Union Investment

Kunst bei Union Investment

Ottmar Hörl

Mehr als ein Kunstwerk Am Anfang stand der Vorschlag, für die Eingangshalle der neuen Firmenzentrale ein Kunstwerk zu gestalten, das auf eine ganz individuelle und unverwechselbare Weise mit dem Unternehmen Union Investment verbunden sein könnte.
Seine Aufgabe als Künstler sah Ottmar Hörl dabei in der Entwicklung seines Konzeptes und in der Rolle als Impulsgeber und Organisator. Mit seinem Kunstobjekt wurde schließlich ein spannender Kommunikationsprozess in Gang gesetzt, dessen Endergebnis völlig offen war.

Anfang Februar 2000 erhielten alle Mitarbeiter der Union Investment in Frankfurt, Luxemburg, Schweiz, vom Pförtner bis zum Vorstandsmitglied, vom Kundenberater bis zum Fondsmanager einen persönlichen Brief mit folgendem Wortlaut:  

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

mir ist die Gestaltung des Eingangsbereich der neuen Zentrale der Union Investment anvertraut worden. Meine Idee ist, ein Kunstwerk zu realisieren, bei dem Sie mitwirken können. Aus Ihrer Teilnahme wird sich ein Monument entwickeln, das die Belegschaft der Union Investment repräsentiert. Als Ausdrucksform habe ich dabei die Sprache gewählt, denn sie ist die Grundlage unserer Kommunikation   "Ein Unternehmen, das sind zunächst einmal Menschen" (O. Hörl)   "Entsprechend besteht Ihre Beteiligung darin, dass Sie ein Wort - egal ob Verb, Adjektiv oder Substantiv - wählen, das möglichst umfassend Ihre Persönlichkeit und Präsenz in der Union Investment beschreibt.
Schreiben Sie 'Ihr' Wort, für das Sie sich entschieden haben, auf und senden Sie es bitte in dem beigelegten Umschlag ohne Angaben des Absenders bis zum 15. Februar 2000 an meine Adresse. Lassen Sie bitte jeden Hinweis auf Ihre Urheberschaft weg, denn ein grundlegendes Prinzip dieses gemeinsam erarbeiteten Kunstwerks ist seine Authentizität. Ihre Beiträge bleiben auf diese Weise absolut anonym. Für jedes eingesandte Wort wird anschließend ein einziges Aluminiumschild angefertigt.
Alle Bilder zusammen ergeben dann das Gesamtkunstwerk, das von mir im Eingangsbereich der Union Investment in der ' Wiesenhüttenstraße' installiert wird. Damit das Kunstwerk gelingt, ist es mir sehr wichtig, dass alle mitmachen. Es würde mich freuen, wenn Sie diese Aktion Unterstützen und mir ' Ihr Wort ' zusenden."


Ottmar Hörl  

Kommunikation nach allen Seiten

Insgesamt sind 700 Wortbeiträge eingegangen.

Damit hatten sich 70 Prozent aller Mitarbeiter der Union Investment bei "Wortwechsel" beteiligt. Wie bei anderen seiner Kunstaktionen ist es Hörl gelungen, die Grenze zwischen Kunstschaffenden und Zuschauer aufzuheben. Der Betrachter hat mit seinem Beitrag zugleich auch aktiv an einem Teil der Gestaltung mitgewirkt. Die großräumige, friesartige Wandinstallation erlaubt es allen Beteiligten, sich jeweils als Einer unter Vielen und doch als unverwechselbar zu erkennen. Als gemeinsamen Werk steht "Wortwechsel" so für eine Chance, gleichzeitig beides zu sein:

Teil eines Grossen übergeordneten Ganzen und eigenständiges Individuum. Dem Prinzip des Seriellen steht der Respekt vor der Integrität des Einzelnen gegenüber. Wie bei vorangegangenen Arbeiten gelang es Hörl, mit der Plastik als Organisationsprinzip Aussagen über die Gesellschaft zu machen.
Ziel ist es, festgefahrene Sehweisen zu bewegen und zu Konventionen zu erweitern oder zu überspringen.

Sprache in ihrer ganzen Vielfalt

Für die Mitarbeiter und Besucher der Union Investment ist "Wortwechsel" seit seiner Übergabe im Juli 2000 immer wieder Anlass für faszinierende Entdeckungen. Denn entstanden ist mit diesem Kunstprojekt eine Momentaufnahme in doppelter Hinsicht. Ein repräsentativer Ausdruck all der Menschen, die das Unternehmen ausmachen, und ein aufschlussreicher Querschnitt durch den aktuellen Gebrauch der Sprache.

Welches Wort hätten Sie gewählt?

 

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