Die nachhaltige Transformation der Wirtschaft

Mehr Nachhaltigkeit dank Digitalisierung

Der grüne Faden im Gespräch mit Nina Laine

Willkommen beim Grünen Faden!

Es gibt kaum einen Lebensbereich, in dem Nachhaltigkeit heute keine Rolle spielt. Und das ist auch gut so. Im Privaten wissen wir mittlerweile, wie man ohne Plastiktüten die Einkäufe nach Hause bringt, dass günstige Fast Fashion durchaus einen sehr hohen Preis hat und wie hoch der eigene CO2 Fußabdruck ausfällt.

Aber wie sieht das bei Unternehmen aus? Was bedeutet es, wenn sich ein Unternehmen zu Nachhaltigkeit bekennt. Union Investment beschäftigt sich bereits seit über 30 Jahren mit dem Thema und hat Nachhaltigkeit in ihrer DNA verankert. Als Unternehmen und als aktiver Investor wird Nachhaltigkeit in ihrer gesamten Dimension betrachtet: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.

Was das konkret bedeutet, zeigt die Artikelserie „Der grüne Faden“. In allen Unternehmensbereichen spielt Nachhaltigkeit eine Rolle – vom Strategischen Einkauf, über das Portfoliomanagement, das Gesellschaftliche Engagement bis hin zum Personalmanagement. Wie das konkret aussieht? Lesen Sie mehr.

Der Grüne Faden und das Immobilienmanagement von Union Investment

Der CO2 Fußabdruck einer einzelnen Person ist schon erheblich. Wie sieht das erst bei einem Bürogebäude oder einer Hotelimmobilie aus? Und die noch wichtigere Frage: Wie kann es gelingen, dass sie bis 2050 klimaneutral sind?
Nachhaltigkeit bei Immobilien ist bei Union Investment bereits seit rund 15 Jahren ein wichtiges und strategisch fest verankertes Thema. 

43 Mrd. Euro

Immobilien- vermögen insg.


"Daten sind nur die halbe Miete. Wir müssen auch in der Lage sein, sie auszuwerten und die Einsparungspotentiale zu erkennen."

Nina Laine, Spezialistin Nachhaltigkeitsmanagment

Bei der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 einigten sich 197 Staaten auf ein neues, globales Klimaschutzabkommen. Das Abkommen trat am 4. November 2016 in Kraft, nachdem es von 55 Staaten, die mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgase emittieren, ratifiziert wurde. Mittlerweile haben 195 Staaten das Abkommen ratifiziert (Stand: Januar 2019). Das deutsche Klimaschutzgesetz trat im Dezember 2019 in Kraft. Es soll für die Einhaltung der europäischen Zielvorgaben und die Umsetzung der nationalen Klimaschutzziele sorgen. Mit dem Klimaschutzgesetz in Deutschland werden die Klimaziele bis zum Jahr 2045 gesetzlich normiert. Bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 1990 bereits um mindestens 55 Prozent gesenkt werden. Das langfristige Ziel ist die Treibhausgasneutralität bis 2045.

Klimafestes Immobilienportfolio

„Dass wir uns bereits frühzeitig mit der Dekarbonisierung auseinandergesetzt haben, kommt uns heute zu Gute. Denn spätestens im Frühsommer 2021 kam nach der UN-Klimakonferenz ein weiterer Weckruf: Erst verurteilte das Bundesverfassungsgericht die deutsche Regierung zu effektiveren Maßnahmen in Sachen Dekarbonisierung. Nur wenige Wochen später präsentierte dann das Bundeskabinett den Entwurf für ein neues Klimaschutzgesetz, das es in sich hat: U.a. wurde das Endziel Netto-Treibhausgas-Neutralität um fünf Jahre nach vorn verlegt: von 2050 auf 2045“, erläutert Nina Laine, die bei Union Investment auf das Thema Nachhaltigkeitsmanagement bei Immobilien spezialisiert ist. 

Viel Zeit bleibt nicht mehr, um das Immobilienportfolio klimafest zu machen. Und wir sprechen immerhin von 238 Immobilien, alleine in Deutschland. Ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit ist die Digitalisierung, genauer gesagt „ImmoSustain“, eine spezielle Software, die eigens für Union Investment weiterentwickelt und angepasst wurde. 

