Union Investment
Meldung drucken Meldung speichern

Marktausblick 2012: Erste Silberstreifen am Horizont erkennbar

Frankfurt, 14. Dezember 2011 Mit Blick auf die Lösung der Euroschuldenkrise sind nach Einschätzung von Jens Wilhelm, für die Anlagestrategie verantwortlicher Vorstand von Union Investment, erste Silberstreifen am Horizont erkennbar: „Der jetzt eingeschlagene Kurs zeigt, dass sich die Politik klar zu ihrer Verantwortung bekannt und wichtige Entscheidungen für eine stärkere europäische Integration getroffen hat.“ Zwar stünde man noch am Anfang eines langen Weges und die Gefahr erneuter Rückschläge sei längst nicht gebannt. Trotzdem rechnet er damit, dass schon im kommenden Jahr das Fahrwasser etwas ruhiger werden könnte. „Nach Eurokrise und Rezessionsangst sind die Erwartungen der Investoren für das Jahr 2012 gering. Sobald es aber erste Signale für eine Stabilisierung gibt, wird das von den Kapitalmärkten honoriert werden“, so der Anlagestratege.

Interview mit Jens Wilhelm

Interview mit Jens Wilhelm
Wie geht es in 2012 weiter? Wird sich der Finanzmarkt wieder erholen? Wo liegen die größten Gewinnchancen? Diese Fragen und einige mehr beantwortet Jens Wilhelm, Mitglied des Vorstands von Union Investment, im Marktausblick 2012.

abspielen

Notenbank als Liquiditätsgarant

Bis sich die Lage wieder stabilisiert, werde jedoch noch einige Zeit vergehen. Die strukturellen Reformen für mehr politische Einheit in Europa ließen sich nicht von heute auf morgen realisieren. Deshalb müsse in der Zwischenzeit die Europäische Zentralbank als Liquiditätsgarant einspringen: „Sie muss dafür sorgen, dass die krisengeschüttelten Länder in der Eurozone ihre Schulden refinanzieren können. Dazu muss sie im Bedarfsfall Anleihen ankaufen.“ Auch für die Liquiditätsversorgung der Banken müsse die EZB vorerst einstehen, damit aus der angespannten Lage im Bankensektor kein neuer Flächenbrand werde. „Durch permanente Stresstests für die Banken hat die Politik die Unsicherheit weiter verstärkt“, lautet Wilhelms Analyse. Die Gefahr dabei sei, dass die Banken ihre Risiken reduzierten und weniger Kredite an Unternehmen vergäben. Dadurch erhöhe sich die Gefahr einer Kreditklemme.

Weniger Kredit heißt weniger Wachstum

Die Konsequenzen für die Wirtschaft bringt Wilhelm auf den Punkt: „Weniger Kredite heißt weniger Wachstum.“ Durch die Sparprogramme vieler Staaten werde die Wirtschaftsleistung ohnehin gedrosselt, was insbesondere für die Länder der Europeripherie zum Problem werde. „Nur Deutschland wird sich vom Rest Europas absetzen können und auch 2012 moderat wachsen“, sagt Wilhelm. Deutlich positiver wertet er die Entwicklung in den USA und vor allem in den Emerging Markets. Von hier kämen wichtige Wachstumsimpulse für die Weltwirtschaft, weshalb er im nächsten Jahr ein globales Wachstum von vier Prozent für realistisch hält.

Von der guten Lage der Unternehmen profitieren

Die schlechteren Wirtschaftsaussichten bekommen auch die Unternehmen zu spüren. Ein Rückgang ihrer Gewinne ist nach Wilhelms Ansicht deshalb vorprogrammiert, was an den Aktienmärkten aber schon eingepreist sei. Positiv wertet er die insgesamt gute Verfassung der Unternehmen: „Den meisten geht es sehr gut. Sie sitzen auf komfortablen Liquiditätspolstern und können dank hoher Margen weiter gut verdienen.“ Für das Jahr 2012 warnt der Anlagestratege jedoch vor zu hohen Erwartungen: „Langfristig sind zwar je nach Marktsegment durchaus Kursgewinne von fünf bis sieben Prozent realistisch. Vorerst gehören hohe Kursschwankungen aber weiter zur Tagesordnung.“ Deshalb rät er Anlegern zu regelmäßigem Investieren: „Das reduziert das Risiko, völlig falsch zu liegen und eröffnet die Chance, von der guten Lage der Unternehmen zu profitieren.“

Auf Dividenden und Unternehmensanleihen setzen

Für 2012 empfiehlt Wilhelm vor allem Aktien, die hohe laufende Erträge bringen: „Dividende ist das Stichwort. Viele Unternehmen bieten eine solide Ausschüttungsrendite von vier Prozent und mehr.“ Zusatzerträge böten zudem Anleihen von Unternehmen, die dank deren niedriger Verschuldung und hoher Zinsdeckungsgrade eine gute Alternative zu sicheren Staatsanleihen seien. Auch Anleihen aus Schwellenländern hält er für eine weitere Option. „Die Verschuldung ist dort oft geringer als in den Industriestaaten. Außerdem haben viele Länder hohe Rohstoffvorkommen und bessere Wachstumsperspektiven. Dazu kommt noch die Chance auf Währungsgewinne“, erläutert Wilhelm seine Einschätzung.

Sicherheit ist so teuer wie nie

Dass Anleger derzeit trotzdem lieber auf Sicherheit setzen, kann Wilhelm nachvollziehen: „Investieren in unsicheren Zeiten erfordert besonders viel Mut zu mehr Risiko.“ Davor schreckten viele zurück, und deshalb sei Sicherheit derzeit so teuer wie nie. Bei den aktuell niedrigen Renditen für sichere Staatsanleihen verlören Anleger nach Abzug der Inflation sogar Geld. Daran werde sich vorerst auch nichts ändern. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass selbst nach einem Abflauen der Schuldenkrise die Renditen für Bundesanleihen über die Drei-Prozent-Marke steigen“, prognostiziert Wilhelm. Für Anleger, die langfristig ihr Vermögen mehren und trotzdem nur geringe Risiken in Kauf nehmen wollen, seien Immobilieninvestments interessant, weil die attraktiven Mietrenditen Sicherheit und Ertrag böten. „Wichtig ist, dass private Anleger nicht zu viel Kapital in einem einzelnen Objekt binden, sondern breit gestreut investieren“, lautet Wilhelms Empfehlung. Für die meisten ginge das am besten über Offene Immobilienfonds.

Service

Telefon
(montags freitags 7:30 20:00 Uhr):
069 58998 6060
Telefax: 069 58998 9000

Kontakt

Leiter Public Relations

vcf-Card