlich mal Motorrad. Dann kam die Ausbildung zum Investmentfondskaufmann bei Union Investment dazwischen. Es folgte ein BWL-Bachelor und anschließend ein Finance-Masterstudium, und Kurras fehlten Geld und Zeit, um dem Motorsport weiter nachzugehen: „Als ich irgendwann an meiner Abschlussarbeit saß, habe ich überlegt, wo es hingehen soll und was ich nebenher angehen könnte.“

Statt der zwei sollten es künftig aber vier Räder sein, da war Kurras damals sicher. „Ich bin dann einfach zu einer Rennstrecke hin, habe mich ausgetauscht und danach ziemlich schnell einen Wagen gekauft“, erzählt er von seinen Anfängen. Das ist inzwischen neun Jahre her.

15 Minuten – länger hält man das körperlich nicht aus

Das hochkonzentrierte Fahren macht ihm Freude. „Ich habe ein gewisses Grundtalent und ein gutes Bauchgefühl dafür, so einen Wagen im Grenzbereich zu bewegen“, sagt Kurras. Während eines Wettbewerbs fährt er bis zu drei Rennen an einem Tag. Jedes ist maximal 15 Minuten lang. „Länger hält man das körperlich auch nicht aus“, erklärt er.

Denn der Wagen beschleunigt in 3,5 Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Die Fliehkräfte, die dann auf den Körper einwirken, sind extrem stark. Das Kart hat keine Servolenkung und die Schaltung sechs Gänge. Die wechselt Kurras pro Runde 30 bis 40 Mal. „Das ist ähnlich wie beim Sprinten“, vergleicht er. An einem Renntag fahren alle am Limit. 50 PS hat der Motor seines Karts, das reizt Kurras aus. Jedenfalls soweit es geht: „Wenn ich zu spät abbremse, lande ich im Reifenstapel oder auf der Wiese. Bremse ich zu früh, werde ich überholt.“ Unfälle gebe es trotzdem selten. „Alle Teilnehmenden wissen, was sie machen. Außerdem fahren wir auf einer abgesicherten Sportanlage, ohne Gegenverkehr.“ Da sei das Risiko kontrollierbar. So fasst der Händler, der am Trading Desk bei Union Investment in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren muss, seinen Sport zusammen. „Da ist es auch ganz essenziell, keine Fehler zu machen – ähnlich wie beim Fahren.“

Wichtig sei bei den Rennen das Wetter. „Regen ist den Veranstaltenden egal. Dann muss ich den Wagen vorher halt umschrauben“, erklärt Kurras. Hitze ist schlecht: „Dann läuft der Motor heiß, und der Asphalt klebt.“ 20 Grad Celsius, Sonne, trocken – das seien die idealen Rennbedingungen.

Jan Kurras

Zu den Rennen fährt er immer mit einem Freund. Vorher prüfen sie den Wagen. „Denn irgendwann bricht jede Schraube und jede Achse“, warnt er. Einer von den beiden übernimmt die Rolle des Technikers am Renntag, der andere fährt. Wenn der Fahrer dann sagt, die Hinterachse klemmt, weiß der Techniker sofort, was er machen muss: „Man nimmt das immer so als Individualsport wahr, aber eigentlich ist es ein Teamsport“, sagt Kurras. Und irgendetwas ist immer, der Wagen fährt nie, wie er soll.

Kartsport ist weder ein grünes noch ein günstiges Hobby. „Das, was es aber leider richtig teuer macht, ist der Verschleiß“, erklärt Kurras. Bei einem Rennen fahre er schon einmal drei Sätze Reifen durch. Hinzu kommen neue Brems- und Kopplungsbelege. „Es geht permanent etwas kaputt“, sagt der 35-Jährige. Da spart Kurras gerade zumindest etwas Geld. Denn Rennen ist er seit Pandemiebeginn keine mehr gefahren. Bei der letzten Serie, an der er noch teilnehmen konnte, dem „ADAC Kart Cup“, wurde er 2019 Dritter – ein großer Erfolg. Inzwischen hat Kurras eine Profilizenz, die es ihm trotz Pandemie ermöglicht, wieder zu trainieren.

Am liebsten fährt er dafür zum Erftlandring in Kerpen-Manheim. Hier trainierte schon Michael Schumacher. „Die Strecke ist sehr kurvenreich“, schwärmt Kurras. Wer da bei einer Kurve patze, mache auch bei der darauf folgenden Fehler. Seit er Kart fährt, hat Kurras sich nicht einziges Mal wieder auf ein Motorrad gesetzt.

Jan Kurras

Jan Kurras, 35, lebt mit seiner Frau in Schwalbach am Taunus und hat bereits seine Berufsausbildung als Investmentfondskaufmann bei Union Investment absolviert. Danach studierte er an der heutigen Frankfurt School of Finance Betriebswirtschaftslehre im Bachelor und Finance im Master. Nach zwei Zwischenstationen kam er 2016 zurück zu Union Investment. Heute arbeitet Kurras in der Abteilung Multi Asset Trading Desk und betreut hier den Bereich Fixed Income.

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