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"Mit strategischem Denken Impact generieren"

Patrick Kern arbeitet seit 2018 in der Gruppe Nachhaltigkeit im Segment Immobilien bei Union Investment. Dort hat er momentan vor allem mit dem EU Action Plan on Sustainable Finance zu tun. Nachhaltig ist auch sein privates Engagement, denn er ist in mehreren Stiftungen als strategischer Begleiter aktiv.

Was damit gemeint ist, wird schnell klar, wenn er dabei über betriebswirtschaftliche Ansätze, Start-up-Mentalität, Businesspläne und langfristige Planung spricht. Was zunächst hauptsächlich nach nüchterner Geschäftsführung klingt, ist weit mehr als das. Denn, aus seinen Worten sprechen auch viele Emotionen, Erinnerungen an persönliche Begegnungen und die Überzeugung: Ich kann mit meiner Arbeit, meinem Einsatz und meinem Know-how viel bewegen. Am Herzen liegen ihm alle Projekte, bei denen er einen hohen Nutzen für die Gesellschaft sieht und wo es gelingt, Kooperationen zwischen einzelnen Organisationen herzustellen. Zum Beispiel, um Kosteneffizienzen im Due-Diligence-Prozess zu heben. „Mit unternehmerischem und strategischem Denken können wir im Stiftungswesen Impact generieren, der weit über das hinausgeht, was man sich klassischerweise unter Stiftungsarbeit vorstellt, wie zum Beispiel Einzelspenden an Projekte mit geringer Wirksamkeit“, erklärt er.

Dieses strategische und unternehmerische Denken setzt er als Vorstandsmitglied der Peter Möhrle Stiftung um, die verschiedene Projekte initiiert hat. Darüber hinaus ist er Stiftungsratsmitglied der Edmund Siemers-Stiftung. Sie beschäftigt sich aktuell insbesondere mit Vereinen, die aufgrund der Corona-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten sind oder ihre Angebote anpassen mussten. Auch mit ehemaligen Strafgefangenen hat er ein Projekt am Start.

Coreszon, Projekt für mentale Gesundheit

Coreszon-Projektleiterin Monica Blotevogel und Patrick Kern
Coreszon-Projektleiterin Monica Blotevogel vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, rechts Patrick Kern.

Besonders stolz ist er auf Coreszon und die aktuelle Entwicklung, die dieses „Stiftungs-Start-up“ genommen hat. Darauf gestoßen ist Patrick Kern bei einer Konferenz in Oxford. Über die Peter Möhrle Stiftung begleitet er das Angebot für mentale Gesundheit seither hauptsächlich beim Wachstum, bei administrativen Themen und entlang definierter Meilensteine im Businessplan.

Eingesetzt wurden die mentalen Hilfen von Coreszon ursprünglich vor allem in Krisengebieten, zum Beispiel nach dem Hurrikan Katrina in den USA oder dem großen Erdbeben in Nepal vor sechs Jahren. Ein Team des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und Projektleiterin Monica Blotevogel haben es für den Einsatz in Deutschland weiterentwickelt, anfangs vor allem für Geflüchtete.

Aktuell unterstützt es viele Menschen dabei, ihre mentale Gesundheit zu stärken. „Dafür stehen einfache, aber wirksame Tipps und Tricks auf der Internetseite bereit. Diese können ohne großen Aufwand und von jedem ausprobiert werden. Sie helfen dabei, Stress, sei es in der Familie, im Büro oder finanzieller Art, zu vermeiden bzw. selbst zu bekämpfen“, erklärt Kern. Mittlerweile ist das Angebot sogar auf dem Weg, durch die Krankenkassen anerkannt zu werden. „Dies ist ein wichtiger Schritt, weil Stiftungsmittel endlich sind. Auf diese Weise kann aber eine Skalierung ermöglicht werden“, sagt Kern.

Coreszon – Wissen und Werkzeug fürs seelische Immunsystem

Die Börsen fahren Achterbahn und Vermögenswerte stehen im Feuer? Dann geht es darum, einen kühlen Kopf zu behalten. Auslöser für mentalen Stress gibt es viele, gerade in der jetzigen Zeit, wo sich durch die Coronapandemie viele Menschen einsam fühlen oder Existenzängste haben. Die Werkzeuge auf der Internetseite von Coreszon bieten von kleinen Hilfestellungen bis Workshop-Angeboten einiges, das Betroffene ausprobieren oder nutzen können.

Erste Hilfen zum Stressabbau

Vor drei Jahren gelang es, eine strategische Partnerschaft zwischen der Peter Möhrle Stiftung, Coreszon und der Hilfsorganisation SHOFCO zu schließen. Damit erreichte das Thema mentale Gesundheit auch die Slums von Afrika.