In 26

Ländermärkten aktiv

Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Oft kann schon mit einfachen Maßnahmen eine Verbesserung erzielt werden. Allerdings muss man das Problem erkennen. Und genau das ist wiederum nicht ganz so einfach. „Zum Management der komplexen Daten setzen wir ‚ImmoSustain‘ ein. Die Datenverfügbarkeit insbesondere von Mieterdaten ist häufig ein Problem. Diesen Prozess haben wir nun aber deutlich optimiert, indem wir mithilfe von künstlicher Intelligenz Versorgerrechnungen auslesen“, beschreibt Laine. „Außerdem entfällt dank der digitalen Plattform viel manuelle Arbeit und wir erhalten die Daten deutlich früher.“ Hingen die Reportings früher durch die manuelle Erfassung zwei Jahre zurück, werden viele Daten jetzt automatisch übertragen.

Daten zu erfassen und verfügbar zu machen, ist aber nur die halbe Miete. „Wir müssen auch in der Lage sein aus diesen herauszulesen, wo sich Einsparpotenziale verbergen“, betont Laine. Und auch hier kommt ImmoSustain zum Einsatz. Die Software vergleicht Verbrauchsdaten mit internen Benchmarks und zukünftig auch mit dem CRREM-Pfad. 

CRREM steht für Carbon Risk Real Estate Monitor und gibt den Dekarbonisierungspfad für Immobilien vor. Der CRREM-Klimapfad zeigt auf, wie viel Energie und CO2 am Gebäude pro Jahr eingespart werden muss, damit es klimaneutral ist. Hierzu werden die jährlichen Verbrauchswerte von Strom (kWh/m2) und die CO2-Emissionen (kgCO2/m2) angeschaut und mit den Werten von CRREM abgeglichen. 
 

So können zu hohe Verbräuche identifiziert und Empfehlungen zur Gebäudeoptimierung eingeleitet werden, wie z.B. der Einsatz von Energiemonitoring. Weitere automatisierte Maßnahmenvorschläge werden aus dem in ImmoSustain integrierten „Sustainable Investment Check“ erzeugt, einem umfangreichen Fragenkatalog welcher die qualitativen Nachhaltigkeitsmerkmale der Gebäude erfasst, wie etwa Angaben zur Mess- und Steuerungstechnik bei Belüftung und Beleuchtung, Angaben zur Heizung und Kühlung, aber auch Nutzerkomfort wie Elektroladestationen oder öffenbare Fenster. „Insgesamt werden sieben Kategorien abgefragt. Die Gebäude müssen hier eine Mindestnote erreichen, um in unser Portfolio aufgenommen zu werden, bzw. es muss zeitnah nach Kauf nachgerüstet werden.“ Der sogenannte SI-Check wird jährlich durchgeführt. Und auch hieraus ergeben sich Erkenntnisse für zahlreiche Optimierungsmöglichkeiten: „Diese können von wassersparende Armaturen bei Waschbecken und/oder Duschen über Abfalltrennung, den Austausch von Leuchten durch LEDs oder das Nachrüsten von Grünflächen sein“ erläutert Laine.   

Auf dem Weg zur Klimaneutralität gibt es viele Stellschrauben. Große und Kleine. Fest steht: Klimaneutrale Immobilien sind eine große Zukunftsaufgabe. Gute und valide (Verbrauchs-) Daten sind die Basis und bringen uns einen wichtigen Schritt weiter auf dem Weg dahin. 

Datenerfassung
Auswertung
Verbesserungen

Was bedeutet Nachhaltigkeit für Sie persönlich, Frau Laine?

„Für mich bedeutet Nachhaltigkeit die Förderung der Biodiversität, der sozialen Gerechtigkeit und der Generationengerechtigkeit. Jeder von uns hat jeden Tag eine neue Chance, die Zukunft durch bewusstere und verantwortungsvolle Entscheidungen mitzugestalten.“

Nina Laine arbeitet seit Anfang 2010 bei Union Investment. Spezialisiert auf das Nachhaltigkeitsmanagement arbeitet die gebürtige Finnin in der  Gruppe Nachhaltigkeit Immobilien. Hier hat die studierte Architektin das Nachhaltigkeitstool ImmoSustain aufgebaut.

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Michael Müller

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