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Dax-Unternehmen: Nachhaltigkeit ist bei der Mehrheit Chefsache

  • Bei 54 Prozent der Unternehmen ist der Vorstand für Nachhaltigkeit verantwortlich
  • Familiengeführte Unternehmen nehmen das Thema Nachhaltigkeit besonders ernst

Frankfurt, 27. Januar 2010 – Das Thema „Nachhaltigkeit“ ist den Dax-Unternehmen inzwischen so wichtig, dass immerhin 54 Prozent der deutschen TOP 30-Unternehmen es in direkter Vorstandsverantwortlichkeit angesiedelt haben. Besonders hohen Stellenwert genießt nachhaltige Unternehmensführung bei familiengeführten Unternehmen. Das ergab eine erstmals durchgeführte Studie von Union Investment, dem Asset Manager des genossenschaftlichen FinanzVerbundes, über die Verankerung der Nachhaltigkeit in den Dax-Titeln.

„Nachhaltigkeit erschöpft sich nicht nur in Ökologie, sondern umfasst auch wirtschaftliche und ethisch-soziale Kriterien. Diese dreidimensionale Konzeption der Nachhaltigkeit sichert dauerhaft die zukunftsfähige Entwicklung von Volkswirtschaften und Unternehmen“, erklärte der Leiter des Aktienfondsmanagements und Geschäftsführer der Union Investment Privatfonds GmbH, Michael Schmidt, als Grund für die Ende 2009 abgeschlossene Studie.

„Als einer der größten Asset Manager mit über 2,7 Mrd. Euro nachhaltig angelegten Assets under Management, wollten wir herausfinden, ob und wie weit diese Notwendigkeit inzwischen auch bei den deutschen Spitzenunternehmen anerkannt ist. Zudem ist Nachhaltigkeit für uns als Investor ein wichtiger Aspekt eines dynamischen Risikomanagements bei unseren Anlageentscheidungen“, so Schmidt weiter.

Grundlage der Studie ist ein vom Nachhaltigkeitsteam von Union Investment entworfener umfangreicher Fragebogen zu den Themen Umwelt, Soziales und Corporate Governance, der die verschiedensten Facetten der Bereiche beleuchtet. Die Entwicklung des jährlichen Energieverbrauchs interessierten dabei ebenso wie der jährliche CO2-Ausstoß, Produktsicherheit, Arbeitsstandards, soziales Engagement oder die Erfüllung des Deutschen Corporate Governance-Kodex.

Die hohe Rücklaufquote von 93 Prozent, so Schmidt, zeuge nicht nur vom hohen Interesse der befragten Unternehmen am Dialog mit den Investoren. Sie unterstreiche auch die Bedeutung, die das Thema Nachhaltigkeit bei den Konzernen einnimmt.

Nachhaltigkeit ist Vorstandssache

Das spiegelt auch die Tatsache wider, dass bei 53,6 Prozent der Dax-Unternehmen der Vorstand direkt für das Thema Nachhaltigkeit verantwortlich zeichnet. Bei familiengeführten Unternehmen (Beiersdorf, BMW, Henkel und Merck) ist das Thema in besonderem Maße auf der Agenda.

Überrascht, so Schmidt, war man von den Maßnahmen, die von den landläufig als „potenzielle Umweltsünder“ betrachteten Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit ergriffen worden sind. Gründe dafür dürften die „negativen Schlagzeilen“ in der Vergangenheit (z.B. Rheinverschmutzung, Schadstoffaustritt, Pestizide) gewesen sein, so dass diese Unternehmen bereits frühzeitig die Notwendigkeit erkannt haben, die Thematik schnell und übergreifend in die Leitlinien des Unternehmens zu implementieren und auch einen entsprechend großen Stab an Mitarbeitern für das Thema bereitzustellen.

Optimierungsbedarf bei den Arbeitsstandards, der Berichterstattung nach Global Reporting Initiative und Corporate Governance

Ein sehr positives Bild geben die Dax-Unternehmen im Hinblick auf ihr Umweltmanagementsystem ab. 86 Prozent der im deutschen Leitindex geführten Unternehmen lassen sich ihr Umweltmanagementsystem nach der international anerkannten Norm DIN ISO 14001 zertifizieren.

Optimierungsbedarf erkennt Schmidt bei den Arbeitsstandards gemäß der International Labour Organization (ILO) der Vereinten Nationen. Nur 64 Prozent der Dax-Konzerne halten sich vollumfänglich an die vorgegebenen Normen.

Auch die Berichterstattung nach der Global Reporting Initiative (GRI) ist verbesserungsfähig. Zwar richten sich 61 Prozent der Unternehmen bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung an die Vorgaben der Initiative, die größtenteils von externen Stellen zertifiziert werden. Aber nur bei 11 Prozent der Unternehmen ist der Nachhaltigkeitsbericht auch Bestandteil des Geschäftsberichts und somit auch von Wirtschaftsprüfern abgenommen.

Ein weniger gutes Bild geben die Dax-Konzerne immer noch in Bezug auf die Umsetzung des Deutschen Corporate Governance-Kodex ab. Nur 39 Prozent von ihnen setzen die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance-Kodex ohne Ausnahmen oder Einschränkungen um. „Gera-de in einer guten Unternehmensführung sollte nachhaltiges Wirtschaften zum Ausdruck kommen“, kommentiert Aktienleiter Schmidt das Ergebnis. „Union Investment vertritt seit vielen Jahren die Interessen seiner Anleger bei den Unternehmen auch öffentlich. Wir sehen hier die Verpflichtung, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu gehen und eine gute Corporate Governance einzufordern.“

Nachhaltigkeit als wichtige Handlungsmaxime der Zukunft

„,Nachhaltigkeit‘ ist heute nicht nur in aller Munde,“ so Schmidts Fazit, „sie ist als Handlungsmaxime und –notwendigkeit im allgemeinen Bewusstsein angekommen. Das spiegelt sich auch im Verhalten der größten deutschen Unternehmen wider. Wir, als einer der größten deutschen Asset Manager, hoffen und werden uns dafür einsetzen, dass die vielen positiven Beispiele bei den Dax-Unternehmen eine Leuchtturmfunktion haben und positiv auf die anderen börsennotierten Firmen, aber auch auf die mittelständische Wirtschaft in Deutschland ausstrahlen.“

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