Persönliche Verbundenheit mit SHOFCO

Bei SHOFCO (Shining Hope for Communities) handelt es sich um ein Lieblingsprojekt von Patrick Kern. Die Verbindung fußt auf seiner Freundschaft zu Kennedy Odede, dem Initiator. Seine Organisation kümmert sich um die Menschen im Kibera-Slum, dem größten Slum Afrikas, und 16 weiteren Slums auf dem afrikanischem Kontinent. Sie sorgt für Bildungschancen für Mädchen, betreibt Schulen und Kliniken und wurde gerade bei den World Changing Ideas Awards des internationalen Wirtschaftsmagazins Fast Company ausgezeichnet. „Durch die Coronapandemie bekam die Arbeit von SHOFCO eine weitere Dimension hinzu: Aufklärungsarbeit. Denn Hygiene ist in Slums immer noch ein Thema. Schließlich braucht man hier zum Beispiel Wasser vor allem zum Trinken und nutzt es nicht zum Händewaschen“, erklärt der Stiftungsstratege.

Aber selbstverständlich ist auch der Hunger alltäglicher Begleiter der Menschen. „Hunger ist, wie man sich unschwer vorstellen kann, enormer mentaler Stress. Daher haben wir Coreszon mit SHOFCO verbunden und auf diese Weise mentale Gesundheit in die Slums gebracht“, erläutert Kern. Dies ist auch ein Ergebnis seiner Bemühungen um strategische Vernetzung.

Kennedy Odede, Gründer und CEO von SHOFCO

Kennedy Odede und Patrick Kern
Kennedy Odede und Patrick Kern.

Kennedy Odede ist im Kibera-Slum aufgewachsen, dem größten Slum Afrikas im Südwesten von Nairobi, der Hauptstadt Kenias. Als Straßenkind bekam er dort die verheerenden Realitäten des Lebens in extremer Armut zu spüren. Trotzdem träumte er davon, seine Gemeinde zu verändern. Auslöser, dies auch wirklich zu tun, war der Selbstmord seines besten Freundes, der dies als einzigen Ausweg aus dem Elend sah. Kennedy wählte einen anderen Weg. Im Jahr 2004 arbeitete er in einer Fabrik und

verdiente einen Dollar für zehn Stunden Arbeit. Er sparte 20 Cent, kaufte damit einen Fußball und startete Shining Hope for Communities (SHOFCO).

Ehemalige Strafgefangene in Schulen

Gewalt- und Kriminalitätsprävention ist das Ziel des Vereins „Gefangene helfen“. Dabei gehen ehemalige Strafgefangene in Schulen und geben im Unterricht Denkanstöße. Sie regen dazu an, das eigene Handeln und die Konsequenzen zu reflektieren. „Es geht auch darum, ein Bewusstsein zu schaffen, wie sich Kriminalität auf das Leben der Schülerinnen und Schüler sowie auf die Familien auswirkt. Besonders nachhaltig ist es natürlich, dass ehemalige Strafgefangene dies hautnah und authentisch beschreiben können“, sagt Patrick Kern. Dabei steht die Perspektive der Opfer und die Förderung der Empathie im Vordergrund. Das Programm wird an allen Schulformen durchgeführt. „Besonders wichtig ist es natürlich, Schulen an sozialen Brennpunkten einzubeziehen“, betont Kern.

Aufgrund der Coronapandemie hat der Verein einen weiteren Programmpunkt aufgenommen und hilft, Schülerinnen und Schüler mental zu stärken, damit sie mit den Bedingungen in der Pandemie zurechtkommen. Als Vorstandsvorsitzendem ist es Patrick Kern also auch hier gelungen, eine strategische Partnerschaft zwischen seinen Projekten herzustellen.

Zur Person

Patrick Kern

Patrick Kern startete nach einem Studium in Oxford bei der Union Investment Real Estate Asia Pacific in Singapur. 2010 entdeckte er dort auch sein Faible für soziale Aktivitäten. Als Asset Manager versteigerte er damals Koi-Karpfen aus einem Zierteich eines Union Investment Gebäudes für einen guten Zweck und sparte nebenbei Tierarztkosten in signifikanter Höhe ein. Seitdem sucht er Win-win-Gelegenheiten mit Bezug auf sozialen Nutzen und Rendite. So startete er ein gewinnorientiertes Cateringunternehmen zur Reintegration von Strafgefangenen und begleitete Projekte bei mehreren B Corporations, bevor er 2018 zurück zu Union Investment kam. Patrick lebt mit seiner Familie in Hamburg und ist leidenschaftlicher Hochseesegler.

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