Menschenrechte schützen

Menschenrechte schützen

Als verantwortungsvoller Arbeitgeber, Auftraggeber und Asset Manager ist es unsere Pflicht, menschenrechtliche Risiken zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. 

Union Investment erstellt eigene Policy zum Umgang mit Menschenrechten

Frankfurt, den 05.10.2021 - In diesem Jahr hat Union Investment eine eigene Erklärung zum Umgang mit den Menschenrechten entwickelt. Wir haben mit Inga Tipp, Mitarbeiterin im Nachhaltigkeitsmanagement bei Union Investment gesprochen. Sie hat den dazugehörigen Prozess maßgeblich koordiniert und vorangetrieben.
 

Welche Rolle spielen Menschenrechte für uns als aktiver Asset Manager?

Menschenrechtliche Sorgfaltspflichten sind für Union Investment nicht neu: Der erste Nachhaltigkeitsfonds aus dem Jahr 1990 schloss Investitionen explizit aus, die im Verdacht standen, das damals bestehende Apartheidsregime in Süd- und Südwestafrika zu unterstützen. Im Portfoliomanagement werden Ausschlusskriterien, das heißt ethische Mindeststandards, seit 1995 systematisch in die Analyse einbezogen. Mit Einführung der proprietären digitalen Researchplattform SIRIS im Jahr 2013 erfolgte die systematische Verknüpfung externer Daten mit dem internen Research der eigenen Analysten, unter anderem um Menschenrechtsaspekte zu bewerten.

Sowohl in unserer Rolle als Asset Manager sowie auch als Arbeit- und Auftraggeber können menschenrechtliche Auswirkungen bestehen.

Inga Tipp, Nachhaltigkeitsbeauftragte Union Investment

Im Sommer 2020 formulierte der Steuerungskreis Nachhaltigkeit von Union Investment den Auftrag, eine umfassende interne Analyse zu menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten durchzuführen. Die Ergebnisse zeigen, dass bei Union Investment in den Rollen als Asset Manager aber auch als Arbeit- beziehungsweise Auftraggeber menschenrechtliche Auswirkungen bestehen können. Für jede Rolle wurden vorrangige menschenrechtliche Risiken identifiziert und mit bestehenden Prozessen abgeglichen. Die Analyse ergab, dass viele Bereiche schon eine Vielzahl an Maßnahmen umsetzen, die menschenrechtliche Aspekte einschließen.  Ein aktuelles Beispiel ist das Engagement des ESG-Teams zur möglichen Ausbeutung uigurischer Zwangsarbeiter in der chinesischen Region Xinjiang.

Warum haben wir für das Thema eine Policy entwickelt?

Konkret fordert das kürzlich verabschiedete Gesetz über die unternehmerischen Sorgfaltspflichten in Lieferketten, das sogenannte Sorgfaltspflichten- oder Lieferkettengesetz, dass in Deutschland ansässige Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitenden künftig Anforderungen an ein verantwortliches Management von Lieferketten umsetzen. Dazu zählen unter anderem die Abgabe einer Grundsatzerklärung und die Durchführung einer Due Diligence in Bezug auf menschenrechtliche Risiken.

Auch wir sind als Unternehmen grundsätzlich von den Regelungen des Gesetzes betroffen. Für uns kommen das Gesetz und darin formulierte Anforderungen jedoch nicht überraschend. Denn schon die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2011 markierten einen Meilenstein für die Achtung der Menschenrechte. Die EU-Kommission forderte alle Mitgliedsstaaten im gleichen Jahr dazu auf, nationale Aktionspläne zur Umsetzung der VN-Leitprinzipien zu entwickeln. Durch ihren Nationalen Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) ist die Bundesregierung dieser Erwartung nachgekommen. Der NAP formulierte bereits die Anforderung, dass Unternehmen menschenrechtliche Sorgfaltspflichten gemäß der VN-Leitprinzipien umsetzen.

Zur Person

Inga Tipp

Inga Tipp arbeitet im Nachhaltigkeitsmanagement bei Union Investment. Auf die Wahrung der Menschenrechte entlang von Lieferketten achtet sie schon länger: In ihrer Rolle als Strategische Einkäuferin hat Tipp früher externe Dienstleistende von Union Investment geprüft.

Mit der EU-Taxonomie-Verordnung, dem Gesetzgebungsverfahren zum Sorgfaltspflichtengesetz in Deutschland sowie verschiedenen Gesetzesinitiativen auf europäischer Ebene war für uns schon lange klar, dass Unternehmen zukünftig verstärkt offenlegen müssen, wie sie in Bezug auf die Achtung der Menschenrechte abschneiden. Und auch die Investoreninitiative Principles for Responsible Investment (PRI) hat Anforderungen an Asset Manager zur Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten formuliert, die innerhalb der nächsten fünf Jahre durch PRI-Unterzeichner wie Union Investment umzusetzen sind.

Wir haben uns bereits frühzeitig mit aktuellen Entwicklungen rund um die Achtung der Menschenrechte auseinandergesetzt. Die Verabschiedung einer Grundsatzerklärung war für uns daher ein logischer nächster Schritt.

Inwieweit verändert sich unsere Arbeit mit der neuen Policy?

Unsere Grundsatzerklärung zur Achtung der Menschenrechte baut auf zahlreichen bestehenden Prozessen und Leitlinien auf, die bereits seit langem im Unternehmen etabliert sind. Wir erfinden das Rad somit nicht neu, sondern schaffen Transparenz über die bereits bestehende Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten bei Union Investment.

Trotzdem hat der unternehmensweite Prozess zur Erarbeitung der Grundsatzerklärung natürlich erneut Anstoß dazu gegeben, bestehende Prozesse und Vorgaben weiter zu verbessern. Denn wir wissen aus unserer täglichen Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsthemen im Allgemeinen und menschenrechtlichen Themen im Speziellen, dass der Umgang damit die stetige unternehmensübergreifende Auseinandersetzung, Diskussion und Abwägung erfordert.

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